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Was wäre, wenn Putin …

Mo, 10 Mär 2014 ... mit deutschem Akzent


Was wäre, wenn Putin …

… den Argumenten und Bitten der Europäischen Union und Amerika folgt und die Verantwortung für die Entwicklung der Ukraine in die Hände der „Union der Hilfswilligen“ übergibt?

Sämtliche Aktivitäten der Europäischen Union und Amerika haben das Ziel – wenn ich es richtig verstehe – das Russland seine Einflussnahme auf die Ukraine beendet, die Ukraine ihr Schicksal in eigene Hände nimmt und festlegt, mit wem sie die Lösung der anstehenden wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Probleme durchführen möchte. Und wenn ich richtig verstanden habe, sind Amerika und die Europäische Union bereit, die Ukraine aktiv zu unterstützen.

Für das putinsche Russland würde dies bedeuten, dass man nach „Übergabe“ der Verantwortung für das Schicksal der Ukraine an die Europäische Union ein paar Sorgen und Probleme weniger hätte. Man müsste sich jetzt nur noch Gedanken um mögliche militärpolitische Konsequenzen machen. Vermutlich wird die NATO zukünftig den Schutz des Landes Ukraine übernehmen und Russland hat selbstverständlich das Recht daraus notwendige Schlussfolgerungen zu ziehen.

Ich lebe seit 25 Jahren in Russland, arbeite hier und zahle als deutscher Unternehmer auch Steuern. Ehrlich gesagt würde es mich freuen, wenn ich mit meinen, in den russischen Staatshaushalt eingezahlten Steuern, nicht die marode Ukraine finanzieren muss. Wir haben in Russland genügend eigene Sorgen und gerade in Kaliningrad könnte ich auf Anhieb 999 Probleme nennen, die ich gerne mit meinen Steuerzahlungen lösen möchte – die Ukraine ist relativ weit weg und ich möchte in meiner Stadt Kaliningrad gut und angenehm wohnen. Sicherlich kann man mich als Egoist bezeichnen, aber mit meinen 59 Jahren interessiert mich das Politikergeschwafel über Demokratie nur noch sehr bedingt – ich will einfach nur gut leben.

Aber ich schweife ab – wir wollen schauen, was es bedeuten könnte, wenn die Europäische Union (wir lassen mal Amerika außen vor) sich nun für die Ukraine verantwortlich fühlt.

Klären wir zuerst, wer konkret etwas machen kann. Die Europäische Union ist groß und die Leistungsfähigkeit der Mitgliedsländer unterschiedlich. Alles was getan wird kostet Geld – nur gute tröstende und aufmunternde Worte helfen der Ukraine nicht. Woher kommt das Geld? Natürlich aus einem gemeinsamen europäischen Topf. Und wer zahlt dort ein? Natürlich alle – also Griechenland, Portugal, Spanien, Italien, Litauen, Estland … usw., auch Deutschland. Und die eingezahlten Gelder stammen aus den nationalen Haushalten und in die nationalen Haushalte zahlen Unternehmer, Arbeiter, Angestellte, Rentner und Frau Merkel, die Bundeskanzlerin ein – nein, stopp, das ist nicht richtig. Beamte zahlen keine Steuern – … tschuldigung, da habe ich mich geirrt.

Nun haben wir die Quellen geklärt, woher das Geld kommt.

Die Ukraine braucht sofort und gleich um nicht den Staatsbankrott anmelden zu müssen 30 Milliarden Euro (plus/minus …). Die Europäische Union hat erklärt, 11 Milliarden Euro zu geben. Bleibt eine Differenz – die natürlich mit jedem Monat wieder größer wird, da es einen ständigen Finanzbedarf gibt, so lange die ukrainische Wirtschaft nicht wieder anfängt normal zu funktionieren und Geld einzubringen.

Aber bisher hat diese Wirtschaft im Verlaufe der letzten zwanzig Jahre nie funktioniert und die Ukraine mit ihren verantwortlichen Politikern und Oligarchen ist immer wieder von allen Seiten, so auch von der Europäischen Union, beschuldigt wurden, alles Mögliche Böse zu tun. Und sie hat es bisher auch immer verstanden die verschiedensten Seiten gegeneinander auszuspielen um Finanz- und andere Hilfen zu erhalten.  Steht die Frage, was die Europäische Union tun will um die korrekte Verwendung der Europäischen Steuergeldgeschenke durch die Ukraine zu kontrollieren und wie man die ukrainischen Oligarchen zwingen will, ehrlich zu arbeiten und ihre Gewinne im Lande zu versteuern, damit der Staatshaushalt gesundet. Mit den europäischen Wertevorstellungen wird man ganz schnell eine ukrainische Oligarchen-Opposition schaffen,  die aktiv gegen alle und alles einwirkt, was sie am Geldverdienen hindert.

Sind Sie mit mir bis dahin einverstanden?

Welchen Status haben die Gelder, die durch die Europäische Union an die Ukraine übergeben werden? Sind es Geschenke oder sind es Kredite? Wenn es Geschenke sind, dann bin ich wirklich angenehm über die Leistungsmöglichkeiten der Europäischen Union überrascht – trotz angeblicher Krise werden Ihre Steuergelder an einen Staat verschenkt, der mit der Europäischen Union überhaupt nichts zu tun hat. Somit taucht aber gleich die Frage auf, warum man dem EU-Mitglied Griechenland nicht diese Geschenke macht?

Aber vermutlich sind es keine Geschenke sondern nur Kredite. Selbst wenn die Kredite zinslos gegeben werden, müssen sie irgendwann zurückgezahlt werden. Und um solche Summen zurückzuzahlen muss man eine sehr effektiv arbeitende Wirtschaft haben. Na, dann schau´n wir mal, wie effektiv die ukrainische Wirtschaft ist.

Befassen wir uns zuerst einmal mit rein subjektiven Problemen, die die Europäische Union klären will. Einfach nur mit einem Fingerschnipsen werden sich die Probleme der Krim und des Ostens der Ukraine nicht lösen lassen. Es sind historisch gewachsene Probleme und eine Ideallösung wird es nicht geben. Die Ukraine bleibt irgendwie „dreigeteilt“ und wird ständig die politische und gesellschaftliche Situation am „köcheln“ halten. Das kostet … wieviel? Keine Ahnung, aber wenn die Europäische Union nicht klug und gerecht vorgeht und die Leute in der Ukraine überall ihren eigenen „Euro-Maidan gründen, diesmal darauf gerichtet die „Unfähigen“ loszuwerden, dann kostet die „Demokratisierung“ (egal was jeder einzelne darunter versteht) Geld – Ihr Geld!

Eine vor wenigen Tagen unter Abgeordneten des EU-Parlamentes in Brüssel durchgeführte Umfrage ergab, dass diese nur mit Mühe drei ukrainische Städte nennen konnten. Mit anderen Worten: Man kennt die Ukraine weder geographisch, noch gesellschaftlich noch in anderen Feinheiten und will die Verantwortung übernehmen in diesem Land glückliche Menschen und blühende Landschaften zu schaffen? Ein sehr gewagter Plan.

Sind Sie mit mir bis dahin einverstanden?

Es wird viel über den Nationalismus, ja sogar Faschismus in der Ukraine geredet. Vielleicht wird dort aber auch übertrieben. Aber, dass es diese Kräfte gibt, das wird nicht bestritten und das ist auch zu sehen. Welches Unheil Neonazis in Deutschland anrichten wissen wir und der deutsche Staat hat ausreichend Sorgen, diese Situation zu kontrollieren. In der Ukraine steht das Problem viel schärfer. Es bedarf hier also des Aufbaus eines guten Sicherheitsapparates, ähnlich wie z.B. in Deutschland, die Polizei muss reformiert werden usw. Das kostet Geld. Wieviel Geld es kostet – ich habe keine Ahnung, aber ich weiß, dass Sie, die deutschen Steuerzahler es bezahlen werden.

Sind Sie mit mir weiterhin einverstanden?

Ach so, natürlich gehört zur Gewährleistung der Sicherheit der Ukraine auch eine gut ausgerüstete Armee. Die ukrainische Armee ist nicht gut ausgerüstet. Ich sehe zwei Möglichkeiten: Entweder man gibt viele Milliarden Euro um die Armee gut auszurüsten und den Personalbestand gut zu entlohnen oder man schickt eigene Truppen der Europäischen Union und stationiert diese im Lande. Aber auch das ist nicht ganz kostenlos – ein paar Milliarden im Jahr müssen dafür schon aufgewendet werden. Aber wir reden über die Souveränität der Ukraine – deshalb bleibt eigentlich nur die erste Variante (oder eine Kombination aus beiden Varianten). Und egal für welche Variante wir uns entscheiden – gegen welchen Feind soll sich die Ukraine schützen? Die Ukraine hat gemeinsame Grenzen mit Russland und Weißrussland und mit den EU-Ländern Slowakei, Ungarn, Rumänien sowie Moldawien. Theoretisch käme auch der Iran in Frage. Da könnten dann die USA mit der Ausdehnung des Raketenabwehrsystems helfen – aber das kostet dann schon das Geld der USA, ist also für Sie als deutscher Steuerzahler weniger interessant.

Sind meine Überlegungen verkehrt?

Eine wichtige Grundlage damit alles in der Ukraine funktioniert sind die Gaslieferungen aus Russland. Trotzdem die Ukraine die Gaslieferungen zu einem Preis, 30 Prozent billiger als Deutschland bekommt, hat es die Ukraine nicht geschafft, daraus den notwendigen Vorteil zu ziehen. Russland wird natürlich auch weiterhin liefern, denn die Russen wollen Geld verdienen. Aber ab April sind dann die ganz normalen Weltmarktpreise zu zahlen – das hat Gasprom schon erklärt. Die Verträge werden ein wenig anders gestaltet und man wird Bürgen von der Ukraine fordern für den Fall des Zahlungsausfalls. Und wer wird bürgen? Natürlich die Europäische Union, also die europäischen Steuerzahler. Wenn die Ukraine ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, dann kostet es das Geld der Bürgen – wiederum Ihr Geld, lieber deutscher Steuerzahler. Wieviel? Auch hier habe ich wieder keine Ahnung. Aber sicherlich mehr Geld als der deutsche Staat benötigt um z.B. eine Anpassung der Renten für deutsche Rentner in den ost- und westelbischen Gebieten vorzunehmen. Aber was soll´s – dann muss eben der deutsche Rentner auch Opfer bringen für die Ukraine und im Interesse der Demokratie.

Sind Sie mit mir bis dahin einverstanden? (vermutlich schon nicht mehr so ganz).

Dann könnte man irgendwelche Alternativen suchen, um weniger auf Russland angewiesen zu sein. Ehrlich gesagt bin ich da kein Fachmann, aber die Ukraine hat jede Menge Atomkraftwerke vom Typ „Tschernobyl“. Es sind insgesamt 15 dieser Zeitbomben aus den Jahren 1981 bis 2006 vorhanden. Zwei Atomkraftwerke sind noch im Bau und sollen 2015 und 2016 in Betrieb genommen werden – allerdings ist für diese beiden Atomkraftwerke kein Geld vorhanden. Entweder gibt die Europäische Union das Geld oder sie bleiben unvollendet. Vermutlich bleiben sie unvollendet, denn Deutschland hat erst einen Beschluss zur Energiewende gefasst und schaltet seine Atomkraftwerke ab. Es wäre also eigenartig, wenn man dann den Unterhalt oder den Bau von Atomkraftwerken in der Ukraine finanzieren würde. Aber was nützt ein sauberes Deutschland, wenn nur wenige hundert Kilometer weiter diese „Bomben“ stehen? Also aus rein logischen Gründen müsste Deutschland alles unternehmen um diese Kernkraftwerke – schon aus eigener Sicherheit – abzuschalten. Dann braucht man Alternativen. Egal für welche Variante sich die Ukraine entscheidet – Stilllegung, abreißen, Rekonstruktion, Energiealternativen – alles kostet Geld. Nun wollen wir nicht schon wieder die schnöde „Mammon“-Frage stellen  – wir wissen, dass Geld kommt von Ihnen!

Kompensieren könnte man diese Kosten damit, dass man den deutschen Arbeitslosen bzw. Harz-IV-Empfänger empfiehlt, in den kommenden Jahren einfach auf eine Anpassung der Überlebenshilfe vom deutschen Staat zugunsten der Ukraine zu verzichten und schon haben wir ein paar zusätzliche Euro zusammen.

Sie sind doch hoffentlich mit mir einverstanden, dass WIR, eh, SIE im Interesse der Ukraine Opfer bringen müssen – oder?

Kehren wir noch einmal zum Thema „Rentner“ zurück. Auch die Ukraine hat Rentner und die bekommen monatlich durchschnittlich 100 Euro – jetzt allerdings wohl nicht, denn es ist kein Geld in der Staatskasse.

Herr Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments sagte im ZDF am 06.03.2014 um 14.00 Uhr, das man in Kiew leere Kassen und enorme Schulden vorgefunden habe. Tja, wen wundert´s?

Und wenn sie wieder Rente bekommen, dann nur noch die Hälfte, denn die Europäische Union hat als eine der Bedingungen für Finanzhilfen gemacht, dass die Renten gekürzt werden. Haben Sie eine Vorstellung, wie man mit 100 Euro im Monat in der Ukraine leben kann? Und nun sollen diese Bettelgroschen noch weiter gekürzt werden. Da hat die Europäische Union Glück, dass die Mehrzahl der ukrainischen Rentner rein physisch schon nicht mehr in der Lage ist auf der Straße oder dem Maidan in Kiew zu demonstrieren. Wie steht das im Zusammenhang damit, dass die Politiker der Europäischen Union versprochen haben, dass es den Menschen in der Ukraine besser gehen wird?

Ich hoffe nicht, dass man in Deutschland darüber nachdenkt aus der deutschen Rentenkasse Gelder zur Ukraine zu schicken. Nun ist die deutsche Rentenkasse schon 1990 ziemlich belastet worden. Da kamen 17 Millionen Ostelbler hinzu, die nie eingezahlt hatten und mit dem Aluminiumgeld aus den Ostkassen wollten die im Westen nichts zu tun haben. Und aus der deutschen Rentenkasse werden seit Jahrzehnten auch schon andere „Spätaussiedler“ und „Bedürftige“ finanziert – eine etwas komplizierte Angelegenheit – nicht wahr? Aber ich denke, Deutschland wird das schon meistern, denn die paar lächerlichen Milliarden Euro für Griechenland hat Deutschland auch in den Griff bekommen – zumindest gibt es eine Bürgschaft der deutschen Steuerzahler.

Aber ehrlich – wo Deutschland, eh, die Europäische Union diese Gelder hernehmen will – keine Ahnung. Vielleicht ein paar weniger Auslandseinsätze der Bundeswehr – nein, keine Lösung, denn Deutschland hat eine geschichtliche Verantwortung für die Entwicklung der Demokratie in der Welt! Ich bin nun etwas ratlos.

Sind Sie auch schon ratlos oder haben Sie einen Gedanken, wo wir die paar Milliarden für die ukrainischen Rentner hernehmen könnten?

Kommen wir nun zur Wirtschaft – dem Hauptthema, denn mit der Wirtschaft lösen wir alle Probleme. Einzige Voraussetzung: sie muss funktionieren.

Damals, 1989/1990 hatten erfahrene (west)deutsche Wirtschaftsspezialisten erklärt, dass die DDR-Wirtschaft Schrott ist. Na, mit diesem „Schrott“ haben sich wenigstens einige noch eine goldene Nase verdient.  

Aber die Ukraine ist nicht besser als die ehemalige DDR – eher schlechter. Der Aufbau einer neuen Wirtschaft, neuer Fabriken, neuer Banken, neuer Krankenhäuser, neuer Dienstleistungen kostet Zeit und wiederum Geld. Mein Gott, wie will die EU das alles stemmen? Bitte vergessen Sie nicht, dass ein Großteil der Ukrainer nun in Richtung Europäische Union schaut und von dort die Lösung aller Probleme erwartet – was für ein Erfolgsdruck lastet hier auf Sie – lieber deutscher Steuerzahler!

Ich habe aber schon eine Lösung für dieses Problem. Da die Europäische Union versprochen hat sich um das Wohlbefinden der Ukrainer zu kümmern, so wird es sicherlich bald auch Reisefreiheit geben. Dann können die Ukrainer in Deutschland arbeiten, natürlich billiger als die Deutschen selber und schon sind die Ukrainer zufrieden – und genau das wollen doch unsere Politiker.

Na gut, dann werden die Deutschen unzufrieden sein, denn die billigen Ukrainer werden den teuren Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen – aber Opfer müssen wir nun mal alle bringen – im Interesse der Ukraine.

Ich habe schon Angst zu fragen, ob Sie mit meinem Sarkasmus einverstanden sind!

Es gibt noch viele andere Fragen in der Ukraine die auf eine Antwort warten, aber ich wollte nur einen Artikel und keinen Roman schreiben.

Ich stelle mir bei all dem nur vor was passiert, wenn es NICHT oder nicht vollständig gelingt auf die aktuellen Fragen Antworten zu finden, so wie es sich die Bevölkerung der dreigeteilten Ukraine vorstellt. Dann sind wir wieder ganz schnell auf dem Maidan und dann steht auch die Europäische Union im Mittelpunkt und so schnell wie man die ukrainische Regierung im Februar aus den Amtssesseln gejagt hat, so schnell jagt man dann die Europäische Union aus dem Land. Und was passiert dann mit dem ganzen Geld – Ihrem Geld? Und was passiert politisch in der Ukraine? Wird sie nazistisch, wird sie russisch, verschärfen sich die Widersprüche im Lande und an der Ostgrenze der Europäischen Union beginnt ein Bürgerkrieg?

Ich habe Angst vor diesen Gedanken. Sie auch?

Nun will ich aber endlich aufhören negativ zu denken. Glauben wir doch einfach daran, dass all die genannten Probleme doch nicht so schlimm sind und mit der vereinten Kraft der Europäischen Union und Ihren Steuergeldern alles gelöst wird.

In wieviel Jahren werden wir (also Sie, also die ukrainische Bevölkerung) dort blühende Landschaften haben? In 10 Jahren, 20 Jahren …? Und was sollen das für blühende Landschaften sein, wohin soll sich die Ukraine entwickeln?

Natürlich soll die Ukraine „demokratisch“ werden, das ist das wichtigste Ziel, welches mit Ihren Steuergeldern erreicht werden soll. Aber rein ökonomisch? Soll sie ein Industriestaat werden, ein landwirtschaftlich ausgerichtetes Gebiet, oder mehr eine Finanzoase oder eine Technologiehochburg oder alles zusammen? Ich weiß es nicht, denn es scheint noch kein Konzept zu geben, weder in der Ukraine noch in der Europäischen Union. Aber egal für was man sich entscheidet, es wird viele Jahre benötigen und es wächst wenige Kilometer von Deutschland entfernt ein Konkurrent für Deutschland heran – gefördert mit ihren Steuergeldern.

Oder braucht die Europäische Union die 47 Millionen Ukrainer nur als Absatzmarkt, so wie das auch mit den 17 Millionen Ostelblern war?

Es wäre gut, wenn die europäischen Steuerzahler über die Ziele der Europäischen Union informiert würden – und zwar bevor Steuergelder für ein Nicht-EU-Land verausgabt werden.

Meinen Sie nicht auch?

Also „kurze Rede, langer Sinn“ – was will die Europäische Union mit der Ukraine? Was ist das Endziel? Nur glückliche 47 Millionen Ukrainer die demokratisch leben oder irgendetwas anderes? Ich ahne es was man will, aber das ist dann schon wieder „hohe Politik“ – ich bin aber nur ein kleiner deutscher Unternehmer in Kaliningrad, der einfach nur glücklich leben will. Und ich bin gespannt, wessen Steuergelder für die Ukraine nun zukünftig verwendet werden: Ihre, meine oder sowohl als auch …

 

 

 

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Europäische Union, Präsident, Russland, Ukraine

   Kommentare ( 2 )

Radeberger Veröffentlicht: 11. März 2014 05:32:12

Hallo Herr Niemeier,
Meine Erwartungen an den angekündigten Artikel haben sich voll erfüllt. Es müssen schon ausgemachte Idioten sein, die das dann nicht verstehen. Oder solche, die nur die Wahrheit in den gleichgeschalteten bundesdeutschen Systemmedien erkennen. Na ja, denen ist sowieso nicht mehr zu helfen.
Aber es bleibt die große Frage, warum vom Westen dieser große Aufriß um die Ukraine? Was hat die Ukraine dem Westen zu bieten?
Bei der Beantwortung dieser Frage kann ich aber die USA, die sich immer noch als "die" Weltmacht verstehen, nicht ausblenden.
Mitt Romney, US - Senator, und ehemaliger Gegenkandidat des amtierenden "Weltpräsidenten", wie dieser von einem deutschen Fernsehreporter im Überschwang der Gefühle genannt wurde, hatte während des letzten Wahlkampfes zum US - Präsidenten vor Tausenden seiner Anhänger zum Ausdruck gebracht, daß Rußland nach wie vor der Hauptfeind Nummer eins ist.
Damit ist eigentlich alles gesagt.
Nach dem Zerfall der UdSSR mit Suffkopp Jelzin an der Spitze, als die Banditen sich zu Oligarchen mauserten und das russische Reich kurz vor der Pleite stand, waren die Verhältnisse für den Westen vollkommen in Ordnung. Sie wetzten schon die Messer, um dieses Reich zu filetieren und sich die Reichtümer anzueignen. Dann kam Putin an die Macht und legte die Bande der Oligarchen quasi an die Leine. Mit der Pleite, den IWF - Knebelkrediten und dem Ausverkauf Rußlands wurde es nichts. Ganz im Gegenteil.
Und wenn man sich mal die Weltkarte anschaut, wo auf der Welt USA Militärstützpunkte rund um Rußland und natürlich auch China, haben, dann sieht man ganz deutlich, daß die Zange im Westen Rußlands noch zwei Löcher aufweist, die Ukraine und Weißrußland. 2004 versuchte man es schon mal mit 2 Mrd. US-Dollar Unterstützung nach dem OTPOR - Revolutionshandbuch eine Farbenrevolution, diesmal in Orange, zum erfolgreichen Ende zu bringen und die Ukraine an sich zu binden. Klappte aber nicht so ganz. Nach vier Jahren war diese Revolution zu Ende. also nun der zweite Versuch mit bisher 5 Mrd. US-Dollar für die ach so unpolitischen und nicht abhängigen NGOs lt. Mrs. Nuland.
Wenn man bedenkt, daß es von der ukrainischen Grenze bis Moskau mit modernen Raketen nur Minuten sind, so gibt es keine Abwehr dagegen, weil es keine Vorwarnzeiten gibt. Diese Option ist in Kenntnis der Mentalität der US- Führung ziemlich verführerisch.
Zum Anderen gibt es in der Ukraine zwei riesengroße Lagerstätten an Erdgas, deren Gewinnung im Westen sich vertragsgemäß das US - Unternehmen Chevron und das in der Ostukraine fast so große Shell gesichert hat. Zu gewinnen ist das Gas allerdings nur durch Fracking.
Die Lagerstätte in der Westukraine reicht von der Ostsee bis zum schwarzen Meer und würde die Ukraine und Westeuropa bei Vollaufschluß so gut wie vom russischen Erdgas unabhängig machen. Was das für Rußland bedeuten würde, brauche ich wohl nicht weiter erläutern. Neben der militärischen Bedrohung würde auch noch eine wirtschaftliche dazu kommen. Wie die Ukraine in einigen Jahrzehnten nach dem Fracking aussehen würde, so wie teilweise in den USA, würde ja den Westen und die USA nicht weiter interessieren. Hauptsache man hätte außerdem noch einen riesigen Absatzmarkt mit einer Bevölkerung von über 40 Mio. Einwohnern. Was in einigen Jahrzehnten dann mit den fruchtbaren riesigen Schwarzerde-Feldern passiert ist, wenn industriell Monsantomais und anderer Dreck angebaut worden ist, wage ich gar nicht zu denken.
Ich glaube, diese Problematik, nur mit wenigen Worten angerissen, sollte man mit beachten, wenn man sich nicht von der Frontberichterstattung der deutschen Einheismedien allzusehr beeindrucken lassen will.
Ihren schönen Bericht möchte ich natürlich mit Ihrer Erlaubnis bei anderen Foren, wo ich so noch unterwegs bin, als Link oder auszugsweise mit Quellenangabe mit in die Diskussion einbeziehen.

Nun will ich hoffen, daß nicht irgend ein Idiot in der Ukraine oder auf der Krim noch einen Schußwechsel provoziert.

Mit freundlichen Grüßen nach Kaliningrad

der Radeberger

Dort gibts gutes Bier, was früher schon mal besser war.

Guenter_Duesterhus Veröffentlicht: 16. März 2014 09:31:49

Herr Niemeier

Bei diesem Konflikt geht es nicht um Wirtschaft, Logik oder Vernunft.
Im Westen haben Leute wie die Kochbrüder das Sagen.
Das sind echte Soziopathen und mit der „Tea Party“ als Machtmittel,
hetzen sie auch Obama in die radikale Ecke.
Ihre neoliberale Ideologie kann man gut mit feudalen oder nationalsozialistischem
Gedankengut beschreiben. Die Art und Weise wie sie auch die USA vor die
Wand fahren lassen, erklärt sie zu Psychopathen.
Jeder der aktiv in der Politik ist , hat Leichen im Keller. Zusammen mit der NSA
wird daraus eine diffuse Erpressbarkeit. Merkel ist also auch nur Stiefelknecht.
Was die USA machen ist tödlich für Russland und die EU und allein darum
geht es. Wir stehen am Ende des Giralgeldzyklus des Dollar und die infame
Oberschicht der USA will ihre Macht über diese wirtschaftliche Singularität
perpetuieren. Dazu dienen große Kriege. Sie verwischen die Verantwortlichkeiten
und erhalten das System privater Banken , die Geld aus dem Nichts schöpfen
und deshalb die Herren der Welt sind.

Da all diese neoliberalen Kaputtmenschen der Jugend nichts zu bieten haben,
entwickelt sich auch in Europa eine furchtbare Jugendarbeitslosigkeit.
Schulen sind da Verwahrstationen und danach kommt der Knast.
Um aber die Energie der Jugend wirklich abzufackeln hetzt man sie in Kriege.
Das sehen wir gerade in der Ukraine.
Wer sein eigenes fruchtbares Land frackt hat alle Neune nicht mehr beisammen.
Leute wie die Kochbrüder kennen nur nackte Gewalt. Ich hoffe die russischen
Iskander versagen nicht.

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