Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Zwanzig Millionen Arme in Russland. Ach, wirklich?

Di, 01 Jan 2019 ... mit deutschem Akzent


Zwanzig Millionen Arme in Russland. Ach, wirklich?
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Der russische Arbeitsminister Maxim Topilin hat in einem Interview informiert, dass Russland zwanzig Millionen Arme hat. Und diese Zahl muss halbiert werden. Und somit werde man bei jeder armen Familie an die Tür klopfen und schauen, warum sie so arm ist.

 

Zwanzig Millionen Bürger, das sind 13,3 Prozent der Gesamtbevölkerung, sind arm. So sagt es die Statistik, die russische Statistik. Und wie wir seit einigen Tagen wissen, scheint wohl in der russischen Statistikbehörde so einiges im Argen zu liegen. Deshalb ist ja auch der Behördenleiter zurückgetreten und der russische Premier meinte, man müsse wohl die gesamte Mannschaft austauschen.

Somit steht die Frage, ob man denn auch dieser Zahl „20 Millionen“ trauen kann.

Die Zahlen sind ja sicher entstanden, weil man Einkommenserklärungen ausgewertet, Steuererklärungen angeschaut, die Empfänger von Sozialleistungen analysiert hat. Und dann wurde berechnet, dass Russland 750-800 Milliarden Rubel benötigt, um die Hälfte der Armen unarm zu machen. Das heißt, dass ist die Summe des Existenzminimums multipliziert mit 20 Millionen. Natürlich hat Russland das Geld, wenn wir uns alleine anschauen, wie hoch die verschiedensten Reserven sind, aber man will das Geld natürlich nicht zum Fenster rauswerfen. 

Und so hat der russische Arbeitsminister einen zwar arbeits- und zeitaufwendigen, aber dennoch einfachen Vorschlag: Man will jede arme Familie in Russland besuchen und konkrete Gespräche mit diesen führen, um festzustellen, woher denn die Armut stamme.

Ich glaube, da werden wohl die losgeschickten Mitarbeiter der Regionalvertretungen des russischen Arbeitsministeriums wohl einige Überraschungen erleben, wer denn so alles als arm in den Statistiken geführt wird. Und diejenigen, die wirklich arm sind, … tja, da wird es wohl die nächsten Überraschungen geben, warum diese arm sind.

So glaube ich persönlich, dass, ohne den offiziellen Besuchen bei den Armen vorgreifen zu wollen, nach diesen Besuchen die Aufgabe der Halbierung der Armut in Russland zur Hälfte schon erfüllt ist.

Um den Mund nicht zu voll zu nehmen, meinte der russische Arbeitsminister, dass man sich ein paar Pilotregionen ausgesucht habe, wo man mit den Hausbesuchen beginnen will. Und, um nicht alle unter Generalverdacht zu stellen – natürlich gibt es Arme und vermutlich handelt es sich hierbei um Familien mit vielen Kindern. Und dafür findet Russland ganz schnell eine Lösung.

Reklame

Soziales

   Kommentare ( 2 )

Frank Werner Veröffentlicht: 1. Januar 2019 19:01:50

... einfach die Randbedingungen der Statistik anpassen - schon sind die Armen weg ...

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 3. Januar 2019 03:13:45

Ich habe mir mal heute Nachmittag das Problem durch den Kopf gehen lassen und habe mir das so richtig "illustriert" vorgestellt, wenn bekannt wird, daß in der oder jener Oblast die Steuerbehörde unterwegs ist, um die "Armen" zu überprüfen. Wie schnell macht man das jetzt, den großen Mercedes auf die halbblinde Großmutter überschreiben zu wollen, die noch nie einen Führerschein aber ein uraltes Fahrrad hatte. Mist, die ist ja wirklich arm. Wo soll die das Geld her gehabt haben. Selbstanzeige, Steuernachmeldungen, das volle Programm, wie bei den Steuersündern, die in der EU drohten bekannt zu werden aufgrund der geklauten Daten auf den CD´s.

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an