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Strategische Planungen deutscher Diplomaten in Kaliningrad für Eurovision 2017

Sa, 15 Apr 2017 ... mit deutschem Akzent


Strategische Planungen deutscher Diplomaten in Kaliningrad für Eurovision 2017

Im Mai vergangenen Jahres vermuteten wir in Kaliningrad die Existenz einer nicht offiziellen NATO-Vertretung. Heute wissen wir, dass die NATO nicht in, sondern vor Kaliningrad anwesend ist. Aber wir wissen auch, dass sich bereits im Jahre 2014 Personen in Kaliningrad aufgehalten haben, die diplomatisch strategische Vorschläge für den Kampf gegen die russische Kultur der NATO unterbreiteten.  

Ja, ich weiß, dass einige Leser nun wieder die Stirn runzeln und sagen: „… schon wieder dieser Lissner aus Kaliningrad. Wann gibt der Niemeier endlich Ruhe?“ Nun, der Niemeier wird solange keine Ruhe zur „Affäre Lissner“ geben, bis nicht die negativen Folgen, die die Arbeit dieses deutschen Un-Diplomaten in Kaliningrad hatten, durch kluge und vernünftige Arbeit besserer Deutscher, kompensiert worden sind und Deutschland und Russland wieder zu einem vernünftigen Miteinander gefunden haben.

Am 30. Mai 2016 veröffentlichten wir einen Artikel auf unserem Portal:

Der Artikel war mit Zweifeln geschrieben, denn es ging um ein aufgefundenes zerknittertes Dokument, welches in irgendeinem ukrainischen Papierkorb gefunden worden sein soll und welches von einem „Lissner“ (ohne handschriftliche Unterschrift) geschrieben wurde, adressiert an die NATO in Brüssel.


Screenshot: Aufgefundener Brief aus dem Deutschen Generalkonsulat Donezk an Info-bruessel nato vom Verfasser Lissner

In diesem Brief aus dem Jahre 2014, getippt kurz nach den Ereignissen auf der Krim, werden durch diesen „Lissner“ dem Empfänger des Briefes Vorschläge unterbreitet, wie man doch am besten die bösen, aggressiven Russen für ihr Verhalten bestrafen könnte. Zu diesem Zeitpunkt (Datum des Briefes) befand sich ein deutscher Diplomat Daniel Lissner, damals Kulturattaché im deutschen Generalkonsulat Kaliningrad, auf „Dienstreise“ im Donbass und sollte von dort vor Ort über die Realitäten berichten – also nicht unserer Informationsagentur, sondern anderen Auftraggebern. Ob eben dieser „Lissner“ berichtete oder irgendein anderer „Lissner“ – ich kann es nicht beweisen, aber in diesem zerknitterten Brief an die NATO findet sich ein interessanter und jetzt wieder aktueller Absatz:

 

Aktuell ist dieses Knitterblatt deshalb, weil man anscheinend den Empfehlungen dieses „Lissner“ gefolgt ist. Er hatte empfohlen, Russland die Teilnahme an der „Eurovision“ zu verwehren. Diese Empfehlung erfolgte am 3. Mai 2014. Nun fand die Eurovision 2014 vom 6.-10. Mai 2014 statt. Klar, dass man so kurzfristig nicht mehr reagieren konnte. Aber man konnte im Jahre 2015 reagieren und wie allgemein bekannt, gewann die Ukraine die „Eurovision 2016“ und der russische Teilnehmer, der allgemein als Favorit galt, landete noch nicht mal auf Platz 2, sondern – ich sage es mal so – sicherheitshalber auf Platz 3, damit er bei möglichen Korrekturen des Ergebnisses nicht doch noch zum Sieger erklärt würde. Damit war klar, dass die Ukraine nach den internationalen Regeln das nächste Ausrichterland sein würde. Damit waren auch die besten Voraussetzungen geschaffen, um sich etwas einfallen zu lassen, dass Russland an dem Wettbewerb im Jahre 2017 nicht teilnimmt. Rein personell waren die westlichen Voraussetzungen gut, denn Daniel Lissner, der sich in Kaliningrad offiziell mit Kultur beschäftigt hatte, wurde nach seiner Hetzrede gegen Russland im August 2014, im jetzt geschlossenen Deutsch-Russischen-Haus, nach Kiew strafversetzt, wo er noch heute seine Strafe setzt. Ob er nun wirklich mit den jetzigen Ereignissen etwas zu tun hat oder nicht, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber fest steht, dass das, was in diesem Knitterpapier vom 3. Mai 2014 mit strategischer Planungsweitsicht von einem „Lissner“ geschrieben und empfohlen wurde, nun Realität ist.

Realität ist, dass Russland nicht an der „Eurovision 2017“ teilnimmt. Russland hat die Teilnahme am Donnerstag abgesagt, weil Kiew die russische Sängerin nicht in die Ukraine einreisen lässt. Grund hierfür ist, dass sie im Jahre 2015 auf die Krim gereist ist und dafür keinen Grenzübergang der Ukraine genutzt hat.

Nun haben sich die Verantwortlichen der „Eurovision“ intensiv bemüht – so sagen sie zumindest – dieses Einreiseverbot für die Zeitdauer der „Eurovision 2017“ aufheben zu lassen, aber es ist ihnen nicht gelungen und in den diversen Erklärungen seit Donnerstag, vergießt man einige Eurovisions-Tränen und bedauert alles zutiefst. Und nachdem Russland am Donnerstag auch endgültig entschieden hat, keine Übertragung der „Eurovision“  vorzunehmen, kommentierte der deutsche Koordinator von „Eurovision“ und Verantwortliche der ARD für die Übertragung der Veranstaltung Thomas Schreiber:

Also, die hinterhältigen Russen haben extra eine mobilitätseingeschränkte Sängerin gesucht, die die ukrainischen Gesetze verletzt hat, haben diese in die Gruppe der russischen Kandidaten für „Eurovision 2017“ eingeschmuggelt, dann organisiert, dass alle Russen im nationalen Vorausscheid diese Sängerin wählen (vermutlich hat Russland auch noch Einfluss auf die russische Abstimmung genommen), damit diese dann von der Ukraine ein Einreiseverbot erhält, damit Russland vor der ganzen Welt jammern kann und die Ukraine wieder in ein schlechtes Licht gerückt wird – aha, Herr Schreiber – meinten Sie das so?

Das Russland auch kein Kind von Traurigkeit ist und sich natürlich bestimmte Handlungen des Westens „anmerken“ lässt, haben wir ja bereits im Jahre 2014 gesehen, wo der Westen Sanktionen verhängt hat und Russland im August 2014 entschieden hat, zukünftig auf polnische Äpfel und überhaupt auf EU-Lebensmittel zu verzichten. Russland (Sowjetunion) ist seit 100 Jahren trainiert, westliche Handlungsweisen zur Kenntnis zu nehmen und zu reagieren – manchmal mehr, manchmal weniger klug. Und nehmen wir einmal an, dass diese ganze „Eurovision-2017-Aktion“ von russischen PR-Strategen (und natürlich von Putin) klug eingefädelt worden ist, so steht für mich die Frage, warum der Westen die Ukraine nicht noch klüger beraten hat – immerhin ist doch der Westen der Polit,- Kultur,- Militär-, Finanz- und sonstige Berater der Ukraine? Oder war selbst die Ukraine nicht davon überzeugt, dass die Russen hier einen PR-Gag organisiert hatten? Oder hören eventuell die Ukrainer nicht auf den Westen und dessen Empfehlungen und wollen nur das Geld und sonst nichts weiter von der EU?

Also, der Russe ist ja nun schon seit 100 Jahren am ganzen Elend dieser Welt schuld. Seit 2014 ist der Russe noch viel schuldiger und seit den Ereignissen in Syrien wächst die Schuld der Russen schon ins kosmisch Unermessliche. Nun wollen wir nur hoffen, dass während der „Eurovision 2017“ in Kiew nicht der Strom ausfällt. Bei der Suche nach den dafür Verantwortlichen wird man bestimmt schnell auf die Russen kommen – bestimmt schon fünf Minuten bevor der Strom überhaupt ausgefallen ist. Und an dem jetzigen Chaos in Vorbereitung der Kulturveranstaltung sind natürlich auch die Russen schuld – wer sonst?

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Außenpolitik, Diplomaten, Europäische Union, Kultur

   Kommentare ( 5 )

boromeus Veröffentlicht: 14. April 2017 20:21:33

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man ja fast darüber lachen.Egal welche noch so stichhaltigen Gegenbeweise erbracht werden,Schuld ist immer "der Russe".Wie erst kürzlich beim Vorfall in Syrien.Wem das nutzt ist klar und wir werden sehr bald erleben ,wohin das führen wird.Unsere
Usrael Marionetten in Berlin können ja nichts anderes ,als ins gleiche Horn tuten ,weil Ar... in der Hose heute nicht mehr gefragt ist.Wie sagte Joseph der Schreckliche."Eine Lüge muss nur unwahrscheinlich genug sein und man muss den Menschen sie solange vorbeten, bis sie Wahrheit wird.Die Menschen werden es glauben."In diesem Sinne ist klar wer Schuld ist....oder?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 14. April 2017 20:27:28

... die Schweizer natürlich!

.g Radeberger Veröffentlicht: 14. April 2017 21:32:23

Es ist ja alles so maßlos traurig. Aber irgendwie kriegen diese Strategen im Westen es nicht so hin, daß es mal wie aus einem Guß aussieht. Es ist irgendwie immer stümperhaft. Diese Leute können es einfach nicht, eine Sache zu Ende zu denken. Das natürlich gut so.
Das die Organisatoren dieses Euro Song ... sich nicht an die eigenen Regeln halten, hat doch der "Sieg" der ukrainischen Sängerin letztes Jahr gezeigt. Soweit ich informiert bin, sollen nur - unpolitische - Texte zur Aufführung kommen. Also hätte die Ukrainerin dieses Lied gar nicht singen und wahrscheinlich damit auch nicht gewinnen können.
Bei diesem ganzen diesjährigen Hickhack wäre es doch angemessen gewesen, der Ukraine klar zu machen, entweder, ihr haltet euch an die Regeln, daß alle gleichberechtigt teilnehmen können - oder - die Austragung wird woanders stattfinden. Aber dann hätte es nicht mehr Rußland getroffen und die Inintiatoren der Geschichte hätten das Ziel verfehlt.

Gerald Hübner Veröffentlicht: 15. April 2017 08:36:41

weiß nicht wirklich, was daran so traurig ist, außer dass die russische Sängerin nicht hinfahren darf, wo sie hinfahren will. Habe schon seit Jahren auf dieses Ereignis verzichtet, die Ösis haben den Piefkes schon lange nicht mehr viel Punkte gegeben, ganz unpolitisch. Das die Polen ihre Äpfel alleine essen können, mit den vielen Vitaminen, ist doch gut. Dass die russische Landwirtschaft sich nunmehr besser entwickelt , wie früher das dortige Flugwesen - wenn man Manfred Krug und Michael Soschtschenko glaubt - , ist doch auch nicht verkehrt.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 15. April 2017 08:45:49

... ja, ja, ... das Flugwesen, Genossen Bauern, es entwickelt sich ... eben so, wie die Ereignisse um die Eurovision.

.g Radeberger Veröffentlicht: 15. April 2017 16:46:10

"Gerald Hübner
Veröffentlicht: 15. April 2017 08:36:41

weiß nicht wirklich, was daran so traurig ist,"

Es war sarkastisch gemeint. Auch die nächsten Sätze.

.g Radeberger Veröffentlicht: 15. April 2017 18:49:45

In den Jahren nach der Eingliederung des kleinen in das große Deutschland habe ich so manches Buch der ehemaligen Bösen gelesen, die über ihre Arbeit und einiges andere berichtet haben. Ich habe mir auch jetzt Ihren Bericht von Mai 2016 durchgelesen.
Man kann stark vermuten, daß die Arbeit Lissners als Kulturmops des Generalkonsulats in Kaliningrad die Legende war. In Wirklichkeit bezog er aber sein Salär in Pullach. Uwe, Ihre Zuarbeit im Dezember 2013 war doch in die Natoplanung schon mit einbezogen. Ganz offensichtlich war an die "Ereignisse" in der Ukraine, die ja bereits seit Jahren dort für die Angliederung der Ukraine an die Nato und die EU, war auch ein Punkt, was wird mit dem gefährlichen Brückenkopf Kaliningrad im Zuge der beabsichtigten Destabilisierung Rußlands. Das waren doch keine westlichen Reaktionen auf - ach herje, was passiert denn da in der Ukraine. Das war alles bereits durchgespielt - aber nicht bis zu Ende. Man sah sich schon als Sieger - auch auf der Krim.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 15. April 2017 19:51:59

... tja, und mit solchen Leuten habe ich so manches Glas Wein getrunken und geschwatzt ... immer in der Annahme, es mit einem Kulturmenschen zu tun zu haben.

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