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Putin sagt: Uwe Erichowitsch, Du kommst in den Himmel

Di, 23 Okt 2018 ... mit deutschem Akzent


Putin sagt: Uwe Erichowitsch, Du kommst in den Himmel
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Vor einigen Tagen fand wieder mal der jährliche Valdai-Club statt. Da versammeln sich Leute und tauschen Ansichten und Meinungen aus. Und es gibt die Möglichkeit Fragen zu stellen, Fragen an den russischen Präsidenten Putin. Und eine Frage betraf das aktuelle Thema eines möglichen atomaren Erstschlags.

 

Putin hat darauf geantwortet, dass Russland keinen atomaren Erstschlag ausführen wird. Die Doktrin legen dies so fest. Zuerst muss ein Gegner seine Atomraketen starten. Diese Starts werden von den russischen Abwehrsystemen registriert und danach wird Russland einen Gegenschlag durchführen. Und Putin hat wohl einen Satz geprägt, der in die Geschichte eingehen wird:

„Der Gegner muss wissen, dass er eine Antwort erhält. Wir werden das Opfer seiner Aggression sein. Und deshalb werden wir als Märtyrer ins Paradies kommen. Aber sie werden einfach krepieren.“

Mit anderen Worten: Putin hat mir mitgeteilt, dass ich ins Paradies komme. Woher ich das weiß? Nun, ganz einfach. Ich werde der Erste sein, der durch einen modernen Atomschlag sterben wird. Denn dieser Schlag wird sich gegen Kaliningrad richten.

Warum gerade Kaliningrad? Nun, ich sehe zwei Gründe.

Zum einen ist Kaliningrad nicht das russische Mutterland und die Vernichtung dieses Gebietes könnte als Art Warnung an Russland gelten. Bei derartigen Überlegungen geht man wohl davon aus, dass sich Russland einschüchtern lässt. Ein fataler Denkfehler. Schon Napoleon und Hitler oder Frankreich und Deutschland haben falsche Russlandeinschätzungen teuer bezahlt.

Und der zweite Grund ist, dass Kaliningrad militärisch sehr gefährlich ist. Von hier aus kann eigentlich fast ganz Europa daran gehindert werden, irgendwelche militärischen Aktionen durchzuführen. Wie hatte vor einigen Tagen ein australischer Journalist formuliert:

„Kaliningrad ist das Messer am Hals der NATO.“

Ich lebe in Kaliningrad. Im Jahre 1995 bin ich in dieses sehr interessante Fleckchen Erde gekommen. Der Grund war, dass ich Geld verdienen wollte und ich wollte mir eine neue Zukunft aufbauen. Beides ist mir gelungen. Aber 1995 fand ich eine Region vor, die man nicht als Paradies bezeichnen konnte. Es hungerte niemand, aber von irgendeiner Form des Wohlstandes war man weit entfernt.

Militärs gab es 1995 noch, aber man sah sie nicht. Sie hatten auch nicht viel zu tun. Es war ja Frieden, es war Friede, Freude, Eierkuchen. Jelzin hatte den Amerikanern alle russischen Türen geöffnet, sogar zu den heiligsten Heiligtümern, wie Putin es vor einigen Monaten formuliert hatte. Den Militärs ging es schlecht und eigentlich diente wohl schon keiner mehr. Bei den Fahrten durch die 15.000 Quadratkilometer große Region sah man viele leere Militärobjekte. Deren Gebäude wurden durch die Einheimischen in selbstloser Arbeit demontiert und die Steine – häufig historische deutsche Ziegelsteine, für ´nen Appel und ´nen Ei verhökert.

2012, als meine Informationsagentur anfing zu arbeiten, hatte ich mal ein paar Zahlen zum noch verbliebenen Militär zusammengetragen – sofern die Sammlung dieser Zahlen legal war. Ich kam auf eine Anzahl von 14.000 Mann, der größte Teil davon Grenztruppen, die ja eigentlich nicht zur Armee gehören. Bei einem Besuch in Baltisk sah ich Schiffe der Flotte, die ich doch lieber nicht gesehen hätte. Einem ehemaligen Militär treten bei manchen Anblicken doch schon mal die Tränen in die Augen.

Ich kam zu der Überzeugung, dass Kaliningrad eigentlich entmilitarisiert ist. Auch die Militärs, die in meinem Bekanntenkreis waren, strahlten keinen Optimismus aus und warteten eigentlich nur darauf, ein besseres Angebot zu bekommen, als in der Armee zu dienen. Aus der Armee auszuscheiden, war damals überhaupt kein Problem.

Aber dann passierte irgendetwas über Nacht, unbemerkt, mit der russischen Armee. Nun, in Kaliningrad passierte mit der Ostseeflotte dieses gewisse „Etwas“ etwas später … ich glaube es war im Jahre 2015, aber immerhin.

Im Jahre 2014 passierte aber auch die Ukraine und die Krim. Und Russland erkannte endlich, dass Kaliningrad wohl doch wichtig ist – vor allem in militärischer Hinsicht. Und man begann Kaliningrad zu einem modernen Standort aufzubauen. Die Flotte wird erneuert, die beiden wichtigsten Militärflugplätze wurden und werden rekonstruiert (einer davon ist jetzt schon moderner als der Airport Chrabrowo), ein weiterer Airport auf Baltiskaja Kosa soll eingerichtet werden, das 16. Armeecorps wurde geschaffen, Iskander und andere Raketensysteme wurden in Kaliningrad stationiert. Jetzt sollen die ehemaligen sowjetischen Atomlager rekonstruiert worden sein – Kartoffeln und Kohl wird man dort bestimmt nicht lagern. Und es gibt allerhand Gerüchte, was sich noch so alles im Kaliningrader Gebiet militärisch tun wird.

Und so ist aus einem fast entmilitarisierten Kaliningrad ein Messer am Hals der NATO geworden – ich glaube, dass hatte ich wohl schonmal gesagt.

Und somit ist klar, dass im Fall eines Falles – und dieser scheint immer wahrscheinlicher zu werden, der erste Schlag eines möglichen Gegners … ach Quatsch, reden wir doch Klartext, also der Erstschlag der USA, sich gegen Kaliningrad richten wird. Vermutlich reicht eine, vielleicht zwei Atomraketen aus, um aus diesen 15.000 Quadratkilometern einfach nur verbrannte Erde zu machen. Es wird nichts übrigbleiben. Und die dort lebenden eine Million Menschen werden, nach den Worten von Putin, zu Märtyrern und wir …, ja, ich auch, kommen alle in den Himmel.

Sarkastisch könnte man fragen: „Alle?“. Naja, wenn es den Diplomaten der NATO-Länder gelingt, rechtzeitig das Gebiet zu verlassen …

Steht die Frage, was mit den Menschen passiert, die in Polen leben, in Litauen, Lettland und Estland und natürlich in Weißrussland. Denn diese Länder werden ja vermutlich auch mit ein wenig Atomstaub berieselt und ein wenig verstrahlt. Vermutlich wird auch Deutschland ein paar Strahlen abbekommen.

Wieviel Strahlen weiß ich nicht, aber auf alle Fälle mehr als damals, als Tschernobyl explodierte. Das war ja keine Atombombe, das war ja nur ein Atomkraftwerk. Und damals reagierten die (West)Deutschen schon panisch.

Aber Putin hatte ja davon gesprochen, dass die anderen einfach krepieren werden. Naja, man muss sich ja nur daran erinnern, wie es den Japanern ergangen ist, die in Hiroshima und Nagasaki den Atombombenabwurf der Amerikaner (… war das eigentlich ein Erstschlag und war dieser Abwurf militärisch eigentlich erforderlich?) überlebt haben. Die sind noch Jahrzehnte danach krepiert – nein, sie sind nicht gestorben, sie sind elendiglich zugrunde gegangen. Und so wird es denen gehen, die rings um das „strahlende Kaliningrad“ leben.

Und Putin hatte doch auch noch etwas gesagt von einem Gegenschlag. Das hatte ich ganz vergessen. Denn, während die amerikanischen Raketen schon zwei Drittel der Strecke bis Kaliningrad zurückgelegt haben, werden die russischen Raketen starten. Ein Teil dieser Raketen, werden die amerikanischen Abwehrsysteme mit Sicherheit vom Himmel holen, aber nicht alle. Und die „nicht alle“ fallen in ihr Ziel: Polen, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien … ach, fast hätte ich Großbritannien vergessen.

Also, ich weiß nun, dass ich als Märtyrer in das Paradies komme. Und alle anderen, die in den Ländern der NATO leben, brauchen sich um ihre nächste Urlaubsplanung keine Gedanken mehr zu machen – sie befinden sich auf der Reise in die Hölle.

Gott möge mir Ungläubigen meinen Sarkasmus verzeihen.

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Kaliningrad, Militär, Nato, Präsident, USA

   Kommentare ( 2 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 23. Oktober 2018 20:27:47

"Steht die Frage, was mit den Menschen passiert, die in Polen leben, in Litauen, Lettland und Estland und natürlich in Weißrussland. "
Da die US-Amerikaner ja stets die Guten waren und sind, so haben wir es doch nach 1990 gelernt, haben die ja ihre Atomsprengköpfe so menschenfreundlich für ihre Partner entwickelt, daß die atomaren Kräfte an der Kalinigrader Grenze halt machen. Oder etwa nicht? Als ehemaligen Militär müßte Ihnen das doch aber geläufig sein, oder ????.
Außerdem haben Sie vergessen zu erwähnen, daß bei dem auf jeden Fall erfolgenden Gegenschlag durch die russischen Raketen aber auf keinen Fall die US- amerikanischen Zentren vergessen werden. Der bisherige Schutzmechanismus zweier großer Ozeane ist wohl in diesem Falle nicht mehr vorhanden.
Da wird wohl der US-Präsident sich überlegen können, ob er sich gleich die Kugel gibt, noch im Bunker, oder sich so langsam zu Tode verstrahlen läßt. So die japanische Variante.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 23. Oktober 2018 20:43:29

... ich habe die USA bewusst nicht erwähnt. Ich wollte mich nur auf Kaliningrad und Europa konzentrieren. Dass die strategischen Atom-U-Boote Russlands, die vor der US-Küste liegen, sicher rechtzeitig bescheid bekommen, was sie zu tun haben - davon gehe ich mal aus.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 24. Oktober 2018 00:49:27

"Ich wollte mich nur auf Kaliningrad und Europa konzentrieren."
Das ist aber genau das, was die Yankees am allerwenigsten interessiert, in welchem Zustand sie mit welchen Verlusten, auch an eigenen, sie Europa verlassen. Hauptsache, der Erzfeind ist geschlagen.
Nun kann man sich der anderen, der gelben Gefahr mit den Schlitzaugen zuwenden und denen noch ein schrecklicheres Ende androhen.
Wichtig ist nur eins, Nordamerika darf nicht zerstört werden. Diese Herrschaften wissen ganz genau, daß ein einziger Treffer des Staatsgebietes der USA durch eine Atomrakete mit deren Folgen diese von sich so selbst überzeugten US-Amerikaner vollkommen aus der Bahn werfen würden. Denken Sie an den 11. 09.
Da waren es nicht einmal 3000 Tote. Wie regieren diese Leute bei 300.000 Toten. Und das - auf einmal - mit Trümmern, Stromausfall, kein Wasser, kein Benzin. Plünderungen. Und es wird garantiert nicht nur eine Rakete mit x Sprengköpfen treffen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 24. Oktober 2018 07:47:01

... natürlich wir ein zukünftiger Krieg auch das Gebiet der USA nicht verschonen. Und wenn die Amerikaner den Krieg wirklich mal am eigenen Leibe verspüren, dann wird sich vielleicht zur eigenen Aggressivität vielleicht eine andere Einstellung herausbilden.

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