Personalwechsel im deutschen Generalkonsulat in Kaliningrad

Personalwechsel im deutschen Generalkonsulat in Kaliningrad

Am Dienstag dieser Woche verabschiedete sich der vierte deutsche Generalkonsul im Rahmen eines Empfangs im Deutsch-Russischen Haus von den Kaliningradern und den im Gebiet ansässigen deutschen Bürgern. Seit September 2012 leitete Dr. Dr. Krause die Vertretung der Bundesrepublik Deutschland.

Am Dienstag lud der deutsche Generalkonsul Dr. Dr. Rolf Friedrich Krause russische und deutsche Gäste zu einem Empfang, anlässlich der Beendigung seiner diplomatischen Arbeit im deutschen Generalkonsulat in Kaliningrad in das Deutsch-russische Haus ein. Der Einladung waren ca. 60 deutsche und russische Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gefolgt.

In seiner Rede erinnerte Dr. Dr. Krause an einige Höhepunkte der Arbeit des Generalkonsulats in den letzten drei Jahren. Er vertrat die Ansicht, dass das Generalkonsulat in der gegenwärtigen politischen Lage seine Aufgaben erfüllt und alles getan hat, um bestehende Kontakte zu halten.

Frau Alla Iwanowa, in der Kaliningrader Gebietsregierung für internationale Fragen zuständig, überbrachte Grüße des Gouverneurs, der leider verhindert war und überreichte eine Erinnerungsurkunde.

Die Vertretung des russischen Außenministeriums in Kaliningrad hatte zur Verabschiedung einen Mitarbeiter entsandt, der dem Generalkonsul alles Gute wünschte.

Der Kaliningrader Bürgermeister bat den Generalkonsul, Kaliningrad nicht zu vergessen. Er selber wird den Generalkonsul immer in seiner russischen Seele einschließen.

Trotz des sehr heißen Wetters in Kaliningrad meinte man eine bemerkenswerte Kühle im Deutsch-Russischen Haus zu spüren.

 

Zur Entwicklung des Generalkonsulats in Kaliningrad

Im Jahre 2004 wurde das deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad gegründet.

Erster Generalkonsul war Dr. Cornelius Sommer, welcher die unmittelbare Aufbauarbeit mit einem relativ kleinen Team leistete. Im Jahre 2005 ging Dr. Sommer in den Ruhestand.

Den Haustürschlüssel zum Generalkonsulat übernahm ab 2005 Dr. Guido Herz, der die deutsche Vertretung bis 2008 erfolgreich leitete und in der Kaliningrader Gesellschaft hoch angesehen war. Im Jahre 2007 zog das Generalkonsulat aus seinem zeitweiligen Domizil im Hotel Albertina aus und nahm seine Tätigkeit in einem neuen Gebäude in der Leningradskaja auf. Hier erhielt auch die Visaabteilung die Möglichkeit, im vollen Umfang den gewohnten deutschen Leistungsumfang anzubieten. Zum Abschied wurde Dr. Herz mit der Verdienstmedaille der Stadt geehrt. Dr. Guido Herz wurde nach seinem Einsatz in Kaliningrad Botschafter in Tansania und danach Botschafter in Kasachstan.

Seine Nachfolge trat Dr. Aristide Fenster im Jahre 2008 an. Er blieb in Kaliningrad bis zum Jahre 2012. Besonders hervorzuhebende Aktivitäten sind unserer Informationsagentur nicht bekannt. Dr. Fenster wurde danach als Botschafter in Usbekistan eingesetzt.

Ende September 2012 übernahm Dr. Krause die Amtsgeschäfte in Kaliningrad. Seine Tätigkeit fiel in einen Zeitraum der rapiden Verschlechterung der deutsch-russischen Beziehungen. Ihm gelang es, nach rund 9jähiger Bauzeit, in das neue Gebäude des Generalkonsulats in der Tälmana umzuziehen. Leider kam es durch den Umzug zu keiner qualitativen Verbesserung der Arbeit, insbesondere der Visaabteilung, die im März 2015 ihre Dienstleistungen an einen Privatdienstleister auslagerte. In die Amtszeit von Dr. Krause fiel auch der Skandal um den deutschen Kulturattaché Daniel Lissner, der in einer aggressiven, beleidigenden Rede im Deutsch-Russischen Haus die deutsch-russischen Beziehungen zusätzlich belastete. Es erfolgte seine vorzeitige Versetzung nach Kiew. Und es erfolgte im Jahre 2015 die russische Ankündigung, die Arbeit des deutschen Bildungsinstitutes „Klaus Mehnert“ nicht fortsetzen zu wollen – sicher eine der schmerzhaftesten Ereignisse, insbesondere unter dem Aspekt, dass Dr. Krause von der Entwicklung Kaliningrads zum internationalen Bildungsstandort träumte. Er wird seine diplomatische Tätigkeit als Generalkonsul im französischen Marseille fortsetzen.

Uwe Niemeier

 

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