Die Armut soll in Russland wachsen

Die Armut soll in Russland wachsen
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Russland kann man mit dem normalen Verstand nicht verstehen, mit der normalen Elle nicht messen. An Russland muss man einfach nur glauben. Diese vereinfachten Worte des russischen Klassikers Tutschew kommen einem in den Sinn, wenn man Meldungen zur Entwicklung der Armut in Russland liest.

Erst für das vergangene Jahr wurde ein Rückgang der registrierten Armut in Russland verkündet. Es war kein großer Rückgang, eher irgendeine Zahl rechts vom Komma.

Nun verkündete die russische Statistikbehörde, also die Behörde, die seit Monaten wegen unprofessioneller Arbeit in der Kritik steht, dass die russische Armut im ersten Halbjahr 2019 gewachsen ist – von 13,9 Prozent auf 14,3 Prozent. Somit sind die Erfolge des vergangenen Jahres zunichte gemacht worden.

Von Armut spricht man in Russland, wenn das Einkommen niedriger ist, als das Existenzminimum. Somit verfügen 20,9 Mio. Russen über weniger Geld als man braucht um zu überleben.

Das Eigenartige ist allerdings, dass alle leben, niemand in Russland verhungert, die Schlangen in den Supermärkten immer länger werden, die Parkplätze vor den Supermärkten, Fitnesszentren und Restaurants überfüllt sind.

Die russische Statistikbehörde erklärt das Anwachsen der Armut mit einer neuen Methodik der Berechnung, d.h. der Berechnung des Indexes der Preise für Waren des täglichen Bedarfs und dem Existenzminimum – was immer man darunter verstehen mag.

Damit die Bevölkerung wohl nicht zu viele Fragen stellt, hat die russische Statistikbehörde seit April 2019 keine Angaben zur monatlichen Einkommenssituation der Bevölkerung mehr veröffentlicht. Auch dies wird mit einer neuen Methodik der Berechnung erklärt, wo man die Bevölkerung nicht verwirren will.

Russische Medien informieren, dass die Realeinkommen der Bevölkerung von 2014-2018 um 11 Prozent gefallen sein sollen.

 

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