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Ein deutscher Unternehmer in Kaliningrad stellt seinen Erfahrungsbericht vor

Mi, 13 Mär 2019 Deutsche und Deutsches


Ein deutscher Unternehmer in Kaliningrad stellt seinen Erfahrungsbericht vor

"Kaliningrad-Domizil" bedankt sich bei dem deutschen Unternehmer Uwe Stieblich für die Nutzung des Portals zur Darstellung deutscher unternehmerischer Aktivitäten im Kaliningrader Gebiet. "Kaliningrad-Domizil" übernimmt den Beitrag im Original, so wie er erarbeitet und eingereicht wurde.

 

Unternehmensbericht OOO Stieblich - Industriebau-Projektbüro. Einschätzung der Entwicklung von 2010 bis 2019

 

Wir beschreiben jetzt das Jahr 2019 mit starken politischen und wirtschaftlichen Belastungen zwischen Deutschland, der Europäischen Union und Russland.

2007 – Bei dem Beginn meiner geplanten wirtschaftlichen Tätigkeit in Russland sah die Lage völlig anders aus. Eine Wirtschaftsdelegation nach der anderen fuhr nach Russland Nordwest, nach Kaliningrad und es war ein sehr enges freundschaftliches Verhältnis zwischen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern und den Ostseestädten Russlands in den Regionen Russland Nordwest und Kaliningrad gegeben. Eine Aufbruchsstimmung.

Von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern wurden mittelständische Betriebe aufgerufen, in Russland zu investieren.

Nachdem ich vier Regierungsdelegationsreisen nach Russland, Baltikum und Kaliningrad mitgemacht habe, habe ich mich entschlossen, in Kaliningrad eine Investition durchzuführen, weil es von Mecklenburg-Vorpommern nicht weit weg ist und man das Gebiet über Flugzeug, Eisenbahn und Auto oder Schiff vernünftig erreichen kann und Ware auch weiter versenden kann.

Die Aufbruchsstimmung war so groß, dass ich mich 2010 entschlossen habe, einen Betriebsteil für 1,3 Mio. Euro für den Schlüsselfertigbau und dicht am Flugplatz Kaliningrad in Otradnoje zu errichten.

Foto: Niederlassung der Firma Stieblich im Kaliningrader Gebiet
 
Die Stimmung war gut, haben ein wunderschönes Richtfest gefeiert und jeden Monat bin ich mit meinem Betriebsflugzeug nach Kaliningrad geflogen, welches 2 Stunden Flugzeit beinhaltete und von Schreibtisch zu Schreibtisch waren es insgesamt 3 Stunden.

Dieses war die Lösung, um Stieblich Russland von dem Stammhaus in Deutschland Mecklenburg-Vorpommern vernünftig zu steuern.

Geschäftlich lief es eher holprig, aber wir erhielten größere Projektierungsaufträge, wo wir das deutsche Know- How in Russland gut einsetzen konnten. So haben wir zum Beispiel das VW Autohaus an dem Ostautobahnring komplett projektiert und diverse andere Projekte im Bereich Automotive, im Bereich Lager- und Verkaufsstellen realisiert.

In der Region Kaliningrad engagierte ich mich sehr als Leiter der deutschen Auslandshandelskammer in der Abteilung Kaliningrad und wir haben mit Dr. Stein monatlich einen deutsch-russischen Wirtschaftsabend durchgeführt, wo die aktiven deutschen Unternehmer auch daran teilgenommen haben.

Parallel sind wir Mitglied der FIAS, wo die internationalen größeren Betreibe im Kaliningrader Gebiet vertreten sind, mit dem Ziel, schlüsselfertiges Bauen auf unseren Spezialgebieten Büroausbau, Kühlausbau, Errichtung von Produktionsfabriken im Kaliningrader Gebiet zu realisieren.

Mit der zunehmenden Verschlechterung des Klimas der politischen Lage zwischen Deutschland und der Europäischen Union und Russland mit Polen wurde die Erreichbarkeit des Gebietes von Jahr zu Jahr immer schlechter. Es fliegt von Berlin kein Direktflug nach Kaliningrad, es gibt keine Eisenbahnschnellverbindung nach Kaliningrad, die Grenzabfertigung ist völlig unplanbar und liegt zwischen einem und sechs Stunden trotz wenig Verkehr.

Die wirtschaftlichen Sanktionen werden von Jahr zu Jahr verlängert, so dass es immer schwieriger wird, das angedachte Geschäftsschlüsselfertigbauen in Planung und Realisierung aus einer Hand im Kaliningrader Gebiet erfolgreich anzubieten.

Der Gipfel der wirtschaftlichen Ausgrenzung war der Bau des neuen Flughafens, die Anhebung der Start- und Landegebühren für mein Sportflugzeug Beech Bonanza, wo ich statt 200 € jetzt 1500 € pro Start und Landung entrichten soll.

 

Foto: Unternehmer Stieblich reist mit eigenem Flugzeug zu Geschäftsterminen nach Kaliningrad
 
In Deutschland und Europa kostet so was zwischen 20 € und 50 €. Alle schriftlichen Beschwerdebriefe an den Flughafen, an die Wirtschaftsabteilung, an den Gouverneur blieben bisher unbeachtet und interessenlos.

Wenn man zu einem Investitionsgebiet nicht hinkommt und nicht wegkommt, dann macht es für die ausländischen Investoren auch keinen Sinn, in diese Region Zeit, Zukunft und Geld zu investieren.

Unser Land Mecklenburg-Vorpommern ist Vorreiter für außerordentlich gewollte gute Beziehung zu Russland Nordwest und zum Kaliningrader Gebiet. Seit Jahren werden deutsch-russische Gesprächstage in St.- Petersburg sowie in Rostock realisiert, wo in diesem Jahr über 880 geladene Gäste gekommen sind und die komplette Landesregierung des Leningrader Gebietes.

Als Wirtschaftsbotschafter des Landes Mecklenburg-Vorpommern habe ich versucht, starken Einfluss zu nehmen, dass die Chance die Gebietsregierung in Kaliningrad ergreift und die vielen Austauschprojekte, welche das Land Mecklenburg-Vorpommern mit Russland Nordwest realisiert, noch ein Tortenstück davon abbekommt. Leider wurde dieses trotz mehrfacher Aufforderung nicht erkannt und wie Vieles auf wirtschaftlichem Gebiet nicht wahrgenommen und nicht genutzt. Sowie zum Russlandtag am 17.10.2018 der Minister für Industrie und Handel der Russischen Föderation, der Gouverneur des Leningrader Gebietes, der erste Stellvertretende und der Vorsitzender der DUMA sowie der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, um einige Mitglieder der großen russischen Delegation zu nennen, hat diese große Chance, dass Kaliningrader Gebiet mit der Gebietsregierung einfach nicht erkannt.

 

Foto: Unternehmer Uwe Stieblich - bekannter und aktiver Unternehmer im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
 
Diese Interessenlosigkeit ist für mich als deutschen Investor im Kaliningrader Gebiet völlig unverständlich und geht in meiner Denkweise nicht ein.

Im letzten Jahr war die Fußball Weltmeisterschaft. Mein Betrieb ist mit einem ganzen russischen Reisebus aus Kaliningrad von Güstrow zum Fußballspiel England gegen Belgien angereist und wir haben wunderschöne Tage im Kaliningrader Gebiet verbracht. Der Bau des Fußballstadions war eine enorm große Leistung der russischen Baubetriebe. Hohe Anerkennung, dass zu dem Termin die Sportspiele durchgeführt werden konnten.

 

Foto: Mitarbeiter der Firma Stieblich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Kaliningrad
 
Die wirtschaftliche Entwicklung in Bezug auf ausländische Investoren hauptsächlich aus Deutschland ist in den letzten Jahren immer weiter geschrumpft. Wir haben aktuell Chancen und Möglichkeiten für Investitionen in Russland und auch russische Firmen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Eine Grundvoraussetzung ist aber, dass man vernünftig als Geschäftsmann in das Land in einer planbaren Zeiteinheit einreisen kann.

Wir, Unternehmer, kämpfen alle jeden Tag um jede Minute. Die derzeitigen Grenzabfertigungen sind unzumutbar.

Die meisten Firmen machen ihre Termine nach Osteuropa mit Privatflugzeugen, weil sie gar keine Zeit haben, mit Linienflugzeugen von Berlin über Moskau zurück nach Kaliningrad zu fliegen, um dort für 3 – 4 Stunden Beratungen durchzuführen. Die Start- und Landegebühren könnten für die ausländischen Investoren auf ein Minimum reduziert werden oder auf EU-Niveau angeglichen werden. Was zur Zeit ein Investor mit Gebühren und Grenzabfertigungen erlebt, macht er das nur einmal und kommt nicht wieder. Gegenseitige Fachkräfteausbildung in Kaliningrad, in Mecklenburg-Vorpommern ist völlig ungenügend und unterentwickelt. Es gibt viele Russen, welche bei uns studieren möchten und können und umgekehrt. Grundlage ist die deutsche Sprache. Es gibt viele Angebote in Mecklenburg-Vorpommern zu studieren oder eine gleichwertige handwerkliche Ausbildung durchzuführen und umgekehrt auch.

Ich habe in der Berufsschule in Gussew Kontakte mit dem Ziel, dass mit ähnlichen Berufsschulstandorten bei uns in Mecklenburg-Vorpommern eine Aus- und Weiterbildung durchgeführt wird, geknüpft.

Zustande kam es bisher nicht, weil die russischen Lehrer und Direktoren die Reisekosten nach Deutschland nicht bezahlt bekommen.

Es gibt Förderprogramme, die von Mecklenburg-Vorpommern mit dem Kaliningrader Gebiet durchgeführt werden können, welches alles nicht genutzt werden.

Mein Betrieb hat zur Zeit eine Auszubildende, eine junge Frau aus Kaliningrad, für eine 3-jährige kaufmännische Ausbildung, welche jetzt seit 1,5 Jahren bei mir ist, mit zunehmend guten Ergebnissen. Die junge Frau ist stolz, hier in Deutschland eine Fachausbildung durchzuführen, dabei die Sprache perfekt in Wort und Schrift neben den gesamten kaufmännischen Ausbildungslerngebieten zu erlernen.

Ich war schon oft an der Kant Universität, an der technischen Universität Kaliningrad mit dem Ziel Bauingenieurstudenten mit Bachelor- oder Masterstudium als Werkstudent zu gewinnen oder Master-, Bachelorstudenten – Austausch durchzuführen.

Es blieb fast alles unbearbeitet. Im Gegensatz machen wir das Gleiche mit der technischen Universität in Breslau, Polen und der Fachhochschule in Opeln in Polen in Schlesien, wo wir ein Einstürmen von Bewerber mit besten gegenseitigen Ergebnissen und besten Erfahrungsaustausch haben. So kann man die Gesundheitswirtschaft, den Tourismus, die Logistik, die maritime Wirtschaft, die Energie sowie die Abfallwirtschaft und Umwelterziehung genauso unter die Lupe nehmen, wo das Kaliningrader Gebiet immer weiter den Anschluss an vergleichbare Regionen in der EU verliert.

In den letzten 2-3 Jahren ist mir dieses besonders aufgefallen, dass keine positive wirtschaftliche Entwicklung mit privaten Investoren realisiert werden kann.

Ich möchte meinen Betrieb als Ingenieurbüro umstellen und suche  Bauzeichner 2-D über das System AutoCad sowie Bauingenieure mit Masterabschluss für Projektierung, welche mit hochmoderner Software schlüsselfertige Baute in Kaliningrad projektieren. Ich hoffe, dass ich auf diesem Gebiet Bewerbungen erhalte, welche Deutsch sprechen oder die deutsche Sprache lernen wollen. In unserem modernen Bürogebäude haben sie exzellent Bedingungen und regelmäßig weitergebildet für Spezialisten des Schlüsselfertigbaus in Stahl und Glas. Ich hoffe sehr, dass ich 4-5 Bewerbungen erhalte und mit hochmotivierten Fachleuten eine Außenweiterbildung Modernes Bauen bis ins Detail in Kaliningrad realisieren zu können.

Die engen Beziehungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Russland Nordwest geben mir Hoffnung, dass irgendwann auch die wirtschaftlichen Beziehungen zum gegenseitigen Vorteil mit konkreten Geschäftsabschlüssen realisiert werden kann. Hierzu habe ich mit der Schiffbauwerft Lider einen Kooperationsvertrag 2017 unterschrieben. Wir bekommen Forschungsgeld aus Mecklenburg-Vorpommern, um die exportausgerichtete Werft mit Know-How zu unterstützen.

Sehr gerne hätte ich bei der Regierung des Wirtschaftsministeriums einen Ansprechpartner, mit dem ich anstehende Probleme tatsächlich lösen kann.

Von der deutschen Seite haben wir in Kaliningrad die Handelskammer Hamburg der Vorsitz von Dr. Stephan Stein, welche alle mögliche Unterstützung gibt, die objektiv auch begrenzt ist.

U. Stieblich

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Airport, Deutsches, Gebietsregierung, Investitionen

   Kommentare ( 5 )

Frank Werner Veröffentlicht: 13. März 2019 23:16:16

Ein sehr schöner Beitrag aus der Praxis. Und er zeigt wesentliche Gründe, wieso ausländische Invenstoren sich in Russland und hier insbesondere in Kaliningrad kein Bein ausreißen oder demotiviert werden. Kann ein großer Konzern einen Teil noch wegstecken, ist die Grenze für Mittelständler schnell erreicht. Ich habe zwar kein Kleinflugzeug (aber wer unbedingt eines möchte kann es sich meist leisten im Wert von einem Klein- oder Mittelklassewagen, die von Herrn Stieblich ist natürlich teurer), aber bei den Flughafengebühren fällt mir da auch nichts mehr ein. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass die Denke noch so ist " wer sich ein Privatflugzeug leisten kann, hat mehr als genug Geld ... ".
Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass die Studenten bei ihm nicht Schlange stehen als Praktikant/Werksstudent ... aber so fällt die Entscheidung leichter, sich an anderen Orten zu engagieren.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 14. März 2019 06:56:44

... die Politik des Airports verstehe ich auch nicht. Als ich noch bei einer Firma angestellt war, hatten wir auf dem Airport einen Duty-Free-Shop. Die monatliche Pacht war in einer Höhe, dass sie den gesamten Umsatz (Umsatz!!!!) und mehr aufgefressen hat. Wir haben dies ein paar Jahre durchgehalten, nur um präsent zu sein und wollten dann aber die schlechte Arbeit des Airports mit unserer Anwesenheit nicht finanzieren ... Unsere Nachfolger haben dann auch sehr schnell kapituliert. Ja, manche Dinge sind völlig unverständlich.

boromeus Veröffentlicht: 13. März 2019 23:57:06

"Wenn man zu einem Investitionsgebiet nicht hinkommt und nicht wegkommt, dann macht es für die ausländischen Investoren auch keinen Sinn, in diese Region Zeit, Zukunft und Geld zu investieren."
Aber in KGD herumjammern das Investoren wegbleiben.Aber wahrscheinlich verstehen wir Deutsche das alles nicht mit unserer angeblichen Aroganz und Oberlehrerhaftigkeit ,die man uns ja gerne unterjubelt.Man gut das hier mal jemand aus der ersten Reihe Klartext redet und aufzeigt wie es wirlich läuft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten..Von nix kommt nix....

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 14. März 2019 07:21:19

... nun stelle ich mir die Frage, warum es mir (ich bin Ausländer) in Kaliningrad gut geht. Ich habe mehrere Firmen in Kaliningrad und in anderen Landesteilen aufgebaut. Alle arbeiten mit Gewinn. Ich überquere russische Grenzen innerhalb von Minuten, stehe dann aber lange an der EU-Grenze, mit Kaliningrader Behörden finde ich immer eine gemeinsame Sprache (und nicht über Korruptioninstrumente) - und es gab Probleme mit unqualifizierten Beamten ... also, irgendetwas scheine ich anders zu machen, als all diejenigen, die nach mir nach Kaliningrad kamen und schon wieder gegangen sind. Und - um es mal klar zu sagen: Ich habe in Kaliningrad auch mehrere Millionen Euro investiert - real investiert, keine virtuellen Gelder oder Kreditgelder.

boromeus Veröffentlicht: 14. März 2019 10:37:07

Herzlichen Glückwunsch!Da kann man mal sehen,wie ungeschickt deutsche Investoren sind.Die Schilderungen von Herrn Stieblich sind deutlich genug.Der Mann lutscht sich diese Dinge nicht aus dem Finger.Vielleicht liegt es auch daran,dass die Deutschen nicht zu allem ja und amen sagen und nicht jedem in den Arxxx kriechen oder nach deren Pfeife tanzen.Entweder man will mich dort als denjenige,der investiert und Arbeitsplätze schafft,oder man will es nicht.Mich dort als oberlehrerhaften Deutschen darstellen zu lassen,um mal mit Ihren Unterstellungen zu sprechen,nur weil ich meine Meinung kritisch äussere und meinerseits Forderungen stelle,kann wohl nicht das Maß aller Dinge sein.Und was ihre Erfolgsgeschichte angeht.Respekt!Nur ob das heute so möglich wäre,dass glauben sie doch selber nicht!Ich würde als Investor,wenn man mir so entgegentreten würde, nicht einen einzigen Cent investieren, um dann meine Arbeit durch Gleichgültigkeit boykottieren zu lassen.Schade um die Zeit und Energie .

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 14. März 2019 11:09:54

... ich lasse das jetzt einfach mal so stehen und nehme zur Kenntnis, dass ich mit meiner Erfolggeschichte zu den Russen immer "Ja" und "Ahmen" gesagt, meine eigene Meinung als freier deutscher Bürger seit 24 Jahren unterdrückt habe und dabei den Russen 24 Jahre lang in den Arsch gekrochen bin ...

Frank Werner Veröffentlicht: 14. März 2019 21:18:09

@UEN
Das Problem dürfte auch darin bestehen, dass man in Russland nur die Jagd auf große weiße Elefanten kennt (z.B. BMW) und alle Energie darauf ausrichtet. Nur aus Deutschland wissen wir, wie wichtig unzählige kleine, mittelständische Firmen sind. Ein Konzern zieht schnell mal um oder schließt ein Werk. Das macht ein Mittelständler zum Einen nicht so schnell, zum Anderen sind die Auswirkungen nur sehr gering, falls doch. Aber Russland geht ja wieder planmäßig den Weg zu großen Staatskonzernen - das mag kurzfristig was bringen, macht das ganze System aber immer unwirtschaftlicher und anfälliger.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 15. März 2019 00:33:15

... eigentlich ist genau das Gegenteil geplant - die weitere Privatisierung. Nur Schlüsselindustrien und strategische Firmen stehen im "Rampenlicht" einer staatlichen "Einflussnahme".

Steffen Görlich Veröffentlicht: 15. März 2019 00:10:43

Besten Dank für die originalgetreue Wiedergabe des Textes. Ich traf Herrn Stieblich und seine Kollegen zufällig während ihres WM Ausfluges in Znamensk und in der Diskussion war der Tenor genauso wie in seinem Bericht. Ich kann das nachvollziehen, obwohl ich nicht in Russland investiere. Aber meine Firma bezieht, basierend auf alten Beziehungen, viele Optikteile aus Kasan. Der Kontakt ist schwierig, alles läuft über den Generaldirektor, selbst emails, und vieles klappt nicht oder ist undurchsichtig. Man weiss, dass die ganze Organisation nicht gerade optimal ist, aber entweder ist es extrem schwierig, die alten Zöpfe abzuschneiden oder man macht es bewusst nicht. Auf alle Fälle ist es im Geschäftsbetrieb sehr hinderlich.

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