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Umbenennung Deutsch-Russisches Haus in Kaliningrad – Ende der Affäre Lissner?

Fr, 30 Sep 2016 ... mit deutschem Akzent


Umbenennung Deutsch-Russisches Haus in Kaliningrad – Ende der Affäre Lissner?

Die föderale Informationsagentur „REGNUM“ informierte am Donnerstag über eine Reorganisation im Deutsch-Russischen Haus in Kaliningrad. Es heißt nun „Russisch-Deutsches Haus – allerdings mit Nuancen. Vielleicht bedeutet dies einen wesentlichen Schritt in der Beendigung der Affäre Lissner.

Bis vor wenigen Wochen stand die Frage, ob dem Deutsch-Russischen Haus in Kaliningrad der Status „Ausländischer Agent“ zugeordnet wird. Ausgangspunkt hierfür waren Untersuchungen des russischen Justizministeriums im Rahmen der sogenannten „Affäre Lissner“. Der deutsche Diplomat Daniel Lissner, bis Ende 2014 Vizekonsul für Kultur im deutschen Generalkonsulat, trat im August 2014 mit einer antirussischen Hass-Rede im Deutsch-Russischen Haus auf und verletzte damit den unpolitischen Status des Hauses. Zwei Jahre zogen sich die Untersuchungen hin und es kam eine ganze Reihe von Dingen zutage, die nicht den Interessen und Ansichten des russischen Staates entsprachen. Anscheinend kam es dann Mitte 2016 zu einem Gespräch „hinter den Kulissen“, denn das Deutsch-Russische Haus zog seine Klage gegen die Entscheidungen des russischen Justizministeriums zurück. Im Gegenzug verzichtete dann das russische Justizministerium auf den Status „Ausländischer Agent“ für das Deutsch-Russische Haus, verlangte aber eine Reorganisation der Arbeit der Kultureinrichtung.

Die Reorganisation wurde erstmal durch die Änderung des Eingangsschildes öffentlich deutlich:

Ganz abgeschlossen ist die Reorganisation anscheinend noch nicht, denn während „… mit russischem akzent“ alles richtig geschrieben ist, also der Akzent auf „Russisch-Deutsch“ gesetzt ist, nennt sich das Haus „… mit deutschem akzent“ immer noch „Deutsch-Russisches Haus. Aber die Anfertigung einer „neuen, neuen“ Tafel ist sicher nur eine Frage der Zeit. Gehen wir einfach davon aus, dass man die korrigierte Tafel bis zum kommenden Montag anbringen wird, denn an diesem Tag hat der deutsche Generalkonsul Dr. Michael Banzhaf zu den Feierlichkeiten des Tages der deutschen Einheit traditionell in diese gastliche Kulturstätte eingeladen. Kenner der deutschen und russischen Sprache könnten irritiert sein zu den unterschiedlichen Prioritäten – rein sprachlich.

Der Präsident des Russisch-Deutschen Hauses und Leiter der Gesellschaft „Eintracht“ Viktor Hoffmann erklärte gegenüber REGNUM, dass sich die Bezeichnung des Hauses deshalb geändert hat, weil die deutsche Seite aus dem Bestand der Begründer ausgeschieden ist. Die deutsche Seite war der „Fond Königsberg“, dessen Leiter Otto von der Gröben im Jahre 2013 verstorben ist. Der Fond selber wurde bereits ein Jahr zuvor aufgelöst. Somit sind im Bestand der Gründer des Hauses nur noch die Gesellschaft „Eintracht“ und die regionale nationalkulturelle Autonomie der Deutschen des Kaliningrader Gebietes unter Leitung von Walter Leitner verblieben.

Durch das Russisch-Deutsche Haus wurden die Gründungsstatuten überarbeitet. Es handelt sich nun nicht mehr um eine „Nichtkommerzielle Organisation“ sondern um ein „kulturelles Bildungszentrum“.

Wie „REGNUM“ weiter mitteilt, fand eine Beratung von Vertretern der Russlanddeutschen in Russland unter Leitung von Heinrich Martens, einer Vertrauensperson des russischen Präsidenten Putin, statt. Die Teilnehmer der Beratung zeigten sich einverstanden, dass die Kaliningrader Einrichtung ihre Arbeit im neuen Format fortsetzt.

... ach, und ehe ich es vergesse! Das Internetportal des Russisch-Deutschen Hauses muss nun natürlich auch neu programmiert werden.
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Deutsch-Russisches Haus

   Kommentare ( 2 )

boromeus Veröffentlicht: 29. September 2016 21:17:15

Eine Kultur- und Begegnungsstätte in dem sich Menschen treffen und einander Dinge wie Sprachen,Bräuche ,Musik und Tanz friedlich miteinander austauschen.Damit zur Völkerverständigung beitragen,ist ein vortrefflich Ding.Wir Deutsche sind und bleiben Gäste in Kaliningrad in Russland. Wir sollten niemals vergessen,dass wir dort nur geduldet werden.Wer Gastgeber durch defätistische Reden defamiert und in seinen Grundfesten beleidigt,wie hier geschehen, muss sich nicht wundern, wenn Türen sich schliessen..Hier wurde das Gastrecht mit Füssen getreten.Ich habe mir vor Jahren einen sehr schönen Lehrsatz angehört, der es auf den Punkt bringt."Wir Deutsche dürfen hier vieles tun.Nur eines nicht :Uns hier hinstellen und das russische Volk belehren wollen, wie sie hier wie oder was zu tun oder zu lassen haben"....Dem ist nichts mehr hinzuzufügen...

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 3. Oktober 2016 19:23:17

"Wir Deutsche dürfen hier vieles tun.Nur eines nicht :Uns hier hinstellen und das russische Volk belehren wollen, wie sie hier wie oder was zu tun oder zu lassen haben"....Dem ist nichts mehr hinzuzufügen..."
Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Das gilt aber nicht nur für die Deutschen, sondern eigentlich für alle selbsternannten Belehrer und Bedroher, die da arroganterweise meinen, sich das erlauben zu dürfen.

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