Änderungen in der Visabeantragung für russische Bürger

Änderungen in der Visabeantragung für russische Bürger

Im Rahmen der Einführung von VIS und der Biometrie (Fingerabdruckverfahren) ändert sich die Prozedur der Visaerteilung für russische Bürger.

Das VIS ist ein System für den Austausch von Visadaten unter Schengen-Mitgliedstaaten. Diese Staaten verfügen über einen gemeinsamen Raum, in dem sich ihre Bürgerinnen und Bürger ohne Kontrollen an den Binnengrenzen frei bewegen können. Diese Staaten verfolgen eine gemeinsame Visumpolitik, die den Austausch von Informationen über Visum-Antragsteller umfasst.

Die speziellen Ziele des VIS bestehen darin, Visaverfahren zu erleichtern, die Sicherheit des Antragsverfahrens zu verbessern und Visakontrollen an den Schengen-Außengrenzen zu erleichtern.

So hat sich das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg entschlossen Ende Januar die Prozedur der Visabeantragung zu ändern und Teile des Verwaltungsprozesses auszulagern.

Wie der Internetseite des deutschen Generalkonsulats in St. Petersburg zu entnehmen ist, hat das Generalkonsulat die Annahme der Anträge auf Schengenvisa (kurzfristige Visa) an den externen Dienstleister "VFS Global" ausgelagert.

Die endgültige Entscheidung über eine Visaerteilung verbleibt aber weiterhin in der Hoheit des Generalkonsulats.

Anträge auf Schengenvisa können ab dem 30.01.2015 im Antragsannahmezentrum des Dienstleisters "VFS Global" ohne Termin eingereicht werden. Das Generalkonsulat empfiehlt jedoch, zur Vermeidung von Wartezeiten einen Termin zu vereinbaren.

Weiterhin bleibt jedoch die Möglichkeit für Antragsteller bestehen, die Antragsdokumente direkt in der Visastelle des Konsulats einzureichen. Allerdings benötigt der Antragsteller hierfür grundsätzlich einen Termin mit längerer Vorlaufzeit. Nur in dringenden medizinischen Notfällen kann eine kurzfristige Dokumenteneinreichung ohne Terminvergabe erfolgen.

Anträge auf nationale Visa (für eine Aufenthaltserlaubnis) können nur in der Visastelle des Generalkonsulats und nur nach vorheriger Terminvereinbarung über das VFS Global gestellt werden.

Die neue Prozedur bringt für die russischen Antragsteller einen finanziellen Mehraufwand von rund 18 Euro mit sich. Unter Beachtung der jetzigen ungünstigen Kursentwicklung des Rubels wächst die finanzielle Belastung noch weiter und ein Visum für den Schengenraum kommt fast schon einem „Investitionsprojekt“ gleich.

Bisher haben die Botschaft in Moskau und die Generalkonsulate in St. Petersburg, Nowosibirsk und Jekaterinenburg die Visaprozedur an den Dienstleister ausgelagert.

Uwe Niemeier

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