Deutsches Generalkonsulat in Kaliningrad sorgte für Gänsehaut – Der Tag der Einheit

Deutsches Generalkonsulat in Kaliningrad sorgte für Gänsehaut – Der Tag der Einheit

 

Am 3. Oktober hatte der neue Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Kaliningrad Hans Günther Mattern bekannte und weniger bekannte russische und deutsche Bürger eingeladen, den 29. Jahrestag der Wiedervereinigung gemeinsam zu feiern. Die Feier wurde, wie im vergangenen Jahr, im Saal „Königsberg“ des Hotels „Radisson“ ausgerichtet.

 

Foto: Das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Kaliningrad
 
Gezählt habe ich die Gäste nicht, die der Einladung des neuen Generalkonsuls gefolgt sind, aber es waren viele. Ein Teil der Gäste war sicherlich neugierig auf den neuen Generalkonsul, der vor zwei Wochen in Kaliningrad eingetroffen war und am 30. September, gerade noch rechtzeitig vor den Feierlichkeiten zur deutschen Einheit, dem Gouverneur des Kaliningrader Gebietes einen Antrittsbesuch abstatten konnte.

 

Foto: Leiterin der Agentur für auswärtige Angelegenheiten Alla Iwanowa (rechts)
 
Ein weiterer Teil der Gäste war sicher der Einladung gefolgt, weil man sich ein gutes Verhältnis mit Deutschland, einem starken Land in Europa wünscht und man die Gelegenheit während der Feierlichkeiten nutzen wollte, um diesem oder jenem Mitarbeiter des Generalkonsulats mitzuteilen, dass man das gegenwärtige, denkbar schlechte Verhältnis zwischen beiden Ländern, bedaure.

 

Foto: Leiter der Vertretung des russischen Außenministeriums im Kaliningrader Gebiet Pawel Mamontow
 
Und ein dritter Teil war wohl der Einladung gefolgt, weil es nach dem obligatorischen offiziellen Teil immer ein mehr als reichhaltiges Bankett gibt.

 

Foto: Generalkonsul Mattern begrüßt Gäste zum Tag der Deutschen Einheit
 
Als langjähriger Besucher der Feierlichkeiten zum Tag der Wiedervereinigung Deutschlands kenne ich natürlich den besten Platz, den man ab 17 Uhr einnehmen muss, damit man alle Gäste sieht. An der Eingangstür zum Saal-2 Königsberg ist der beste Platz, denn hier nehmen die Vertreter des Generalkonsulats Aufstellung, um die Glückwünsche der Gäste entgegenzunehmen und jeder Gast muss somit auch an der Kamera derjenigen vorbei, die dort stehen, um spannende, interessante und wissensvermittelnde Momente auf Bild festzuhalten.

 

Foto: Autor der Gestaltung der Bärenfigur auf dem Gelände des Generalkonsulats
 
Für einen aufmerksamen Beobachter ist interessant, welche Gäste eingeladen werden und wie diese begrüßt werden. Das Zeremoniell ist durchaus differenziert und vielsagend.
 
Erstmals bemerkte ich zwei Vertreter des Militärattachè`s aus Moskau und beide, wenn ich es richtig gehört habe, sprachen Russisch, einer davon sogar ohne Akzent.

 

Foto: Sergej Sterlin - kurz "Lwowitsch" in der Kaliningrader Gesellschaft genannt. Vertreter und Redakteur der jüdischen Gemeinde
 
Gegen 18.30 Uhr, mit ein klein wenig Verspätung, die Begrüßung der Gäste dauerte etwas länger als geplant, begann der offizielle Teil der Feierlichkeiten. Hier sorgte das Generalkonsulat endlich für das Gefühl, was man bei derartigen Gelegenheiten spüren möchte: Die Gänsehaut, wenn die Nationalhymne Deutschlands und die Nationalhymne Russlands gespielt wird, die Gespräche verstummen und die Gäste in einer ehrenden Position verharren … – mit einigen wenigen Ausnahmen.
 
Anschließend trat der deutsche Generalkonsul an das Rednerpult. Seine Rede war keine bilaterale Rede, sondern globaler angelegt. Hören wir in einige Kernsätze seiner Rede, die 7.15 Minuten dauerte, hinein.

 

Foto: Generalkonsul Hans Günther Mattern bei seiner Rede anlässlich des Jahrestages der Deutschen Einheit 2019
 
Anschließend ergriffen russische Vertreter das Wort. Gouverneur, Vizegouverneure, Minister oder Bürgermeister waren zu den Feierlichkeiten nicht erschienen. Man entsandte die Leiterin der Agentur für ausländische Beziehungen, Frau Ministerin Alla Iwanowa, die im Verlaufe von rund zwei Minuten eine Grußadresse des Gouverneurs verlas und einige nette Worte ihrerseits ergänzte.
 
Danach ergriff ein Vertreter der Gebietsduma das Wort und übermittelte ebenfalls Grüße der Vorsitzenden der Gebietsduma. Seine höfliche Rede dauerte rund 90 Sekunden.
 
Dann trat der Leiter der Vertretung des russischen Außenministeriums Pawel Mamontow an das Rednerpult. Er hatte den Ausführungen seiner Vorredner und den Wünschen in den offiziellen Dokumenten aus Moskau, anlässlich des deutschen Feiertages, nichts weiter hinzuzufügen und beendet seine Grußworte nach 39 Sekunden.
 
Der Generalkonsul bat anschließend die Gäste zum reichhaltigen Imbiss. Viele nutzten die Gelegenheit für Gespräche und neue Kontakte. Gegen 20 Uhr begannen die Räumlichkeiten sich zu leeren.

 

Foto: Generalkonsul Mattern (rechts) und Duma-Abgeordneter Leonid Stepanjuk
 
Insgesamt sicherlich ein guter Start des neuen Generalkonsuls in Kaliningrad, auch wenn die äußeren Begleitumständen den Feiertag nicht so gestaltet haben, wie vielleicht von vielen gewünscht. Aber für die große Politik ist Kaliningrad nicht zuständig. Hoffen wir, dass die Pläne des neuen Generalkonsuls, sich um konkrete Projekte in der Kultur und Wirtschaft zu kümmern, im Interesse beider Seiten in Erfüllung gehen.
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