Das Leben in Russland bleibt weiter interessant

Das Leben in Russland bleibt weiter interessant
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der stürmischen Entwicklung unternehmerischer Freiheiten, entwickelten sich die Kioske und fliegenden Verkaufsstände zu einer regelrechten Plage im Straßenbild der russischen Städte. Irgendwann waren sie nicht mehr zeitgemäß und sollten wieder entfernt werden. Moskau entfernte radikal, ohne Rücksicht auf Verluste, andere Städte gingen zaghafter vor. Jetzt soll alles wieder zurückkehren.

Kein Mensch hungert in Russland und auch in den Warteschlangen an den vielen Kassen der russischen Supermärkte, ist bisher noch niemand im Rahmen des Alterungsprozesses gestorben. Eigentlich läuft alles, wie man es sich vorstellt. Warum das russische Ministerium für Industrie und Handel nun wieder auf die Idee kommt, die Kioske in das russische Straßenbild zurückzuholen, bleibt wohl vorerst ein Rätsel.

Der Stellvertretende Minister Viktor Jewtuchow erzählte in einem Interview mit der Zeitung „Rossiskaja Gaseta“ über einen Gesetzentwurf, den sein Ministerium vorbereitet. Sollte dieser das gnädige Wohlwollen der Staatsduma finden, werden wohl die Zustände der 90er und frühen 2000er Jahre in das Straßenbild russischer Städte zurückkehren.

Angeblich gibt es ein großes Defizit an Handelsfläche in Russland. Die großen Supermärkte und Handelszentren decken bis zu 40 Prozent des Marktes ab. Aber es gibt viele, die ihre eigenen Produkte als Kleinerzeuger verkaufen wollen und diese finden keine Möglichkeit.

Sein Ministerium habe die Situation in Russland mit der Situation in anderen entwickelten Ländern verglichen. man habe festgestellt, dass Russland, berechnet auf 1000 Einwohner, nur halb so viel Verkaufsfläche hat, wie andere Länder. Und die kleinen, fliegenden Händler könnten dieses Problem lösen.

Er gehe davon aus, so der stellvertretende Minister, dass es bis zu 50.000 neuer Verkaufspunkte in Russland geben könnte, wenn das Gesetz in Kraft tritt. Dazu kommt, dass für die Entwicklung dieser mobilen Verkaufspunkte einige hundert Milliarden Rubel an Investitionen zu erwarten sind. Weiterhin könnten bis zu 250.000 neue Arbeitsplätze im Land geschaffen werden.

Das neue Gesetz berücksichtigt die Erfahrungen der Vergangenheit und soll die Rechte der mobilen Händler schützen und besser regeln.

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Kommentare ( 1 )

  • Hauke

    Veröffentlicht: 14. Februar 2019 13:06 pm

    Wenn man nun den Kleinerzeugen 2 mal wöchentlich einen Markt zur Verfügung stellen würde so wie es früher auf den Marktplätzen üblich war wäre das dann eine Germanisierung?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 14. Februar 2019 15:09

      ... es geht nicht um Kaliningrad, es geht um Russland insgesamt. Und diese Märkte gibt es bereits, auch in Kaliningrad - und nicht nur einen.

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