Deutscher Generalkonsul zu Antrittsbesuch bei der politischen Führung der Region

Deutscher Generalkonsul zu Antrittsbesuch bei der politischen Führung der Region

 

Die Internetportale der diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland im Gebiet Kaliningrad, der Kaliningrader Gebietsregierung und der Kaliningrader Gebietsduma informieren über den Antrittsbesuch des neuen Generalkonsuls bei der politischen Führung der Region. Interessant zu lesen sind die diplomatischen Formulierungen.

Generalkonsul Hans Günther Mattern wurde am 30. September 2019 vom Gouverneur des Kaliningrader Gebiets Anton Andrejewitsch Alichanow zum obligatorischen Antrittsbesuch empfangen.

 

 

Wie durch das Generalkonsulat hervorgehoben wurde, bekräftigten beide Seiten den Willen zur Zusammenarbeit in Wirtschaft und Kultur.

Gouverneur Anton Alichanow unterstrich die guten Kontakte der Region Kaliningrad zu den Bundesländern Brandenburg, Thüringen und Schleswig-Holstein.

Generalkonsul Mattern sagte, geeignete Ansatzpunkte für gemeinsame, möglichst konkrete Projekte, könne man sowohl in der gemeinsamen Geschichte als auch in modernen Vorhaben unter Einbezug der jungen Generation finden. Deutschland wolle dazu mit staatlichen Strukturen und mit Vertretern der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.

 

 

Auf der Internetseite der Kaliningrader Gebietsregierung findet sich unter dem Datum 30. September eine Information über den Antrittsbesuch des deutschen Generalkonsuls.

„Ich begrüße Sie im Kaliningrader Gebiet. Wir sind erfreut, dass der Wechsel in der Führung des deutschen Generalkonsulats organisiert und schnell erfolgte“, - so Alichanow.

Die BRD sei ein führender Partner in der Region, sowohl in Fragen zwischenregionaler Beziehungen, wie auch in der Wirtschaft. Deutschland gehört zu den drei größten Außenhandelspartnern des Kaliningrader Gebietes. Als wichtigste Regionalpartner nannte Anton Andrejewitsch Schleswig-Holstein und Brandenburg.

Alichanow erinnerte, dass man im Dezember den 20. Jahrestag des Beginns der Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein begehen werde. Man hoffe auf eine weitere Zusammenarbeit im Bereich der Wahrung des Kulturerbes und bei der Vorbereitung des Jubiläums zum 300. Geburtstag von Immanuel Kant.

Generalkonsul Mattern erwiderte, dass er seinen Dienst vor zwei Wochen angetreten habe. In dieser Zeit habe er sich mit dem Gebiet vertraut gemacht. Er freue sich sehr in Kaliningrad arbeiten zu dürfen, denn er habe sich diesen neuen Einsatzort selber ausgesucht. Er informierte, dass der Präsident der Bundesrepublik Deutschland ihm die Aufgabe gestellt habe, sich in erster Linie auf die Wirtschaft und Kultur zu konzentrieren. Und er werde sich mit Vergnügen konkreten Projekten, gemeinsam mit dem Gouverneur stellen.

 

 

In der Kaliningrader Gebietsduma wurde der deutsche Generalkonsul durch deren Vorsitzende Marina Orgejewa empfangen. Am Treffen nahm auch der Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Sicherheit und Rechtspflege Alexander Musewitsch sowie weitere Ausschussvorsitzende teil.

Marina Orgejewa hob die guten Beziehungen der Region zum deutschen Generalkonsulat hervor. In der Duma gibt es Memoranden über die Zusammenarbeit mit den Parlamenten und Landtagen in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Thüringen und Hamburg. Im Rahmen dieser Vereinbarungen habe man die Kontakte unterhalten, insbesondere im Bereich der Bildung und des Jugendaustausches.

Der Generalkonsul unterstrich die Wichtigkeit der zwischenregionalen Beziehungen. Wichtig ist auch die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Parlamenten. Auch hier informierte er, dass er sich den Dienstort selber ausgesucht habe und sich in seiner Arbeit auf die Fragen der Kultur und Wirtschaft konzentrieren wolle.

Einem nichtinformierten Blogger fällt bei all diesen Meldungen auf, dass keine der Seiten über eine politische Zusammenarbeit gesprochen hat.

Während auf der Internetseite des Generalkonsulats davon gesprochen wurde, dass der Gouverneur die gute Zusammenarbeit zu den Ländern Schleswig-Holstein, Brandenburg und Thüringen hervorgehoben habe, wurde in der Pressemitteilung des Gouverneurs das Land Thüringen nicht erwähnt.

Weiterhin erwähnte der Gouverneur, dass er sich darüber freue, dass der Wechsel im deutschen Generalkonsulat gut organisiert und schnell vonstatten gegangen ist. Den Fotos auf der Internetseite ist leider nicht zu entnehmen, ob der Gouverneur dabei ein wenig geschmunzelt hat.

An allen Stellen wurde die wirtschaftliche Zusammenarbeit hervorgehoben und der Gouverneur erwähnte sogar, dass Deutschland zur Troika der größten Handelspartner gehörte. Niemand erwähnte, die erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Mitteilung, dass die einzige Vertretung der deutschen Wirtschaft im Kaliningrader Gebiet, ihre Pforten nach 25 Jahren Anwesenheit schließt.

In der Gebietsduma wurden die guten Kontakte zu den Parlamenten der genannten deutschen Regionen hervorgehoben. Wer sich allerdings mit den Rechenschaftsberichten der Kaliningrader Gebietsduma beschäftigt, wird sich hinterher fragen, was denn nun eigentlich konkret getan wurde.

Am 3. Oktober wird der deutsche Generalkonsul im Saal „Königsberg“ des Hotels „Radisson“ einen Empfang, anlässlich des 29. Jahrestages der Wiedervereinigung Deutschlands geben, der ohne die Verdienste der Sowjetunion, nicht stattfinden könnte. Die russische Seite wird sicherlich mit ihren Vertretern aufmerksam den Worten des neuen deutschen Generalkonsuls folgen. Hoffen wir, dass an wahre historische Fakten in den Jahren 1989/90 in der Rede von Herrn Mattern erinnert wird.

Interessant wird auch zu beobachten sein, welche offiziellen Vertreter der Einladung des deutschen Generalkonsuls diesmal folgen werden, ob diese das Wort am Rednerpult ergreifen und wie lange sie sprechen. Der Vertreter des russischen Außenministeriums Pawel Mamontow nutzte im vergangenen Jahr nicht das Rednerpult und seine kompakte Rede dauerte 30 Sekunden.

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