Bei Geld hört die Freundschaft auf

Bei Geld hört die Freundschaft auf

Litauen war noch nie ein Freund des russischen Kaliningrad. Aber nun stellt sich auch heraus, dass Weißrussland alles tut, damit die Kaliningrader kein Geld verdienen.

                  ► Videoeinspielung Kaliningrader Hafen

Seit längerer Zeit denkt man über die verschiedensten Varianten der Entwicklung des Kaliningrader Gebietes nach. Eine mögliche Variante ist, Kaliningrad zu einem großen Logistik-Drehkreuz zu entwickeln. Fachleute sind allerdings der Ansicht, dass die Idee einerseits zwar gut ist, andererseits aber unter den besonderen geopolitischen Bedingungen Kaliningrads einfach nicht umsetzbar ist.

 

 

So hat Kaliningrad zwar eine gute Lage als Vorposten zum russischen Mutterland und im Idealfall treffen Transporte hier zuerst auf russische Zoll- und Logistikeinrichtungen, die wesentlich preiswerter arbeiten als im russischen Mutterland. Aber Kaliningrad ist auch eine geopolitische Insel und somit von Ländern umgeben, die in erster Linie daran interessiert sind, dass ihre eigene Transportlogistik und Infrastruktur profitiert. 

Dazu kommt die Konkurrenz im eigenen Land. So verfügt Kaliningrad zwar über eisfreie Häfen, aber Spezialisten konnten sich nicht mehr genau erinnern, wann denn die Hafeneinrichtungen in St. Petersburg das letzte Mal zugefroren waren.

Die Tarifpolitik und die Regionalpolitik Weißrusslands und Litauens ist so ausgerichtet, dass Kaliningrad keinen Krümel vom großen Kuchen bekommen soll. Dies betrifft in erster Linie den Eisenbahntransport, den beide Länder so leiten können, dass Kaliningrad nicht tangiert wird.

Es macht also keinen großen Sinn darauf zu hoffen, dass sich Kaliningrad zu einen Zoll- und Logistikzentrum Russlands entwickeln wird – meint der stellvertretende Präsident der Eurasischen Bank für Entwicklung Andrej Kraini während eines Transportforums in Kaliningrad.

Ein weiterer Nachteil Kaliningrad ist, dass es keinen Tiefseehafen gibt – eine unbedingte Voraussetzung für ein gut funktionierendes Logistikzentrum. Die jetzigen Häfen in Kaliningrad sind klein und als sogenannte Businesshäfen nicht geeignet. Die Häfen haben eine maximale Tiefe von neun Metern und somit erübrigt sich jede weitere Diskussion – meint Andrej Kraini.

Kraini meinte aber auch, dass sich Baltisk für einen Tiefseehafen anbieten würde. Allerdings gibt es keinen Kanal, der die Schiffe zu diesem Tiefseehafen bringen könnte.

Um die Probleme zu lösen steht der Vorschlag im Raum, in der Kaliningrader Gebietsregierung ein neues Transportministerium zu schaffen. Bisher werden die Aufgaben im Ministerium für die Entwicklung der Infrastruktur bearbeitet. Auch soll es in der Gebietsduma ein neues Komitee für Transport geben. Allerdings handelt es sich bisher nur um Gedanken. Reale Schritte zur Umsetzung gibt es noch nicht.

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