Russland plant besseren Schutz seiner Häuslebauer

Russland plant besseren Schutz seiner Häuslebauer
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Sehr viele Russen träumen von einer Eigentumswohnung oder einem eigenen Häuschen. Viele Russen erfüllen sich diesen Wunsch mittels Hypotheken und eigenen Ersparnissen, denn nicht alle kamen in den Genuss einer kostenlos privatisierten Wohnung in den 90er Jahren. Aber es gibt Risiken.

Die Risiken der russischen Häuslebauer bestehen in der Geldanlage, in der Sicherung der Gelder, die für den Erwerb einer Immobilie vorgesehen sind. Das jetzige russische Bankeinlagensicherungssystem sieht, im Falle eines Lizenzentzuges, die vollständige Erstattung der Einlagen vor, jedoch nicht mehr als 1,4 Mio. Rubel. Natürlich spart der Russe das Geld auf einem Bankkonto an, insbesondere weil attraktive Zinsen von sechs bis acht Prozent gegenwärtig helfen, die Eigenfinanzierung gut voranzutreiben.

Aber die Summen, die für eine Immobilie angespart werden, sind meist wesentlich größer als 1,4 Mio. Rubel und im Falle eines Lizenzentzuges für eine Bank, verliert der Häuslebauer alles, was sich über 1,4 Mio. Rubel auf seinem Bankkonto befindet.

Ein weiteres Problem ist, dass natürlich viele ihre Immobilie über eine Hypothek finanzieren. Um eine Hypothek zu erhalten, muss, wie auch in Deutschland üblich, eine Summe an Eigenkapital vorhanden sein. Und auch hier übersteigt diese Summe häufig den Betrag von 1,4 Mio. Rubel.

Um die Bürger zu schützen, die selbständig ihr Wohnungsproblem lösen wollen, wurde nun ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der vorsieht, Geldanlagen, die der Finanzierung von Wohnerwerb dienen, in einem Umfang von bis zu 10 Mio. Rubel über den Bankeinlagensicherungsfond zu schützen. Gegenwärtig wird der Gesetzentwurf in den russischen Ministerien beraten und soll Ende März der Staatsduma zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Die Summe von 10 Mio. Rubel entspricht dem durchschnittlichen Kaufwert einer Immobilie in Russland.

Weitere Anhebungen des Einlagensicherungsfonds sind geplant. Hierbei geht es um Gelder, die operativ auf einem Konto eintreffen und durch die Verfügungsberechtigten nicht rechtzeitig, bis zum Lizenzentzug abgehoben werden konnten – also z.B. bei der Auszahlung von anderen Versicherungssummen im Schadensfall, im Erbfall usw.

Die Anzahl der Lizenzentzüge scheint im Jahre 2019 erheblich zurückzugehen, denn die Aktivitäten der Zentralbank für die Monate Januar und Februar sind sehr ruhig. Nur vier Banken haben die Lizenz verloren. Es ist somit ersichtlich, dass der Prozess der Bankendisziplinierung in Russland sich langsam dem Ende zuneigt und die Gefahr des Verlustes von Bankeinlagen von Monat zu Monat geringer wird.

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Kommentare ( 2 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 8. März 2019 15:38 pm

    "Die Summe von 10 Mio. Rubel entspricht dem durchschnittlichen Kaufwert einer Immobilie in Russland."

    Das wären so ca. 130.000 bis 135.000 Euro.
    Wie groß und mit welcher Ausstattung kann man denn bei einem solchen Durchschnittswert rechnen?

    Für Deutschland kann man mit dieser Summe als Eigenkapital, was entsprechend der Größe von 130 bis 150 m² entsprechen würde und einer mittleren vernünftigen Austattung rechnen. Sa würde dann in etwa ein Drittel der Bausumme betragen.
    Aber das ist von vielen weiteren Faktoren abhängig. Ob man des Grundstück bereits besitzt, ob es erschlossen ist, wieviel Eigenleistung erbracht werden kann usw. Dann kann es natürlich um einiges billiger werden. Manchen EFH sieht man aber auch nicht an, daß sie über eine halbe Mio. oder gar mehr gekostet haben.
    Nun muß man natürlich die 10 Mio. Rubel ins Verhältnis zu dem durchschnittlichen Einkommen setzen in dieser Interessen- und Einkommensgruppe.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 8. März 2019 17:36

      In Russland werden Neubauwohnungen grundsätzlich im Zuistand "Grauer Schlüssel" verkaufr, d.h. nackte Wände ohne ohne Tapete, ohne Türen, ohne Sanitärtechnik. In Kaliningrad sollte man für einen Quadratmeter mit 50.000 Rbel rechnen. Es gibt billigeres, aber nicht unter 40.000; in Abhängigkeit von der Lage.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 8. März 2019 19:14 pm

    "In Russland werden Neubauwohnungen grundsätzlich im Zuistand "Grauer Schlüssel" verkaufr, d.h. nackte Wände ohne ohne Tapete, ohne Türen, ohne Sanitärtechnik."

    Finde ich eigentlich fast ideal, weil doch die "Geschmäcker ", die handwerklichen Fähigkeiten in der Famile und die Geldbeutel sehr unterschiedlich sind.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 8. März 2019 19:18

      ... so ist es. Dazu kommt, dass natürlich oftmals das Geld nicht ausreicht, eine Wohnung schlüsselfertig zu kaufen. Und um das Gesamtgeld anzusparen braucht es Zeit und in der Zwischenzeit steigen die Preise. So kann man die Wohnung kaufen und wenn Geld vorhanden ist, Schritt für Schritt ausbauen.

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