Neuer deutscher Botschafter in der Russischen Föderation

Neuer deutscher Botschafter in der Russischen Föderation

Der Wechsel des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Russland ist seit einigen Monaten bekannt. Nun melden verschiedene deutsche und russische Medien, dass Rüdiger Freiherr von Fritsch in wenigen Tagen sein neues Amt antreten wird.

Foto: Rüdiger Freiherr von Fritsch

Anfang März wird der neue Botschafter, Rüdiger Freiherr von Fritsch in Moskau erwartet. Die Anreisestrecke, egal ob mit PKW oder Flugzeug, ist nicht sehr unterschiedlich: 1.150 km mit dem Flieger, 1.250 km mit dem PKW – so zeigt es zumindest „google“ als Entfernung zwischen Warschau und Moskau an.

Der Freiherr diente der Bundesrepublik Deutschland seit 2010 als Botschafter im EU-Mitgliedsland Polen und wurde nun, nach den bundesdeutschen Wahlen, mit der wohl etwas komplizierteren Aufgabe eines Botschafters in Moskau betraut. Rein vom Klima her dürfte es in Moskau etwas kälter sein – es heißt also sich warm anzuziehen.

Sicher ist aber Rüdiger Freiherr von Fritsch über das Klima im territorial größten Land der Erde bestens informiert, denn als ehemaliger Stellvertretender Chef des Bundesnachrichtendienstes (2004 – 2007) gehören Kenntnisse der Großwetterlage zu seinem Grundwissen.

Wie man so liest ist der Freiherr ein begeisterter Fußball-Fan und hatte somit natürlich als Botschafter in Polen einen Sitzplatz in der ersten Reihe während der Europameisterschaften im Jahre 2012. In Polen war er drei Jahre und wenn er in Russland mindestens vier Jahre aushält, dann kann er auch bei uns in der ersten Reihe sitzen – allerdings dann schon zur Weltmeisterschaft.

Ansonsten liest man über den neuen deutschen Vertreter noch viele andere interessante Dinge im Internet. Er scheint genau dem Idealbild zu entsprechen, wie sich die Volksweisheiten einen Mann vorstellen:

„Ein Mann soll ein Kind zeugen, ein Haus bauen und ein Buch schreiben.“

Kinder hat der evangelische Botschafter fünf und mit dem Buch, na gut, mit dem Buch schreiben, da habe ich ein wenig geflunkert. Eigentlich soll ein Mann einen Baum pflanzen. Aber vielleicht hat er das schon getan – ich weiß es nicht. Aber ein Buch hat er geschrieben: „Die Sache mit Tom …“. Da beschreibt er seine, nach ehemals ostelbischer Gesetzgebung, kriminelle Vergangenheit, Beihilfe zur Republikflucht, Passfälschung – und das alles im Interesse eines Verwandten, dem er geholfen hat aus den ostelbischen Gebieten des heutigen Deutschlands in die westelbischen Gefilden zu flüchten. Das war alles 1974 – ist also verjährt.

In Russland gibt es diesen Begriff „Troika“ und der bedeutet in der Regel immer etwas Gutes im Zusammenhalt, in der Zusammenarbeit. Bezogen auf Deutschland kann man eine Troika aus „Steinmeier – Erler – und dem Freiherrn“ zusammenzimmern. Drei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten und es bleibt zu hoffen, dass die Personalauswahl sehr gut von allen Beteiligten überlegt wurde, denn was das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland anbelangt, so scheint da wohl doch viel zu tun zu sein in der nächsten Zeit und eine gut harmonisierende Troika kann da viel bewirken.

Wenn ich mich richtig erinnere, so schreibt das internationale Protokoll wohl einen Antrittsbesuch des Botschafters beim Präsidenten des Landes vor. Er muss sich vorstellen und die Berufungsurkunde übergeben. Da wird es dann interessant werden zu lesen, wie die diplomierten Journalisten der etablierten deutschen Medien und Russlandexperten dieses Treffen beschreiben. Vielleicht so:

„… am heutigen Tag empfing der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Wladimirowitsch Putin, ehemaliger Mitarbeiter des KGB, den neuen Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Russischen Föderation, Rüdiger Freiherr von Fritsch, ehemaliger Mitarbeiter des BND, zu seinem Antrittsbesuch. Das Treffen verlief im Geiste gegenseitigen Verstehens und beiderseitiger Wertschätzung …“

Also Herr Botschafter – viel Glück in Russland und besuchen Sie auch mal Kaliningrad – wir tragen auch die Fußball-Weltmeisterschaft aus!

Uwe Niemeier

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