Feier anlässlich des 400. Geburtstags des „Ännchen von Tharau“

Feier anlässlich des 400. Geburtstags des „Ännchen von Tharau“

 

Am 5. Oktober 2019 feiern wir den 400. Geburtstag unseres „Ännchen von Tharau“ in Wladimirovo, dem ehemaligen Tharau.

Anna Neander, genannt „Ännchen von Tharau“, geboren und aufgewachsen in Tharau (dem heutigen Wladimirovo) als Tochter von Martin Neander, dem dortigen Pfarrer an der Dorfkirche von Tharau aus dem 14 Jahrhundert und seiner Frau.

Anna Neander, eine bildhübsche, junge Frau, ging nach dem frühen Tod ihrer Eltern von Tharau (dem heutigen Wladimirovo) nach Königsberg (dem heutigen Kaliningrad) zu ihrem Paten, wo schon bald kein geringerer als der berühmte Universitätsprofessor an der Albertina-Universität, Simon Dach, auf sie aufmerksam wurde.

Dennoch heiratete Anna Neander schließlich den Theologen Johannes Portatius aus Schlesien, mit dem sie 1636 nach Trempen (dem heutigen Nowostrojewo) und später Laukischken (dem heutigen Saranskoje) bei Labiau (dem heutigen Polesk) ging.

1646 starb Johannes Portatius und Anna Neander überlebte – entsprechend Informationen aus der Pfarrwitwenversorgung – noch weitere zwei Ehemänner, um schließlich ihren Lebensabend bei ihrem Sohn Friedrich in Insterburg (dem heutigen Tschernjachowsk) zu verbringen, wo sie dann am 28.9.1689 starb.

Das Leben der Anna Neander war gekennzeichnet von zahlreichen Schicksalsschlägen, wie dem Tod von sieben ihrer elf Kinder. Berühmt wurde sie durch Simon Dach, dem „Kopf der Musikalischen Kürbishütte“ einem exklusiven Freundeskreis der Dicht- und Gesangskunst in Königsberg (dem heutigen Kaliningrad). Dort entstand auch zur Hochzeit der Anna Neander mit Johannes Portatius das berühmte Volkslied „Ännchen von Tharau“, das Simon Dach in samländischen Platt verfasste und das später von dem großen Ostpreußen, Johann Gottfried Herder, ins Hochdeutsche übertragen wurde. Der Tübinger Musikprofessor, Friedrich Silcher, vertonte schließlich das Lied und machte es zu einer Hymne Ostpreußens, die weit über die Grenzen Ostpreußens in aller Welt bekannt und heute noch gesungen wird.

So ist das Volkslied „Ännchen von Tharau“ eng mit unserer Gemeinde Tharau (dem heutigen Wladimirovo) verbunden und gilt als eines bedeutendsten und meist gesungenen Volkslieder nicht nur in Deutschland, auch wenn viele Menschen nicht wissen, dass Tharau (das heutige Wladimirovo) in Ostpreußen (dem heutigen Kaliningrader Gebiet) liegt.

„Anny of Tharau“, die englische Übersetzung, ist in den USA und im englischen Sprachraum genauso bekannt und auch unsere russischen Nachbarn verehren unsere ostpreußische Berühmtheit und singen dieses Volkslied bei jeder Gelegenheit.

Für die in Düsseldorf lebende französische Mezzosopranistin, Isabelle Kusari, ist gerade heute unser „Ännchenlied“ fester Bestandteil ihres klassischen Repertoire's, das sich insbesondere dem deutschen Liedgut widmet und u.a. Ausdruck für deutsch-preußische Tugenden, den Reichtum der deutschen Sprache und den Stil der großen Denker stehe.

In dem kürzlich im Fernsehen ausgestrahlten 2teiligen Film über das Leben der Unternehmerfamilie Burda in Offenburg wurde gezeigt, dass sich Frau Anna Burda ihren späteren Rufnamen „ Änne“ nach ihrem Lieblingslied „Ännchen von Tharau“ gab.

Am 5.Oktober 2019 finden im Kulturzentrum von Wladimirovo (dem ehemaligen Tharau) unter Leitung von Irina Lombenko und ihrem Team, die Festlichkeiten anlässlich des 400. Geburtstages von Anna Neander statt.

Das Programm ist bunt und umfangreich und beginnt in der wunderbaren kulturgeschichtlich bedeutenden und unter Denkmalschutz stehenden Kirche von Tharau, dem heutigen Wladimirowo, die zu diesem Tag erstmals nach 1945 gefahrlos begehbar sein wird. Zahlreiche kleine und große Spenden aus Nah und Fern, vorwiegend aus Deutschland, hat dieses möglich gemacht.

Der Festakt bewegt sich von dort in das nahe gelegene 70jährige Kulturzentrum und Heimatmuseum, in dem die Gipsbüste unseres „Ännchen“ steht, aus der die Künstler Arnold Künne (1912) und später - nach der Zerstörung – Harald Haacke (1988) die Bronzebüsten für die „Ännchenfigur“ auf dem Brunnen in Memel (dem heutigen Klaipeda), der Geburtsstadt Simon Dachs, schufen.

Irina Lombenko, in Wladimirovo geboren, ist eine ausgesprochene Kennerin der deutschen Geschichte um unsere Heimatstadt Tharau, dem heutigen Wladimirovo und stolz auf die damit verbundenen Sitten und Gebräuche. Sie wird vor dem Museum das in Stein gemeißelte Relief eines „ Ännchen“ enthüllen.

Dieses Relief, entstand aus der Hand eines bekannten Kaliningrader Künstlers in Anlehnung an die uns bekannte „Ännchenbüste“ und ist – wie die Abbildung zeigt, sehr ansprechend.

Irina Lombenko rechnet mit zahlreichen Besuchern aus Politik und Wirtschaft, den diplomatischen Vertretern beider Staaten, den Einwohnern von Wladimirovo, dem ehemaligen Tharau und Wittenberg und vielen, vielen jungen Leuten.

Auch wir alle sollten uns dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Ich werde dabei sein.

Joachim Anker

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Kommentare ( 2 )

  • boromeus

    Veröffentlicht: 27. September 2019 21:19 pm

    Komisch,wenn es um K
    ....

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 27. September 2019 21:23

      ... ich habe Ihren Kommentar gelöscht. Wenn Sie sich weiter so unflätig und beleidigend verhalten, sperre ich Ihr Profil.

  • boromeus

    Veröffentlicht: 29. September 2019 17:28 pm

    Tun Sie das .Ihre zynische Art Menschen zu beleidigen,die nicht Ihrer Meinung sind ist besser?Sich als großer Mahner aufzuschwingen erträgt auch nicht jeder ,wie einige Ihrer Leser Ihnen auch direkt mitgeteilt haben .Die Sie dann wie immer niedergebügelt haben.Wenn Sie die direkte Kritik Ihrer Leser nicht ertragen, dann sperren Sie doch die Kommentarfunktion.Ich wiederhole mich da.Gibt eh nur noch wenige , die sich noch durchringen ,einen zu schreiben.Keiner muss Ihre antikapitalistischen Westphobie ertragen.Verschonen Sie Ihre Leser damit.Die Menschen können nichts dafür ,dass es ihr ostzonales Paradies nicht mehr gibt.Sperren Sie Kommentare !Damit sind Sie auch nicht besser wie Facebook oder wie die von Ihnen kritisierten Mainstreammedien.Wird Kritik zu deutlich,löscht man einfach ,oder sperrt Oppositionelle weg.Mich hat man Geradlinigkeit gelehrt.Menschen nach dem Munde reden und meinen eigene Landsleute verunglimpfen zu müssen ,sind mir eh
    suspekt.Lieber frei,als Sklave...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. September 2019 18:01

      ... Sie meinen, Kommentare unter Beiträgen sind das Maß der Dinge? Für mich nicht! Für mich ist einer der Gradmesser für die Akzeptanz meiner Beiträge die Zugriffe auf Artikel auf meinem Portal, auf FB, bei YouTube.

      Es gibt bereits viele Medien, die überhaupt keine Kommentare mehr zulassen. Es war eine Modeerscheinung. Die Kommentarfunktion ist hilfreich und gut, wenn Sie genutzt wird, um sachliche Gedanken auszutauschen und nicht zu beleidigen. Sie treten unsachlich auf und in der letzten Zeit beginnen Sie, mich persönlich zu beleidigen. Das muss ich mir nicht antun. Ich komme somit Ihrer Hoffnung nach und sperre Ihr Profil.

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