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Volksbund Kriegsgräberfürsorge – Fürsorge oder Vorsorge im Ex-Ostpreußen?

Mo, 18 Dez 2017 ... mit deutschem Akzent


Volksbund Kriegsgräberfürsorge – Fürsorge oder Vorsorge im Ex-Ostpreußen?

Die Aufgabe des Volksbundes besteht darin, im Ausland befindliche Gräber deutscher Soldaten zu pflegen, sterbliche Überreste zu exhumieren, zu identifizieren und ihnen eine würdige letzte Ruhe zu schaffen. Seit Anfang der 90er Jahre ist die deutsche Organisation auch in Russland aktiv. In Kaliningrad unterhält man sogar eine Vertretung und es entsteht der Eindruck, als ob sich der Volksbund in Ex-Ostpreußen wie zu Hause fühlt.


Sie erinnern sich sicherlich an meinen Artikel, der am 11.12.2017 erschienen ist:

und an den Artikel vom 14. Dezember 2017:

Soweit mir bekannt, wurde im Jahre 2001 eine Vertretung des Volksbundes in Russland geschaffen. Kaliningrad erhielt eine eigene Vertretung. Deren Leiter ist Ruslan Rafitowitsch Hisamow  (Хисамов Руслан Рафитович), der auch gleichzeitig Leiter der gesellschaftlichen Organisation „Gewissen“ ist, einer angesehenen Organisation, die sich mit der Suche sterblicher Überreste von Soldaten im Kaliningrader Gebiet beschäftigt.

Im Verlaufe des Jahres hört man von der Arbeit des „Volksbundes“ wenig. Immer mal wieder tauchen Skandalinformationen auf, wenn bei Bauarbeiten sterbliche Überreste gefunden werden und die russischen Baufirmen mit diesen, trotz bestehender strenger Gesetzgebung und vertraglicher Vereinbarungen mit der Kaliningrader Stadtverwaltung, respektlos und unmenschlich umgehen. Hier stehen solche Organisationen wie „Gewissen“ in ständiger Bereitschaft, sofort öffentlich aktiv zu werden – natürlich gemeinsam mit den Kaliningrader Medien, die sich ebenfalls dieses empfindlichen Themas sofort öffentlichkeitswirksam annehmen.

Jährlich wird der Gedenktag „Volkstrauertag“ in Kaliningrad wahrgenommen. Organisator von Kranzniederlegungen ist das deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad. Bis 2016 war der Ablauf des Gedenktages so organisiert, dass Vertreter des Generalkonsulats am Denkmal „1200 Gardisten“ einen Kranz niederlegten und gedenkende Worte sprachen. Danach begab man sich auf den Friedhof in der Newski-Straße, wo ebenfalls eine Kranzniederlegung, begleitet durch kirchliche Vertreter verschiedener Konfessionen, stattfand. In den vergangenen Jahren nahmen an diesen Gedenkveranstaltungen Vertreter des deutschen Militärattachès in Russland und des Volksbundes teil. Durch das Generalkonsulat wurden Einladungen an Deutsche versandt, an dieser Gedenkveranstaltung teilzunehmen.

Foto: Volkstrauertag in Kaliningrad im Jahre 2015
 
In diesem Jahr erhielt ich keine Einladung zu dieser Veranstaltung. Es findet sich auch keine Information auf der fehlerhaft programmierten Internetseite des deutschen Generalkonsulats zu diesem deutschen Gedenktag – hat er stattgefunden oder nicht, hat man der toten deutschen Soldaten gedacht, die für den Kaiser und für Führer, Volk und Vaterland das Wertvollste gaben was sie besaßen (ihr Leben) und die hier ihre letzte Ruhestätte fanden. Ich wandte mich am 08.12.2017 schriftlich an das Generalkonsulat und bat um Auskunft, insbesondere, weil ich auch auf der Internetseite der deutschen Botschaft in Moskau keine Presseinformation zum Volkstrauertag 2017 gefunden hatte.
 
 
Eine Antwort habe ich durch das Generalkonsulat nicht erhalten.
 
Dann habe ich weiter nach Informationen zur Arbeit des Volksbundes in Kaliningrad gesucht – natürlich erstmal im Internet. In deutscher Sprache findet man wenig und alle Informationen sind schon etwas älteren Datums. Und das, was informiert wird, hat oft sehr allgemeinen Charakter und widerspiegelt nicht die ganz konkrete, detaillierte (Projekt)Arbeit des Volksbundes, die in Kaliningrad geleistet wird. In russischer Sprache findet man schon etwas mehr Informationen. Diese beinhalten häufig, dass Vertreter des Volksbundes bei Sucharbeiten sterbliche Überreste von deutschen und sowjetischen Soldaten gefunden haben. Mein Informationsportal hatte eine der Meldungen aufgegriffen und informiert:
 
 
Also, wenn Sie mich fragen, so richtig zufriedengestellt haben mich die Informationen im Internet nicht, wenn wir mal von einigen ganz aktuellen Informationen der letzten Tage absehen, die für mich Anlass waren, mich mit der Arbeit des Volksbundes zu beschäftigen.
 
Um korrekt zu arbeiten und keine Fehler in der Argumentation zuzulassen, habe ich ein Arbeitsprinzip. Ich nehme mit allen Kontakt auf und bitte um ein Interview. Ich bevorzuge die Schriftform, denn, wie sagt ein deutsches Sprichwort: „Was du schwarz auf weiß hast, kannst du getrost nach Hause tragen.“
 
Und so habe ich mich zuerst an den Vertreter des Volksbundes in Kaliningrad Ruslan Rafitowitsch Hisamow  gewandt. Am 08.12.2017 fragte ich ihn schriftlich, ob er bereit ist, mir ein Interview zu geben. Eine Antwort von ihm habe ich nicht erhalten.
 
Am gleichen Tag habe ich eine Anfrage an den „Volksbund“ in Deutschland abgesandt und um ein Interview gebeten.
 
 
Eine Antwort vom Volksbund in Deutschland habe ich nicht erhalten.
 
Das Schweigen der deutschen Seite setzt sich also fort, was bedauerlich ist, denn man überlässt hier die Informationsinitiative der russischen Seite und nutzt nicht die Möglichkeiten, fehlerhafte, unrichtige oder vielleicht manipulierte Informationen richtig zu stellen oder zu dementieren.
 
Also, wenn Sie mich fragen, ich hatte „Schweigen“ auch erwartet, denn es gibt eben Dinge, die zu Peinlichkeiten führen, wenn man antwortet. Anscheinend ist der Volksbund nicht daran interessiert, seine Arbeit in Russland öffentlich zu machen.
 
Aber was macht der Volksbund in Russland. Давайте, (… also los, …) lassen Sie uns mal schauen, auf welche Fragen ich keine Antwort erhalten habe und beschränken wir uns auf die Tätigkeit des Volksbundes in Ex-Ostpreußen.
 
Jedes Interview beginnt immer mit sogenanntem „Small-Talk“ – man muss sich „warm fragen“. Und so wollte ich wissen, wann die Vertretung des Volksbundes in Kaliningrad geschaffen wurde, wer bisher die Leiter dieser Vertretung waren, wie man sich gegenseitig gefunden hat, wie man miteinander kommuniziert (sprachlich), wie viele Mitarbeiter die Kaliningrader Vertretung hat, wie die Zusammenarbeit rein praktisch organisiert wird. Keine einzige Frage stellt irgendeine herausragende Schwierigkeit dar – oder?
 
Für mich ist es logisch, dass jede Arbeit organisiert und geplant werden muss und eine derart große Organisation, die durch den deutschen Steuerzahler mit vielen Millionen Euro gesponsert wird, wird bestimmt nicht einfach so in den Tag hineinleben und sich Abends überlegen, was man am nächsten Tag wohl machen kann. Und so habe ich die Frage gestellt, ob es einen Jahresplan für die Arbeiten des Verbandes im Kaliningrader Gebiet gibt. Es wäre doch schon von Interesse, wenn die deutsche Öffentlichkeit erfährt, wofür ihre Steuergelder verwendet werden – oder? Aber ich kann es Ihnen nicht sagen, wofür das Steuergeld verwendet wird, denn ich habe keine Antwort erhalten.
 
Dann wollte ich wissen, wie der Volksbund seine Anwesenheit in Kaliningrad organisiert. Ich hatte gehofft, dass man mir mitteilt, wie man die Unterbringung organisiert, welche Visa benötigt werden, ob man russische staatliche Stellen über die Anwesenheit informiert. Interessant wäre gewesen zu erfahren, ob die Vertreter des Volksbundes bei ihrem Aufenthalt durch russische staatliche Stellen betreut werden und ob man Hilfe erhält. Aber auch das kann ich Ihnen nicht mitteilen und somit wissen wir nicht, ob sich Deutsche in Kaliningrad frei bewegen können, um den Toten eine letzte ehrende Ruhe zu schaffen oder ob auf Schritt und Tritt NKWD, KGB, FSB, Gouverneur, Bürgermeister oder sonst irgendwer die Bewegungsfreiheit einschränkt.
 
Natürlich darf im Interview auch nicht die Frage der Finanzierung der Kaliningrader Vertretung fehlen. Wir wissen aus dem Internet, dass der Volksbund sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Steuergeldern finanziert – ich glaube, es sind jährlich 45 Mio. Euro. Mich hätte interessiert, wieviel Geld die Kaliningrader Filiale erhält und wofür diese Gelder konkret verwendet werden. Werden sie verwendet, um große Bankette zu organisieren und Öffentlichkeitsarbeit zu finanzieren oder um Friedhöfe zu pflegen und Gedenksteine aufzustellen? In Abhängigkeit von der Antwort, hätte ich gleich mehrere weitere Fragen gehabt, die merkwürdige Denkmäler im Kaliningrader Gebiet betreffen.
 
Deshalb wäre meine nächste Frage gewesen, wieviel deutsche Soldatenfriedhöfe es im Kaliningrader Gebiet gibt. Eine Antwort habe ich nicht erhalten, weiß es aber trotzdem – es gibt zehn Soldatenfriedhöfe. Aber diese Frage wäre nur die Einleitung zur nächsten Frage gewesen. Ich wollte wissen, ob es im Kaliningrader Gebiet auch Einzelgräber für deutsche Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg gibt, oder ob prinzipiell alle aufgefundenen Toten auf den genannten Friedhöfen ihre letzte Ruhe finden.
 
Die Frage hat den Hintergrund, dass in der Siedlung „Russkoje“ plötzlich, so die Informationen von Bewohnern, ein Gedenkstein für einen deutschen Luftwaffenoffizier stand, der im Jahre 1944 im Luftkampf für „Führer, Volk und Vaterland“ gefallen war. Der Gedenkstein soll nach dem Besuch von Vertretern des Volksbundes plötzlich dagewesen sein. Ich wollte vom Volksbund wissen, ob er irgendetwas mit diesem Stein zu tun hat oder ob man weiß, wer diesen Stein aufgestellt hat, wer der Eigentümer ist. Es ist kein historischer Stein. Ich denke, dass in Russland eine ähnliche Gesetzgebung herrscht wie in Deutschland. Da kann ich auch nicht irgendwo in einem deutschen Dorf einen Gedenkstein für einen gefallenen sowjetischen Offizier der Luftstreitkräfte aufstellen. Da gibt es Vorschriften. Aber irgendjemand meinte wohl, dass man sich in Ex-Ostpreußen nicht an deutsche Vorschriften halten muss und an russische sowieso nicht. Schön wäre es gewesen, wenn der Volksbund mit einer Antwort … also irgendeiner Antwort, zur Klärung der Eigentumsverhältnisse dieses Baggersteins beigetragen hätte.
 
Foto: Gedenkstein für gefallenen deutschen Luftwaffenoffizier Hauptmann Peter …
 
Eine weitere Frage hätte sich bezogen auf ein Denkmal für den Reichsarbeitsdienst, dessen Führer ein verurteilter Kriegsverbrecher ist. Ein Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche hatte informiert, dass dieser Gedenkstein schon längere Zeit vorhanden ist. Niemand hat sich um das Denkmal gekümmert, aber irgendwann nach 2012 wurde er restauriert. Von wem? Wer hat das in Auftrag gegeben? Wer hat das bezahlt? Es handelt sich um einen Granit-Felsblock mit eingeprägtem Symbol des NS-Reichsarbeitsdienstes. Wir wissen, dass Nazisymbolik in Deutschland verboten ist. Auch in Russland ist sie nicht erlaubt. Aber irgendjemand meint, in Ex-Ostpreußen kann man machen was man will.
 
Ich erinnere mich an Diskussionen von sogenannten „Aktivisten“ (den braunen Adlern), in der Facebook-Gruppe „Ostpreußen“, aus der man mich (den roten Raben), rausgeworfen hat. Dort wird offen argumentiert, dass Ostpreußen mit Königsberg deutsches Gebiet ist, zeitweilig okkupiert von den Russen, die hier hausen wie die Vandalen und die Ex-Kornkammer Großdeutschlands runterwirtschaften. Begeben wir uns auf das Niveau dieser Revanchisten-Diskussion, so ist doch klar, dass hier, im Ex-Ostpreußen, deutsche Gesetze gelten und die verbieten Nazisymbolik – ach, ich sehe schon, ich wiederhole mich.
 
Foto: Gedenkstein für den faschistischen Reichsarbeitsdienst im Ort Kalinino
 
Für mich machen die bisherigen Beispiele den Eindruck, als ob man „fürsorglich Vorsorge“ trifft für den Fall, dass Ex-Ostpreußen wieder heim ins Reich kommt. Dann ist schon vieles Deutsches wieder hergestellt (in Kaliningrad spricht man von Germanisierung) und restauriert und man kann sich gleich „wie zu Hause fühlen“ – natürlich erst dann, wenn das Denkmal „Mutter Heimat“ und das Denkmal „Kalinin“ und natürlich „Lenin“ geschliffen sind.
 
Aber kommen wir auf den Volksbund zurück und darauf, dass ich leider keine Antworten auf meine Fragen erhalten habe.
 
Es wäre schön gewesen, wenn der deutsche Steuerzahler erfahren hätte, ob der Volksbund an diesen Aktionen, also an diesen Verletzungen der deutschen und russischen Gesetze, einen Anteil hat oder nicht. Und wenn nicht – davon gehe ich einfach mal aus – hätte man meine Fragen zum Anlass nehmen können, um sich öffentlich von derartigen Dingen zu distanzieren. Tja, man hat weder das eine, noch das andere getan. Mit abwandelten Worten von W. Churchill könnte man sagen:
 
Foto: Der Originalspruch von W. Churchill lautet: „Die Sowjetunion ist ein Rätsel, innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium“
 
Und ich hätte noch eine letzte Frage gehabt, nämlich zur Ethik in der Arbeit mit den Gefallenen.
 
Wie Deutschland mit seinen toten Soldaten aus den diversen Kriegen der Vergangenheit in Deutschland verfährt, ist rein deutsche Angelegenheit. Wem, welches Denkmal gesetzt wird und wer, wo, in irgendeiner Form erwähnt wird. Im Ausland ist das aber nicht Sache Deutschlands, sondern Sache des betreffenden Landes und ich gehe davon aus, dass es mit Russland eine schriftliche Vereinbarung gibt, wem der „Volksbund“ ein ehrendes Grab für die letzte Ruhe schaffen darf und wem nicht. Das alle Toten ein letztes Grab erhalten müssen für die ewige Ruhe ist klar – nein, eigentlich nicht, denn die deutschen Kriegsverbrecher, die in Nürnberg abgeurteilt worden sind, sind verbrannt und die Asche in alle Winde zerstreut worden. Das waren die großen Kriegsverbrecher. Dann gab es aber noch tausende von kleinen Kriegsverbrechern, insbesondere Angehörige der Waffen-SS, aber auch Wehrmachtsangehörige. Mich hätte interessiert, wie die vielen Namen der deutschen Toten auf den Gedenksäulen der Friedhöfe in Kaliningrad einer ethischen Wertung unterzogen worden sind. Handelt es sich bei all diesen Namen um „unbelastete“ Soldaten, die keine (bekannten) Kriegsverbrechen begangen haben. Wie stellt man so etwas fest, bevor ein Name eingemeißelt wird? Liegen auf diesen Friedhöfen nur Wehrmachtssoldaten oder auch Angehörige der Waffen-SS, die als verbrecherische Organisation eingestuft wurde?
 
Foto: Gedenksteine auf dem Soldatenfriedhof ul. Newskaja mit den Namen von Wlassow-Verrätern
 
Also, wenn Sie mich fragen, scheint es da ethische Lücken zu geben, denn auf Gedenksteinen tauchen Namen auf, die eindeutig sowjetischen Verrätern, Angehörigen der Wlassow-Truppen, zugeordnet werden konnten. Es wäre schon interessant zu wissen, wie die deutsche und die russische Seite zusammen arbeitet, um die Namen der Toten ethisch zu bewerten. Ich habe die Vermutung, dass auch hier keine wirkliche Zusammenarbeit erfolgt. Irgendein Deutscher stellt ein Denkmal für einen deutschen Luftwaffenoffizier auf, irgendein Deutscher pflegt ein nazistisches Denkmal für den Reichsarbeitsdienst und irgendein Deutscher meißelt die Namen von sowjetischen Verrätern in ein deutsches Ehrenmal.
 
Also, wenn Sie mich fragen, sind dies alles keine Zeichen für Fürsorge, sondern mehr für Vorsorge. Die Anzahl der Fragen, auf die der Volksbund nicht antwortet, wächst mit jedem Tag. Vielleicht hat ja aber auch der Volksbund irgendwann eine Frage an Russland und Russland entscheidet sich, darauf nicht zu antworten.
 
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Deutsches, Föderales, Gesellschaft

   Kommentare ( 11 )

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 18. Dezember 2017 02:01:55

Die Diktatur Lenins und Stalins hat nach äußerst vorsichtigen Schätzungen 20 Millionen Sowjetbürgern das Leben gekostet, andere Historiker sprechen bis zu 50 Millionen. Ich denke es gibt genug Anlass sich mit dem Verhältniss der heutigen Russen zu ihren Diktatoren und Verbrechern aus der jüngsten Vergangenheit zu beschäftigen. Mit anderen Worten: Kehren sie doch bitte vor Ihrem eigenen Brotkasten.

Mit Verdächtigsmethoden leninistischer und stalinistischer Dialektik werden Sie sich in Deutschland nur unter Verschwörungstheoretikern und Aluhutträgern Freunde erwerben. Ich rate Ihnen das Format "Uwe Erichowitsch" einzustellen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 18. Dezember 2017 08:10:05

... ich kehre vor dem eigenen Brotkasten, denn ich berichte über Kaliningrad und Kaliningrad ist Russland und der Volksbund als Organisation und Deutsche als Privatperson sind hier Gäste und haben sich auf der Grundlage russischer Gesetze zu bewegen. Da deutsche Medien keinerlei Hemmungen haben, ständig über Vorgänge in Russland zu berichten und alle möglichen Verdächtigungen und Anschuldigungen aussprechen, habe ich als Blogger auch keine Hemmungen über Vorgänge in Russland und über russische Gäste zu berichten.

Das Format "Uwe Erichowitsch" wird dann eingestellt, wenn es keine Leser findet. Das habe ich bisher noch nicht festgestellt.

Gerald Hübner Veröffentlicht: 18. Dezember 2017 11:08:11

Guten Morgen, bin mir nicht so sicher, ob die Anrede die beste Wahl darstellt. Interessant sind jedoch die Reaktionen auf den Beitrag und das, was manche meinen feststellen zu müssen. Ist zwar schon eine Weile her, als ich las, dass die deutsche Kriegsgräberfürsorge aus Mitteln der deutschen Rentenversicherung - mindestens teilweise - bezahlt wird. Gemachte Ratschläge sind da eher witzig. Die Herrschaften sollten sich da lieber erst das Luftbild des neuen NATO-Hauptquartiers in Brüssel anschauen. Da sieht man gelebte Traditionspflege. Nur noch eines, heute gibt es keine Sowjetunion mehr, und weder die Russische Föderation noch der Iran haben jemals ein anderes Land überfallen, Deutschland schon, in der Vergangenheit und auch heute, im Gefolge seines Chefs.

ru-moto Veröffentlicht: 18. Dezember 2017 15:35:31

Wieder einfach klar und gut verständlich geschrieben. Keine Antwort, ist bekanntlich auch eine Antwort und outet die auffallend Schweigsamen als das, was sie zu sein scheinen.
Wahrheitsfindung und die Wahrheit sind auch ihnen zumutbar, selbst wenn dies manchmal als unbequem erscheinen mag... Miteinander zu kommunizieren, fördert und erhält Freundschaft - wenn man nur will, außer man hat wirklich etwas (Illegales) zu verbergen oder legt darauf nicht im geringsten Wert.
Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und natürlich auch "Freundschaft" haben noch niemanden geschadet - im Gegenteil. Fragen wird man wohl noch dürfen! Wer keine Fragen stellt folgt nur dumm der schweigenden Menge, mein ich.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 18. Dezember 2017 15:57:02

tja, es gibt aber auch andere Meinungen, die mich jetzt auf dem nicht öffentlich sichtbaren Postweg erreichen. Ich möchte lieber nicht zitieren, wie ich und meine Veröffentlichungen da beschrieben werden ...

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 18. Dezember 2017 20:21:27

Auf Grund verschiedener Antworten auf Uwes Beitrag habe ich mir mal die Mühe gemacht, etwas zu Kaliningrad, Königsberg, Ostpreußen zu googlen. Es kann jeder nachvollziehen. Unter dem Aspekt, daß die Oblast Kaliningrad ja nur etwa die Hälfte des ehemaligen Ostpreußen ausmacht, sind die eintragungen zum polnischen Teil verschwindend wenig und es stört sich "keine Sau" an den jetzigen polnischen Namen oder der Zugehörigkeit des halben Ostpreußen zu Polen.
Zu Kalinigrad und Königsberg gibt es dagegen eine ganze Reihe von Eintragungen, die im Grunde genommen eine ganz bestimmte Zielrichtung haben.
Nur mal in der Kürze ein paar Ausschnitte aus dem Springerblatt "Die Welt"
Von Dankwart Guratzsch | Veröffentlicht am 20.10.2010
Königsberg, die Kopie
Ein russischer Architekt will die Innenstadt exakt so aufbauen, wie sie vor den englischen Bomben war
Architekt Arthur Sarnitz plant die Wiederbebauung von Altstadt und Kneiphof

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 18. Dezember 2017 20:35:34

Fortsetzung
Arthur Sarnitz - Konigsberg GmbH
architecture | design | construction 
Russia, Kaliningrad (Königsberg),
Dieser Artikel endet nach einem Hohelied auf den Architekten Sarnitz, auf die Gouverneure Boos und Zukanov und das Klagelied des fehlenden Geldes mit folgendem Absatz:
"Die Menschen haben keine Angst mehr, offen zu diskutieren. Die wollen gerade hier in dieser Stadt frei und nicht mehr ferngelenkt und bevormundet sein. Die Meinungen wandeln sich in Richtung auf eine Öffnung der Grenzen. Es gibt keinen anderen Weg. Und der geht von Kaliningrad nach Königsberg." Aha !
Wer jetzt noch daran glaubt, daß das alles, auch das mit dem VOLKSBUND KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE Zufälligkeiten sind, der ist doch wohl nicht nur etwas naiv.
Es gibt ja auch schon "Künstler" die diesen Stoff entsprechend verarbeitet haben:
Der Freistaat Königsberg (engl. Free State of Königsberg) ist ein kleiner von Konzernen kontrollierter europäischer Staat, der nach den Eurokriegenaus der ehemaligen Oblast K

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 18. Dezember 2017 21:04:20

"tja, es gibt aber auch andere Meinungen, die mich jetzt ...."
Uwe, daß müssen Sie jetzt aushalten. Sie haben da wohl in ein Wespennest gestochen. Man kann auch sagen, so richtig ins Schwarze getroffen.
Das ist nun mal so, wenn man diese Herrschaften, wie man so schön zu sagen pflegt, beim Mausen erwischt, dann reagieren sie schon mal sehr unwirsch, um den Ausdruck sehr sanft klingen zu lassen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 18. Dezember 2017 21:12:23

... ich halte das aus. Mit Meinungsäußerungen jedweder Art für und gegen meine Ansichten lebe ich seit vielen Jahren - und ich lebe damit nicht schlecht. Man hat mir am 3. Oktober 1990 gesagt, dass ich endlich frei bin von der kommunistischen Diktatur und meine Meinung ab sofort frei sagen darf - und genau das tue ich.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 20. Dezember 2017 03:18:01

@Angehörige der Wlassow-Truppen sind keine russischen Opfer, sondern Vaterlandsverräter.

So kann es kommen. Der Volksbund ist aus deutscher Sicht ein Bund von Patrioten und bekommt selbstverständlich unsere wohlwollende Unterstützung, auch meine, denn das Erobern war bis 1945 eine Mode der alle Staaten auf dem Kontinent frönten, auch der russische Staat war immer gerne vorne mit dabei, wenn es galt das Territorium zu vergrößern. Erst nach 1945 kam der Eroberungskrieg auf diesem Kontinent aus der Mode. Mein Vater war als Soldat im Krieg und hat ihn verwundet überlebt, für mich ein Held.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 20. Dezember 2017 07:41:10

... sehen Sie, so unterschiedlich sind die Ansichten. Sie haben es völlig richtig erkannt. In Deutschland sind Wlassow-Anhänger und der Volksbund Patrioten, in Russland eben nicht.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 20. Dezember 2017 16:07:46

Karsten-Wilhelm Paulsen
Veröffentlicht: 20. Dezember 2017 03:18:01
"Der Volksbund ist aus deutscher Sicht ein Bund von Patrioten ....", wenn er sich auf seine Aufgaben konzentriert, die er sich selbst auf seine Fahnen geschrieben hat. Sollte der Bund aber der Meinung sein, daß er sich zudem mit Aufgaben beschäftigt, sich im Auftrage anderer in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen, dann ist es wohl kein Bund von Patrioten mehr. Denn ein Patriot, der seine Heimat liebt und verteidigt, achtet auch die Patrioten anderer Länder, die das Gleiche für ihre Heimat tun.
Der ehemalige General Wlassow, der in deutscher Kriegsgefangenschaft sich der "Großdeutschen Führung" angedient hatte und dann auch noch schwerbewaffnete militärische Verbände aufstellte und zwar aus Kriegsgefangenen sowjetischen Soldaten, die dann an der Seite von Wehrmacht und SS gegen ihre Heimat in den Kampf geschickt wurden, waren ganz bestimmt keine Patrioten.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 20. Dezember 2017 23:13:07

@Der ehemalige General Wlassow

hat der Devise "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" sich mit dem Feind verbündet, mit dem Ziel die Diktatur Stalins zu bekämpfen. Er wollte die Errichtung eines freieren Russlands. Somit kann man auch auf dem Standpunkt stehen, der General Walssow hat für das russiche Volk gegen die Diktatur Stalins und den übrigen bolschewistischen Verbrechern gekämpft. Das er das ausgerechnet an der Seite der Nationalsozialisten tat war natürlich sehr riskant, wenn nicht sogar dumm.

Die meisten russischen Soldaten fanden ihren Tod wegen der rücksichtslosen sowjetischen Kriegsführung, die allein auf die Überlegenheit durch Zahl und nicht auf Taktik setzte. Teilweise brauchte man eine fast 500.000 sowjetische Soldaten um 70. - 80.000 Soldaten der Wehrmacht niederzuringen. Man ließ die armen Kerle einfach in das Feuer der Wehrmacht laufen, bis die deutschen Soldaten in Anzahl und Bewaffnung niedergerungen waren.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 20. Dezember 2017 23:21:00

... und wenn Sie jetzt noch die bedauernswerten unschuldigen deutschen Soldaten in der kommunistisch-stalinistischen Gefangenschaft erwähnen, ist Ihr Kommentar rundum komplett...

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 21. Dezember 2017 00:26:13

"Nach Art. 87 Abs. 3 Genfer Abkommen III und Artikel 33 Genfer Abkommen IV zählen Kollektivstrafen zu den Kriegsverbrechen. Artikel 33 bestimmt, dass keine Person für ein Verbrechen verurteilt werden darf, das sie nicht persönlich begangen hat."

Die Gefangenschaft nach Ende des 2. Weltkrieges war nach Definition des Genfer Abkommens ein Kriegsverbrechen. Gleichwohl haben sich sehr viele deutsche Kriegsgefangene nach ihrer Entlassung nicht gegen ihre Bewacher gewandt. Auch sie haben bemerkt, wie als Folge des Krieges dramatisch schlecht die Versorgung war, nicht nur für die Kriegsgefangen.

Da den nach 1945 inhaftierten Soldaten nie der Prozess gemacht wurde, muss nach geltendem Recht (im russischen Strafrecht wird das sicher ähnlich geregelt sein) von ihrer Unschuld ausgegangen werden. Das Ganze nennt sich "Unschuldsvermutung".

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 21. Dezember 2017 05:52:37

... worüber sprechen Sie und welchen Bezug hat Ihr Kommentar zum vorliegenden Thema?

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 21. Dezember 2017 04:34:46

Karsten-Wilhelm Paulsen
Veröffentlicht: 20. Dezember 2017 23:13:07
"der General Walssow hat für das russiche Volk gegen die Diktatur Stalins und den übrigen bolschewistischen Verbrechern gekämpft. "
Ein General der Roten Armee wurde schon damals nicht aus dem Stand heraus General. Glauben Sie wirklich, daß er sich die ganzen Jahre als Stalinfeind verstellen konnte? Geht es nicht eine Nummer kleiner ?
" ...und den übrigen bolschewistischen Verbrechern gekämpft. " Was wissen Sie über den Bolschewismus, außer irgendwelchen Schlagworten? Würden Sie faktenmäßig darüber etwas wissen, dann würden sie auch faktenmäßig über die Oktoberrevolution, deren Ursachen und die Bürgerkriege Bescheid wissen. Dann hätten sie auch Lenin gelesen. Und ganz ehrlich, das wiederum glaube ich nicht.
Aus dem gleichen Grunde, wie Sie ganz offensichtlich auch nicht das entsprechende Wissen über die Rote Armee zu Beginn des Planes "Barbarossa" haben.

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