Schlüsselübergabe im deutschen Generalkonsulat in Kaliningrad

Schlüsselübergabe im deutschen Generalkonsulat in Kaliningrad

 

Nein, liebe BLOG-Leser, Sie vermuten verkehrt. Es geht nicht um die Schlüsselübergabe im neuen Generalkonsulat in Kaliningrad unter der Adresse „Telmanna 14“. Da wird wohl noch ein wenig Wasser den Pregel hinunterfließen bis es soweit ist.

Heute geht es um die Schlüsselübergabe zwischen zwei leitenden Beamten des deutschen Generalkonsulates. Diese Schlüsselübergabe fand im Deutsch-Russischen Haus in Kaliningrad im feierlichen Rahmen statt.

Herr Wolfgang Birmans hat im Auftrage der Bundesrepublik Deutschland drei Jahre in Kaliningrad zwei Generalkonsulen als Stellvertreter zur Seite gestanden und die deutschen Interessen vertreten und wurde nun nicht nur aus Kaliningrad verabschiedet, sondern auch in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. Vor zwei Wochen feierte er seinen 65. Geburtstag und  Generalkonsul Dr. Krause nahm dies zum Anlass, nochmals ein paar launige Worte an den Jubilar zu richten. Dr. Krause sparte aber auch nicht mit Begrüßungsworten und „aufbauenden“ Hinweisen für den Nachfolger von Wolfgang Birmans, Herrn Max Müller.

Herr Max Müller, zukünftig nach erfolgter Akkreditierung, Stellvertreter des Generalkonsuls für die nächsten drei, vielleicht aber auch mehr Jahre, nahm die aufbauenden Worte seines neuen Chefs mit Humor. Die Rede von Dr. Krause wurde von allen Anwesenden, deutsche und russische Vertreter aus der Politik, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft mit Beifall und verständnisvollem Lachen aufgenommen. Da ich der erste war, der sich, nach dem offiziellen Teil, um den Erhalt der Rede im Original beim Generalkonsul Dr. Krause beworben hatte, liegt sie mir nun auch im Original vor und ich möchte mit den Lesern dieses BLOGS den Genuss der Rede teilen:

 

Liebe Frau Birmans, lieber Herr Birmans,

vor etwas über 14 Tagen haben Sie die Formalvoraussetzungen erfüllt, um sich ehrenvoll aus dem Dienst zu verabschieden – im Namen aller Anwesenden nochmals – leicht verspätet – die herzlichsten Glückwünsche zum 65. Geburtstag!

Es ist eine Binsenweisheit, dass der Ihnen nun bevorstehende Ruhestand mit vielen Veränderungen verbunden ist, wenn man Personen, die in diesem Bereich Erfahrungen haben Glauben schenken darf, werden Sie von nun an keine Zeit mehr haben für irgendwas – ich sage Ihnen voraus, Sie werden sich noch nach den gemütlichen Samstagen und Sonntagen zurücksehnen, die Sie hier in Ihrem Büro, verborgen hinter hunderten von Akten von meist fragwürdiger Wichtigkeit verbracht haben!

Aber ein paar Tage bleiben ja noch für den Prozess der Umgewöhnung.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, Ihnen zu danken – zu danken für eine außerordentliche kollegiale und erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich habe viel von Ihrer Erfahrung im Verwaltungs- und Personalbereich lernen dürfen und können Und meine Frau und ich haben es sehr geschätzt, wie herzlich wir von Ihnen beiden hier aufgenommen wurden. Auch dafür vielen, vielen Dank.

Ich freue mich, dass wir heute auch Herrn Müller begrüßen dürfen. Die Wohnungsbesichtigungsreise steht ja eigentlich immer unter einer besonderen Spannung – man soll sich eine Bleibe suchen – und zwar möglichst schnell, möglichst billig, aber allen Anforderungen des Amtes entsprechend, also Empfänge von bis zu 250 Personen auf dem eigenen Balkon, der aber als Luxus zählt und deshalb bei der Berechnung des Mietzuschusses nicht mitgerechnet wird, maximal 3,5 Minuten vom Büro entfernt, so dass Sie jederzeit, auch zwischen zwei und vier Uhr morgens, ohne größere Zeitverzögerung Ihren eigentlichen Lebensmittelpunkt, nämlich Ihren Schreibtisch, erreichen können, die Miete so, dass Sie möglichst keinen Anspruch darauf haben, dass es einen Zuschuss vom Bund dafür gibt, aber der Würde des Amtes angemessen und den Sicherheitsbestimmungen entsprechend – und in der zulässigen Größe einfach zu berechnen: Kopfzahl der Familie mal zwei Quadratmeter – was darüber hinausgeht ist Luxus.

Und daneben sieht man natürlich auch mit dem einen oder anderen Blick schon auf das, was einen sonst so erwartet – wie ist der Chef, wie sind die Kolleginnen und Kollegen und nachts beschleichen einen dann die Zweifel – auf was habe ich mich da eingelassen…

Lieber Herr Müller, ich hoffe, dass Sie sich durch diese Zweifel nicht allzu sehr verunsichern lassen und dass Sie nach der ersten oder spätestens zweiten Tasse Kaffee zum Frühstück dann doch wieder zu dem Ergebnis kommen, naja, versuchen wir es mal.

In diesem Sinne darf ich mein Glas erheben – auf einen glücklichen Ruhestand für Familie Birmans und auf eine erfolgreiche und vielleicht auch schöne Zeit hier für Herrn Müller.

 

 

Der Beifall am Ende der Rede des deutschen Generalkonsuls zeigte, dass sich die Anwesenden den Wünschen anschließen. Also dann Herr Birmans auch von mir, „immer breite Wege auf Ihren für die Zukunft geplanten Reisen“ und Ihnen Herr Müller immer „grünes Licht an allen Wegkreuzungen in Kaliningrad.“ Auf gute Zusammenarbeit.

Quelle: Eigenkommentar Kaliningrad-Domizil, Uwe Niemeier

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