Deutscher Bürger Andrè Köhler erklärt sich in Kaliningrad für bankrott

Deutscher Bürger Andrè Köhler erklärt sich in Kaliningrad für bankrott
 
Der deutsche Staatsbürger Andrè Köhler, der seit Mitte der 90er Jahre in Kaliningrad lebt und verschiedene geschäftliche Aktivitäten unterhält, hat sich für Bankrott erklärt. Das zuständige Gericht hat den Verwaltungsvorgang amtlich und rechtlich verbindlich bestätigt.
 
 
Andrè Köhler ist in den Kaliningrader Businessstrukturen bekannt. Neben seiner geschäftlichen Tätigkeit im Immobilienbereich, füllt er seit 2005 die Funktion des Vizepräsidenten der Assoziation ausländischer Investoren im Kaliningrader Gebiet aus.
 
 
Ende 2010 und danach stand Herr Köhler mehrmals im Aufmerksamkeitsfocus des russischen Sicherheitsdienstes FSB und anderer Rechtspflegeorgane. Er wurde beschuldigt, Einfluss auf Entscheidungen der Gebietsregierung genommen zu haben.
 
 
Letztmalig erhielt er im vergangenen Jahr die Möglichkeit, den Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow auf einer Reise nach Deutschland zu begleiten. Als Mitglied der Regierungsdelegation sollte er deutschen Unternehmern erklären, wie erfolgreich man in Kaliningrad arbeiten kann.
 
 
Ein weiteres Mitglied der Delegation war damals Herr Pleschkow, Unternehmer und Vorsitzender der Partei „Jabloko“ im Kaliningrader Gebiet. Während er den Gouverneur begleitete, fanden Haussuchungen in Kaliningrad statt und es wurden Ermittlungsverfahren wegen Steuervergehens im besonders großen Umfang eingeleitet.
 
 
Es scheint, als ob der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow bei der Auswahl von Personen, die ihn auf seinen Reisen begleiten und Werbung für Kaliningrad, als interessanten Investitionsort machen sollen, keine besonders glückliche Hand hat.
 
 
Herr Köhler hinterlässt einen Schuldenberg von 611 Mio. Rubel, rund 7,5 Mio. Euro.
 
 
In Russland gilt ein ähnliches Privatinsolvenzgesetz wie auch in Deutschland. Dass Herr Köhler somit zum Sozialfall in Russland wird, ist aber kaum zu erwarten, denn er hat sich über einen längeren Zeitraum auf den neuen „Sozialstand“ vorbereiten können.
 
 
Interessant bleibt abzuwarten, wie er als Bankrottier weiterhin in der Assoziation ausländischer Investoren mitarbeiten wird – dazu noch in der sehr verantwortlichen Funktion als Vizepräsident.
 
 
Das Verwaltungsgericht kommentierte in seiner Entscheidung, dass die Schulden von Herrn Köhler in keinem Verhältnis zu seinem Vermögensstatus stehen und es somit keinerlei Chancen sieht, dass die Schulden über Beschlagnahme von Eigentumswerten zumindest in einem gewissen Maße über einen einigermaßen realen Zeitraum abgetragen werden.
 
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Der Kreditgeber, die Firma „Zessia“, hatte das Gericht gebeten, den Antrag von Andrè Köhler auf Insolvenz zurückzuweisen. Das Gericht folgte dem Antrag nicht und somit wird die Kreditsumme wohl endgültig abgeschrieben werden müssen.
 
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Mit diesem Vorgang reiht sich Herr Köhler in die Reihe der Deutschen ein, die seit Anfang der 90er Jahre Kaliningrad bereisten und letztendlich nicht dafür sorgten, dass die stereotypen, superlativen Vorstellungen der Russen über Deutsche eine Bestätigung finden.
 
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