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Putin: Kant soll Symbol des Kaliningrader Gebietes werden

Do, 06 Dez 2018 ... mit deutschem Akzent


Putin: Kant soll Symbol des Kaliningrader Gebietes werden
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Im April 2013 meinte der russische Präsident Putin, dass der Philosoph Immanuel Kant Symbol des Kaliningrader Gebietes werden soll. Ich kann mich noch an weitere Äußerungen von Wladimir Wladimirowitsch erinnern, wo er anregte, sämtliche Schriften des Weltphilosophen neu in die moderne russische Sprache zu übersetzen – was Kant gesagt und geschrieben hat, sollte also allen in der heutigen Zeit verständlich werden.

Das war im Jahre 2013, 12 Jahre nach seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag, ein Jahr vor der antirussischen Hetzrede eines deutschen Diplomaten im damaligen Deutsch-Russischen Haus in Kaliningrad.

Ist Kant nun Symbol des Kaliningrader Gebietes geworden? Naja, im gewissen Sinne schon, nur eben wohl nicht in dem Sinne, wie sich Putin und viele andere es sich vorgestellt hatten. Es wurde in Kaliningrad eine „Kant-Supermarktkette“ geschaffen, die Insel mit dem Kant-Dom erhielt die Bezeichnung „Immanuel-Kant-Insel“ und es wurde mit Hilfe von Geldern des russischen Präsidenten Putin die Kopie des sogenannten Pastorhauses rekonstruiert, in dem Kant einige Zeit lang die Kinder des Pastors unterrichtet haben soll.

Das liberale Informationsportal „rugrad.eu“ hat sich ehrlich bemüht, vieles zusammenzutragen, was in den letzten fünf Jahren im Zusammenhang mit Kant passiert ist, aber wenn man genau hinschaut, sind viele Dinge doch mehr virtuell geschehen.

Und es entsteht die Frage – warum? Eigentlich sind doch die Anregungen, die der russische Präsident zu dieser oder jener Angelegenheit gibt, doch so eine Art ungeschriebenes Gesetz.

Irgendetwas muss also passiert sein, dass die Anwesenheit des Deutschen Kant im russischen Kaliningrad nicht weiter ausgebaut wird. Und vielleicht ist Kant gegenwärtig nur der Prügelknabe für Dinge, für die andere verantwortlich sind?

Vielleicht tut das offizielle Deutschland zu wenig, um die diversen aggressiven Äußerungen Dritter gegenüber dem russischen Kaliningrad zu entkräften?

Vielleicht tut das offizielle Deutschland zu wenig, um die diversen revanchistischen Äußerungen Dritter gegenüber dem „zwangsverwalteten Ostpreußen und Königsberg“ einzuschränken?

Vielleicht tut das offizielle Deutschland zu wenig, um Russland die Gewissheit zu geben, dass niemand die Absicht hat, die Insel Kaliningrad in der Europäischen Union zu entrussifizieren?

Vielleicht tut das offizielle Deutschland zu wenig, um die tendenziöse negative Berichterstattung über das Kaliningrader Gebiet in etwas korrektere, ehrlichere Bahnen zu lenken?

Vielleicht tut das offizielle Deutschland zu wenig, um Russland zu überzeugen, das man nicht an einer Germanisierung Kaliningrads, nicht an einer Europäisierung Kaliningrads, nicht an einer Russland-Entfremdung Kaliningrads interessiert ist?

Vielleicht sollte Deutschland mal analysieren, wie groß das deutsche Engagement in Kaliningrad ist, wie dieses Engagement wirklich aussieht und ob dieses Engagement vielleicht geeignet ist, die Russen misstrauisch zu machen?

Es regt doch zum Nachdenken an, dass es so gut wie kein deutsches wirtschaftliches Engagement in Kaliningrad gibt, aber wohl doch reichlich Fördergelder für Bildung und Kultur fließen.

Jeden Morgen erhalte ich automatisch Informationen zu Berichten in deutschsprachigen Medien, die das Stichwort „Kaliningrad“ enthalten. Nicht alles lese ich, aber was ich manchmal an Inkompetenz, an nicht korrekten, an falschen, an bewusst provokativen Artikeln lese ist kaum noch zu ertragen.

Ganz aktuell ist gegenwärtig das Thema der Namensvergabe für den Kaliningrader Airport. Ich bin erstaunt, wie man durch das Weglassen weniger erklärender Worte zu dieser gesamtrussischen Ausschreibung die Meinung der Leser manipulieren kann, die der russischen Sprache nicht mächtig sind und die sich auf die Berichterstattung deutscher Medien verlassen müssen. Viele dieser Leser informieren sich auch nicht bei alternativen Medien, wie „RT“ oder „Sputnik“ – denn das sind ja Putin-Propagandainstrumente.

Und so sieht Russland, wie in Deutschland Stimmung gegen Kaliningrad gemacht wird. Und Russland fragt: „Warum“?

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Deutsches, Germanisierung

   Kommentare ( 2 )

ru-moto Veröffentlicht: 7. Dezember 2018 01:17:42

Ein sehr aussagekräftiger Bericht über die Situation. Es wird mit allen Mitteln versucht die braven "Dummen" dumm zu halten und gezielt zu manipulieren. Selbst zu denken und sich auch alternativ seine eigene Meinung zu bilden ist für viele schon längst zu schwierig oder unbequem. Aber nur gut und alternativ Informierte merken oder ahnen auch, was und dass da manches ganz bewusst so läuft oder laufen muss.

boromeus Veröffentlicht: 7. Dezember 2018 14:05:09

Wir wissen nur das,was wir wissen dürfen.Wir sind heute in vielen Bereichen nicht mehr ganz weit weg,von dem was wir vor langer Zeit hatten.Das gilt auch für Murkis DDR II .Ein Schelm,der sagt,unsere ist Presse unabhängig ,wie der Slogan auf unserem CIA Blatt.Es gibt nur noch 3-4 grosse Presseagenturen und was die berichten,ist amtlich.Egal wie falsch das auch ist.Und das schöne ist,man hinterfragt das nicht mehr.Es ist "ihre"Wahrheit.Brot und Spiele, das galt vor 85 Jahren auch schon und hat bis heute prima funktioniert.Hauptsache der "Ranzen" ist voll,ein bisschen Bölkstoff,Verdummungs-TV,Fazzebock und MC Doof,dann wird man träge und des Nachdenkens müde.Und die paar die noch öffentlich den Mund aufmachen,werden ins rechte Lager gedrängt ,beruflich tot gemacht,oder sterben ganz plötzlich an Herzinfarkt.Auch das hatten wir schon.Und das alles hat auch einen ganz bestimmten Grund,das Deutsche und Russen sich nicht weiter annähern dürfen,die Hinterdemgrossenteich wohnenden wissen das...

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