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Schwierige Gespräche und symbolische Geschenke

So, 30 Dez 2018 ... mit deutschem Akzent


Schwierige Gespräche und symbolische Geschenke
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Wenn man sich trifft, ist es häufig so, dass der Eingeladene ein Geschenk mitbringt. Häufig sind es belanglose Geschenke, vielleicht eine Flasche Wodka. Aber wenn jemand jemanden vier Säcke Kartoffeln schenkt, dann regt das doch zum Nachdenken an.

Es geht natürlich hier nicht um irgendein Treffen, um irgendeine Einladung, um irgendwelche Leute. Es geht um den weißrussischen Präsidenten Lukaschenko, der von Wladimir Putin, dem russischen Präsidenten, innerhalb weniger Tage zweimal eingeladen worden ist.

Im Vorfeld der ersten Einladung gab es doch recht lautstarke Äußerungen der weißrussischen Seite, die, kurz zusammengefasst darin gipfelten, dass Weißrussland nicht um die Aufnahme in den Bestand der Russischen Föderation bitten wird.

Über das erste Gespräch am 25. Dezember wurde berichtet. Einige der Berichte habe ich gelesen, aber trotzdem nicht verstanden, um was es denn nun eigentlich ging und welche Vereinbarungen es gab.

Dann tauchte sehr schnell die Information auf, dass es ein zweites Treffen mit Lukaschenko geben wird. Wieder reiste der weißrussische Präsident am 29. Dezember nach Moskau. Putin freute sich, ihn so schnell wieder zu sehen und meinte: „Es ist nun schon unser zweites Treffen in dieser Woche – wenn auch ohne Fanatismus.“

„Hoffentlich bin ich Ihnen nicht schon überdrüssig geworden“, - fragte scherzhaft Lukaschenko zurück.

Natürlich ist Lukaschenko ohne Enthusiasmus nach Moskau gekommen. Es wird schon alles richtig kommentiert: Weißrussland ist in einer ausweglosen Situation und man versucht zu retten, was zu retten ist. Man braucht Geld, wenn die weißrussische Wirtschaft weiter funktionieren soll und im Jahre 2020 stehen Wahlen in Weißrussland an. Keine Ahnung, wie diese ausgehen, wenn die Wirtschaft in Weißrussland nicht funktioniert.

Und deshalb gibt es auch Gerüchte, dass die Wahlen vorgezogen werden könnten, auf den Herbst 2019, wo die Volksseele in Weißrussland vielleicht noch nicht so sehr erbost ist.

Putin selber versuchte wohl die Bedeutung der Gespräche herunterzuschrauben und meinte, dass man einfach nur einen Uhrenvergleich machen wolle. Aber es war wohl auch für Taube zu verstehen, dass, wenn Weißrussland sich nicht an der Umsetzung des Bündnisvertrages aus dem Jahre 1999 aktiv beteilige, wohl die Uhren in beiden Ländern anders ticken werden.

Lukaschenko beeilte sich Putin zu informieren, dass die Schaffung einer Arbeitsgruppe zur Umsetzung des genannten Vertrages, so wie am 25. Dezember während des ersten Treffens vereinbart, bereits erfolgt ist.

Ob diese Gruppe dann auch wirklich arbeitet, bleibt abzuwarten, denn 20 Jahre hat niemand gearbeitet, warum jetzt? Aber wenn die Gruppe nicht arbeitet und keine Resultate zur Schaffung eines Bündnisstaates bringt … tja, dann werden uns interessante Zeiten bevorstehen – was die innenpolitische Entwicklung in Weißrussland betrifft. Vorsichtshalber hat auch Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten schon mal vor übertriebenen Erwartungen gewarnt.

Im Ergebnis des zweiten Treffens gab es keine Pressekonferenz und den Journalisten teilte man mit, dass, wenn es etwas mitzuteilen gäbe, man es mitteilen würde. Man hat nichts mitgeteilt.

Bekannt wurde aber, dass Lukaschenko seinem russischen Kollegen Putin ein Gastgeschenk mitgebracht hatte: Vier Säcke Kartoffeln. Es war ein Weihnachtsgeschenk oder auch Neujahrsgeschenk. Und natürlich haben derartige Geschenke immer eine symbolische Bedeutung.

Es gab mal ein Treffen vor einiger Zeit, wo Lukaschenko Putin gefragt hatte, was dieser denn noch so von Weißrussland benötige. Putin soll kurz nachgedacht und gesagt haben: „Tja, was brauchen wir wohl aus Weißrussland? Naja, vielleicht Kartoffeln und Speck?“. Beim nächsten Treffen hat Lukaschenko den Speck mitgebracht und jetzt die Kartoffeln – übrigens vier verschiedene Sorten.

Vielleicht meinte Lukaschenko, dass es in Russland nicht genügend zu Essen gäbe? Oder aber Putin meinte, das Russland Weißrussland als große Landwirtschaft wertschätze – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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Russland, Weissrussland

   Kommentare ( 4 )

Frank Werner Veröffentlicht: 30. Dezember 2018 16:09:43

@UEN
"... Wahlen in Weißrussland an. Keine Ahnung, wie diese ausgehen ... "
Immer diese Scherzfragen ... ;-)

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 30. Dezember 2018 16:50:11

... gelle!?

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 31. Dezember 2018 04:07:11

Da hat wohl ein Lukaschenko zu Hause erfahren, daß er sich großmäulig wie ein Depp benommen hat und nun erst einmal testete, wie schief der Haussegen hängt.
Meiner Ansicht nach haben die Weißrussen nur wenige Varianten aus diesem Dilemma heraus zu kommen. Wenden sie sich nach Westen, wissen sie nach kurzer Zeit, daß sie die sogenannte Arschkarte gezogen haben.
Denen wird Wolf, der Kreide gefressen hat, alles ganz Schöne versprechen und es genauso halten, wie bei uns nach den Wahlen. Nur, daß es einem Großteil der Weißrussen ganz elend geht. Die sind bettelarm. Zum anderen werden sie ohne es zu wollen zu einem Ziel der russischen militärischen abwehr, weil die Nato in rasender Eile dort Angriffswaffen in Stellung bringen wird - natürlich nur, um Rußland vor einem Überfall auf Weißrußland - abzuschrecken.
Der Lukaschenko kommt bald noch einmal mit Verbesserungsvorschlägen. Sonst könnte es zum Bürgerkrieg kommen, entsprechend dem Natowillen, um eingreifen zu können..

Frank Werner Veröffentlicht: 31. Dezember 2018 10:11:37

@Radeberger
Da haben Sie natülich völlig Recht. Die BW poliert schon ihre 300 Panzer, tanken die 4 einsatzbereiten Kampfflieger (Hubschrauber nehmen wir die vom ADAC) und die Motoren der klimatisierten Busse für die kämpfende Truppe laufen auch schon warm. Wir haben ja auch Glück, das Weißrussland nicht an der Ostsee liegt, da alle 6 U-Boote nicht einsatzbereit sind. Und beeilen müssen wir uns auch. Wenn erst alles auf E-Antrieb umgestellt ist, ist ja spätestens an der weißrussischen Grenze Schluß, weil die Ladestationen fehlen. Und der TÜV läuft auch bald aus. Also alles schnell in Marsch setzen ...

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 31. Dezember 2018 11:05:20

... bewundernswert ist aber, dass die Bundeswehr immer noch den Schutz der Bundesrepublik Deutschland bei vielen Auslandseinsätzen gewährleistet. Sind die da mit Spaten und Schaufel unterwegs? Und böse, ganz böse Zungen behaupten, dass Auslandseinsätze (egal von wem sie durchgeführt werden), immer dazu dienen, das Personal und die Technik unter Realbedingungen auszubilden und zu testen ... Also, Russland macht das z.B. so in Syrien, die USA machen das auch so in der Welt. Nur Deutschland ist natürlich rein humanitär in der Welt mit nicht einsatzbereiter Technik unterwegs - bewundernswert.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 1. Januar 2019 04:09:32

" Frank Werner
Veröffentlicht: 31. Dezember 2018 10:11:37

@Radeberger
Da haben Sie natülich völlig Recht. Die BW poliert schon ihre 300 Panzer, ... "

Um Ihren Worten noch ein bischen Nachdruck zu verleihen habe ich mal einen fremden Text, der hierzu eigentlich ganz gut paßt, übernommen:
"Die Bundeswehr übernimmt am Dienstag die Führung der „Very High Readiness Joint Task Force“ (VJTF; deutsch: Einsatzgruppe mit sehr hoher Einsatzbereitschaft) der Nato. Aus rund 8000 Soldaten bestehen nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin die Landstreitkräfte der sogenannten Nato-Speerspitze — davon stellt die Bundeswehr rund 4000 Kräfte. 1000 Soldaten anderer Organisationsbereiche sollen hinzukommen. Weitere Soldaten werden von Ländern wie Frankreich, Niederlande und Norwegen gestellt. .
Den deutschen Leitverband der VJTF soll die Panzerlehrbrigade 9 aus Münster in Niedersachsen bilden."
Gesundes & Erfolgreiches Neues Jahr

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 1. Januar 2019 09:36:05

... ich möchte gerne ergänzen: Meldungen über "Nichteinsatzbereitschaft", über schlechten Zustand der Technik", über die hohe Überlegenheit des Gegners, führen doch zwangsläufig zu dem Schluss: Wir müssen nachrüsten, wir müssen modernisieren - wir brauchen also mehr Geld für die Rüstung (sprich Rüstungsindustrie). Unter genau diesem Aspekt betrachte ich immer alle Meldungen über den angeblich schlechten Zustand der Bundeswehr.

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