Znamensk – eine Kleinstadt entwickelt sich

Znamensk – eine Kleinstadt entwickelt sich

Snamensk, das ehemalige deutsche Wehlau, hat heute 4.500 Einwohner. Unter ihnen seit 2006  einen deutschen Bewohner mit seiner russischen Frau. Er schildert einige Eindrücke aus seinen Wahrnehmungen in den letzten Jahren.

Es gibt viel Interessantes aus dem Kaliningrader Gebiet zu berichten.  Auch in der Kleinstadt Znamensk, mit 4.500 Einwohnern, in der ich wohne tut sich was!

Es begann mit der Wahl des 26 jährigen Kyrill Koslow zum Bürgermeister im September 2010. Mit seiner Mannschaft sank das Durchschnittsalter im Gemeinderat auf 28 Jahre und los ging´s!

Ein Fußballclub wurde gegründet und der ehemals deutsche Fußballplatz spielbar gemacht. Das Dorffest fand im August 2011 darauf statt. Kyfrill Koslow hatte sich einen besonderen Bogen von der deutschen Vergangenheit zur russischen Gegenwart einfallen lassen. Er eröffnete das erste Wehlauer Springturnier in Znamensk. Wurde doch auf dem Gelände zu Zeiten der Pferde in Landwirtschaft und Militär hier der größte Pferdemarkt Europas abgewickelt.

Beim Dorffest 2012 weihte er den ersten Springbrunnen in einer Ortschaft des Kreises Gwardeijsk ein.

2013 wurde nicht nur der zentrale Dorfplatz, vor dem nicht mehr existierenden deutschen Rathaus, seiner Bestimmung übergeben. Es wurde auch in nachhaltige Infrastruktur investiert.

Von der Autobahnabfahrt Znamensk wurde die Landstraße nach Prawdinsk durch das ganze Dorf über die lange Pregelbrücke, die Lawabrücke und den Bahnübergang (Kaliningrad – Moskau) erneuert und modernisiert.

Im Ortsbereich wurden die über 80 jährigen, überalterten, z.T. faulen Pappeln, die bei jedem Sturm mit ihren Windbrüchen die Straßennutzer gefährdeten, gefällt. Keine einfache Aufgabe, so zeigt ein Bild, wie ein starker Ast im Fall das Dach eines Wohnhauses schädigt.

Im September 2014 ist schließlich die 100 jährige Pregelbrücke saniert und die Ortsdurchfahrt Znamensk für die nächsten Jahre gerüstet.

Znamensk wurde gegen den Willen seiner Bewohner Ortsteil der Kreisstadt Gwardeijsk, Bürgermeister Koslow riss mit seinen Initiativen die Bürger mit und ich bin sicher, dass er auf höherer Ebene erfolgreich weiterarbeiten wird. Die Verbesserungen zündeten Eigeninitiative wie an vielen Grundstücken und Häusern zu sehen. Man wartet nicht auf die Hausverwaltung, sondern packt selbst an.

Zum Beispiel wurde passend zur ehemaligen Pappelallee ein Pappelwildwuchs durchforstet und der Hauptstamm zur Nistgelegenheit für ein Storchenpaar hergerichtet. Wie auch bei der Allee war Nacharbeit angesagt, denn unsere Znamensker Störche bevorzugten ihre angestammten Nester, die Pappel trieb wieder kräftig aus und machte einen Nestbau unmöglich. Trotz schöner Blicke, auch mit „Bergkulisse“ eines alten Eichenhains mit überlagerten Wolken, sollte  ein Storchenpaar hinter den Lawadeich. Dazu musste der Neuwuchs aus der Spitze der Pappel entfernt werden. Mit eingeschlagenen Steigeisen und Gurtsicherung gelang dies. Ringeln macht darüber einen Neuaustrieb unmöglich. Nun warten wir auf Adebar hinter dem Lawadeich.

 Wolfgang Sauer

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