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US-Medien versuchen deutsch-russisches Verhältnis schön zu reden

Di, 05 Jun 2018 ... mit deutschem Akzent


US-Medien versuchen deutsch-russisches Verhältnis schön zu reden

Die „National Interest“ glaubt zu wissen, dass Russland und Deutschland in eine neue Etappe der zwischenstaatlichen Beziehungen eingetreten sind. Ausgelöst wurde diese neue Etappe nicht durch den Putin-Blumenstrauß an Frau Merkel, vor wenigen Tagen, sondern schon vor zwei Jahren.

Das Austrocknen der diplomatischen Beziehungen Russlands zu Europa begann im Jahre 2014 und hing zusammen mit den Ereignissen rings um die Ukraine. Jetzt hat, wie es ausschaut, eine neue Etappe begonnen – meint die „National Interest“.

Und dieses sich verbessernde Verhältnis Russlands zu Europa hängt damit zusammen, dass sich das Verhältnis zwischen Russland und Deutschland in den letzten zwei Jahren verbessert hat. Als Beweis führt der Autor des Artikels an, dass seit dem Zeitpunkt, wo in Litauen ein Kontingent an NATO-Einheiten stationiert wurden ist, Deutschland die Rolle der „besten Hoffnungen“ für Russland eingenommen hat und im Rahmen der NATO vermitteln soll.

Alleine diese Überlegungen scheinen ein wenig absurd zu sein, denn zum NATO-Kontingent gehören auch deutsche Soldaten, die, ähnlich wie am 22. Juni 1941, an der russischen (damals sowjetischen) Grenze stehen. Wie man daraus ein sich verbesserndes Verhältnis zu Russland ableiten kann, wird sich sicher nicht jedem Leser erschließen.

Weiterhin gab es in den letzten zwei Jahren eine ganze Reihe von politischen Aktivitäten, die das Auseinanderdriften beider Staaten nicht nur nicht aufhielt, sondern eher noch beschleunigte. Und das schlechte Verhältnis zwischen beiden Staaten verlagerte sich auch von höchster Ebene auf Ebenen unterhalb der Föderalen.

Aber der Autor des Artikels führt als Beweis für seine These an, dass das beste Beispiel die Gasleitung „Nordstream-2“ ist, die von Deutschland vehement unterstützt wird, ungeachtet dessen, dass es eine ganze Reihe von Gegnern dieses Projektes gibt.

Wie man dieses eigennützige Handeln Deutschlands als „neue Politik im Verhältnis zu Russland“ sehen kann, erschließt sich auch nicht jedem Leser, denn jedem in Deutschland ist klar, dass die Ukraine als Transitland für Gas ein äußerst unsicherer Partner ist. Die letzten Jahre haben dies bewiesen. Und so hat Deutschland einfach nur mit beiden Händen zugegriffen, als Russland eine Alternative zur Ukraine bot, denn wer möchte schon im Winter im Kalten sitzen. Es sind also höchst eigennützige Interessen die Deutschland verfolgt und hat überhaupt nichts mit einer Verbesserung der Lage zwischen beiden Ländern zu tun. Deutschland denkt in dieser Frage einfach nur pragmatisch: Deutschland, Deutschland über alles (oder sagt man heute lieber „Deutschland first“?) – und danach erst die Ukraine.

Und dann führt der Autor ein weiteres Beispiel für die Verbesserung der Beziehungen an. So soll es seit Anfang 2018 eine Vielzahl von diplomatischen Kontakten gegeben haben, die nur getoppt werden von Frankreich und der Türkei. So haben im Mai im Verlaufe von neun Tagen drei russisch-deutsche Treffen stattgefunden und dies ist bestimmt kein Zeichen für schlechte Beziehungen – sagt der Autor von „National Interest“.

Vergessen hat wohl der Verfasser der Analyse der deutsch-russischen Beziehungen den Auftritt des deutschen Außenministers, dessen Äußerungen zum Thema Russland durch böswillig Eingestellte fast gewertet werden könnten wie historische Äußerungen: „… seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen“.

Uwe Niemeier

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Außenpolitik, Deutsches

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