Das Elektronische Visum für das Gebiet Kaliningrad

Das Elektronische Visum für das Gebiet Kaliningrad
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Mit Stichtag 1. Juli 2019 hat Russland für das Kaliningrader Gebiet das Elektronische Visum eingeführt. Der Beitrag informiert über alle Einzel- und Besonderheiten zur Beantragung, dem Erhalt und der Nutzung.

Das Elektronische Visum für das Kaliningrader Gebiet (im weiteren E-Visum genannt), ist die Vorstufe für eine generelle Einführung des Elektronischen Visums für die Russische Föderation. Bereits im Jahre 2018 wurde das Elektronische Visum für Wladiwostok eingeführt. Nach Vorlage erster Erfahrungswerte, wurde nun das Elektronische Visum auch für das Gebiet Kaliningrad übernommen. Am 1. Januar 2021 soll, entsprechend der Weisung des russischen Präsidenten Putin, für ganz Russland die Einreise mit Elektronischem Visum möglich sein.

Nutznießer des Elektronischen Visums für das Kaliningrader Gebiet ab 1. Juli 2019 sind Bürger der Bundesrepublik Deutschland, sowie 52 weitere Staaten:

  1. Andorra
  2. Bahrain
  3. Belgien
  4. Bulgarien
  5. China, einschließlich Taiwan
  6. Dänemark
  7. Estland
  8. Finnland
  9. Frankreich
  10. Griechenland   
  11. Indien
  12. Indonesien
  13. Iran
  14. Irland
  15. Island
  16. Italien
  17. Japan
  18. Katar
  19. Kroatien
  20. Kuweit
  21. Lettland
  22. Lichtenstein
  23. Litauen
  24. Luxemburg
  25. Malaysien
  26. Malta
  27. Mexiko
  28. Monako
  29. Niederlande
  30. Nordkorea
  31. Nordmakedonien
  32. Norwegen
  33. Oman
  34. Österreich
  35. Philippinen   
  36. Polen
  37. Portugal
  38. Rumänien
  39. San Marino
  40. Saudi-Arabien
  41. Schweden
  42. Schweiz
  43. Serbien
  44. Singapur
  45. Slowakei
  46. Slowenien
  47. Spanien
  48. Tschechien
  49. Türkei
  50. Ungarn
  51. Vatikan
  52. Zypern


Das Elektronische Visum kann über die englisch- und russischsprachige Internetseite des russischen Außenministeriums vom häuslichen PC aus beantragt werden. Gegenwärtig gibt es keine deutschsprachige Version.

 

 

Beantragen können Sie das E-Visum frühestens 20 Tage und spätestens vier Tage vor Reiseantritt.

Ihr Reisepass muss eine Mindestgültigkeit von sechs Monaten, zum Zeitpunkt der Einreichung des E-Visums haben. Weiterhin muss freier Platz für die Stempel des russischen Grenzbeamten vorhanden sein.

Die Bearbeitungszeit für das E-Visum beträgt vier Kalendertage.

Das E-Visum ist 30 Tage gültig. Maximale Aufenthaltsdauer innerhalb dieser Frist beträgt acht Tage. Die Aufenthaltsdauer von acht Tagen bedeutet nicht 8*24 Stunden Aufenthalt. Bereits der erste Tag der Einreise gilt als voller Tag, egal, zu welcher Uhrzeit Sie einreisen. Reisen Sie z.B. um 21.00 Uhr in das Kaliningrader Gebiet ein, so gilt dies bereits als erster voller Tag und drei Stunden später, also um 00.00 Uhr, beginnt bereits der zweite Tag.

Eine Verlängerung des E-Visums ist nicht möglich. Reichen Ihnen diese acht Tage nicht aus, müssen Sie das Kaliningrader Gebiet verlassen und einen neuen Antrag auf ein E-Visum stellen.

Eine Weiterreise ins russische Mutterland ist mit dem E-Visum nicht möglich.

Die Ein- und Ausreise kann über unterschiedliche Grenzpunkte, entsprechend reisetechnischer Erfordernisse, durch die Inhaber des eVisums erfolgen.

Der Reisende braucht sich nicht im Kaliningrader Gebiet zu registrieren.

Das E-Visum für das Kaliningrader Gebiet ist kostenfrei. In der Vergangenheit ist es zum Missbrauch des elektronischen Service beim russischen Außenministerium gekommen. Viele haben mit der Beantragungsplattform (Wladiwostok) gespielt und fiktive Anträge eingestellt. Sollte diese Tendenz anhalten, plant Russland die Einführung einer Bearbeitungsgebühr.

Eine Hotelunterkunft muss nicht nachgewiesen werden, allerdings ist die Eingabe einer Adresse für die Übernachtung zwingend notwendig. Vermutlich soll hiermit dem Mißbrauch des eVisums als kostenfreies Transitvisum vorgebeugt werden. Bitte beachten Sie, dass Ihre Angaben überprüft werden können. Sollten Sie eine fiktive Übernachtungsadresse angeben, so könnte dies zur Visaverweigerung führen.

Eine Auslandskrankenversicherung ist, so, wie bei jedem anderen Visum, erforderlich.

Bei Einreise mit einem Fahrzeug muss eine grüne Versicherungskarte mit Gültigkeit für die Russische Föderation vorhanden sein.

Einreise erfolgt über festgelegte Grenzübergänge des Kaliningrader Gebietes. Diese sind:

  • Airport Chrabrowo,
  • Grenze Polen-Kaliningrad: Mamonowo-1, Mamonowo-2, Bagrationowsk, Gusew,
  • Grenze Litauen-Kaliningrad: Shernyschewskoje, Sowjetsk, Pogranitschny, Kurskaja Kosa,
  • Hafen Baltisk, Seehafen Svetly,
  • Eisenbahnübergänge Sowjetsk, Mamonowo.

Als E-Visum gilt entweder der PDF-Ausdruck der Ihnen übersandten Einreisegenehmigung oder die elektronisch auf Ihrem Smartphon oder anderem elektronischen Gerät abgespeicherte Information des russischen Außenministeriums.

Das E-Visum ist für das gesamte Gebiet Kaliningrad gültig. Für den Besuch der Grenzzonen und der drei definierten Sonderzonen sind Zusatzgenehmigungen zu beantragen.

 

Füllen Sie den Antrag zum E-Visum sehr sorgfältig und völlig fehlerfrei aus. Sind Ihre Angaben fehlerhaft, so kann Ihnen die Ausgabe des E-Visums verweigert werden, oder, falls eine Ausgabe erfolgt und Fehler an der Grenze festgestellt werden, kann der Grenzbeamte das E-Visum für ungültig erklären.

Reisen gemeinsam mit Ihnen minderjährige Kinder, so muss für jedes Kind ein eigener Visaantrag ausgefüllt werden.

Gefordert werden von Ihnen folgende Angaben/Dokumente bei der Beantragung:

  • Staatsbürgerschaft,
  • Vorname, Familienname ggf. Geburtsname,
  • Geschlecht,
  • Geburtsdatum,
  • Geburtsort,
  • Zweck der Reise,
  • Ziel der Reise,
  • Geplantes Reisedatum,
  • Geplanter Übernachtungsort (im weiteren werden Angaben zum Hotel oder zur Privatperson gefordert),
  • Angaben zu früheren Reisen nach Russland,
  • Datum der letzten Reise nach Russland,
  • Reisepassangaben,
  • Angaben zu Ihrem Wohnort und Kontaktdaten,
  • Detaillierte Frage zu Arbeit oder Studium,
  • Frage zu möglichen Verwandten in Russland,
  • Farb-Passfoto (einscannen) (beachten Sie die technischen Anforderungen an das Foto).

Zum Ausfüllen des Antrages können Sie jede der zur Verfügung stehen Sprachvarianten nutzen. Sie müssen aber auch in der Sprache Antworten, dessen Antragssprache Sie gewählt haben. Wählen Sie die englische Antragssprache, müssen Sie alle Angaben in englischer Sprache und nicht in deutscher Sprache machen.

Sie können beim Ausfüllen folgende Buchstaben nicht verwenden „ß“, „Ää“, „Öö“, „Üü“. Dafür nutzen Sie alternativ „ss“, „Ae“, „Oe“, „Ue“.

Sie können das Visum in mehreren Etappen ausfüllen. Insgesamt haben Sie 30 Tage Zeit, in denen Ihr begonnener Antrag auf dem Server gespeichert bleibt.


 

Reklame

Kommentare ( 7 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 23. Juli 2019 02:21 pm

    Was nützt das Visum, wenn die Prinzessin KG mit einer dichten Dornenhecke umgeben ist, man nur diese Visumsheckenschere hat, die nur 8 Tage gilt und man wohl am günstigsten aber zu Fuß versucht mit einem frohen Lied auf den Lippen die Burg KG zu erobern. Aufwand und Nutzen, dorthin zu kommen, stehen in keinem guten Verhältnis. Da zieht man mit der Kirche ums Dorf.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 23. Juli 2019 04:01

      ... verstehe ich jetzt nicht. In der ersten Woche seit 1. Juli haben 4.500 Reiselustige das E-Visum beantragt und 450 waren schon eingereist. Für die stellte das kostenlose E-Visum keine Dornenhecke dar. Wem die acht Tage nicht ausreichen, kann doch nach wie vor ein ganz normales Visum bestellen.

  • Hauke

    Veröffentlicht: 28. Juli 2019 23:13 pm

    Und dann wäre da die Frage der Staatsbürgerschaft,
    laut Bundesregierung ist ein Pass oder ein Personalausweis der BRD kein Beweis das man deutscher Staatsbürger ist. Es lässt lediglich die Vermutung zu.
    Und nun?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. Juli 2019 00:00

      ... bleiben Sie am besten zu Hause. Da kann nichts passieren.

  • Hauke

    Veröffentlicht: 29. Juli 2019 00:30 pm

    Danke für die Ausladung aber zum Glück haben Sie nicht das Sagen in Russland.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. Juli 2019 06:38

      ... ich habe niemanden ausgeladen. Sie haben im vorhergehenden Kommentar Zweifel an der Gültigkeit deutscher Dokumente geäußert und ich habe daraufhin nur diese Empfehlung geben können.

  • boromeus

    Veröffentlicht: 29. Juli 2019 21:53 pm

    @radeberger.
    Ich bin der gleichen Meinung.Das elektr. Visum ist wohl eher was für Touristen,die genau wissen ,wann sie an- und abreisen wollen.Im Falle eines entsprechenden regulären Visums, kann ich selber entscheiden, wann ich,über welche Grenzkontrollstellen,zu Land,zu Wasser,per Flieger reise und muss mich nicht zwingen lassen, das Land nach 8 Tagen verlassen zu müssen. Sollte es einen Grund geben und wenn es nur die Schönheit der Stadt ist,die zum weiteren Verbleib animiert ,kann ich offiziell ausreisen ,in dem ich über die alte Luisenbrücke marschiere,drüben in Europa einen Kaffee trinke und offiziell in die russische Föderation wieder einreise. Die Registrierungspflicht beginnt ebenfalls wieder von vorne.Erheblich flexibler.So ist das alles sehr starr,weil Andere über mein Tun bestimmen.Das wiegt dann die "praktische Visumfreiheit" der kostenlose elektronischen Einreiseberechtigung wohl eher nicht auf.Aber das ist dann wohl eine Frage der Sichtweise und wie man es darstellt...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. Juli 2019 22:06

      ... ich bin zwar nicht angesprochen worden, aber möchte trotzdem mitteilen, dass im Zeitraum 1.-25 Juli 16.000 Reiselustige einen Antrag auf ein Elektronisches Visum gestellt haben und 7.200 bereits eingereist sind. Um dem Ansturm besser gerecht zu werden, hat man in Gdansk bereits eine Reisezentrum eröffnet, welches Hilfestellung und Informationen gibt.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 4. August 2019 16:31 pm

    boromeus
    Veröffentlicht: 29. Juli 2019 21:53:42

    Ich gebe Ihnen Recht, daß dieses Visum, so wie Sie es gern haben wöllten und ich es auch haben wöllte, noch lange nicht der Weisheit letzter Schluß ist. - Aber - es ist ein - einseitiges - Entgegenkommen der russischen Regierung als ein Zeichen des guten Willens. Was man von Seiten Brüssels als auch Berlins nicht im Entferntesten als ein solches Zeichen anerkennt. Im Gegenteil! Von russischer Seite wurde vor Jahren mehrfach der Vorschlag der RF einfach ignoriert visafreies Reisen zu vereinbaren. Ganz vorn in der Ablehnung war da eine Frau, die sich eigentlich mit Putin seiner und ihrer Sprache verständigen kann. Aber es gibt ja auch noch andere Länder, die bereits diese Regelung sehr dankbar annehmen, aus den verschiedensten Gründen und vermutlich auch nicht so weit weg wohnen von KG. Wenn wir schon unzufrieden sind, dann sollten wir das nicht der RF anlasten, sondern den Verhinderern in der EU. PS. KG liegt auch in Europa!

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 4. August 2019 16:44 pm

    Hauke
    Veröffentlicht: 28. Juli 2019 23:13:11
    "Und dann wäre da die Frage der Staatsbürgerschaft,... "
    Hauke, ein heißes Eisen, dieses Thema. Wenn man es richtig betrachtet, gibt es derzeit keine deutsche Staatsbürgerschaft, nur eine Staatsangehörigkeit. Das ist eben etwas anderes. Ich meine, daß Sie darauf anspielen. Es kann auch nicht anders sein, weil die BRD ja eben kein Staat ist, sondern eine besatzungsrechtliche Verwaltungseinheit, mit einer Verwaltungsvorschrift, die 1949 als sogenanntes "Grundgesetz" von einem "parlamentarischen Rat" mit Billigung der westlichen Besatzungsmächte in Kraft gesetzt wurde. Weder der "parlamentarische Rat" noch das "Grundgesetz" sind in irgendeiner Weise vom Volk bestätigt worden. Das Grundgesetz ist auch keine Verfassung für die BRD, die ja mit dem Deutschen Reich mit Einschränkung identisch sei. Demzufolge wäre die rechtliche Verfassung, die von Weimar. Man will uns aber was anderes einreden. Ich weiß, Sie wußten das alles selbst.

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 26. August 2019 23:05 pm

    Grundsätzlich ist dieses E-Visum für die Zielgruppe "Kurzbesucher" eine wesentliche Vereinfachung und Erleichterung und daher zu begrüßen.

    Aber es sind NUR 8 Tage Aufenthalt in Kaliningrad möglich. Ich habe viel Zeit und verreise meist weit und lange. Wer tut sich denn noch wegen ein paar Tage Aufenthalt die weite anstrengende Anreise und den widrigen Grenz-Stress noch an? Für die An- und Heimreise gehen doch alleine schon 4 volle Tage drauf.

    Ein ganzes Arbeitsleben lang musste ich bei jedem einzelnen Urlaub schon lange vorher um jeden weiteren Urlaubstag beim Arbeitgeber betteln. Und im wohlverdienten Rentnerleben soll in KGD wieder nach nur 8 Tagen Schluß sein! Nein, danke!

    Ich bleibe meist 3 Monate weg und reise zwischendurch auch innerhalb der RF oder über die Grenze Kaliningrads ins benachbarte Ausland. Da nützt mir ein E-Visum leider nichts.

    Aber fällt auf, dass es gerne für einen Kurzaufenthalt angenommen wird, wie man zuletzt an den vielen Autos mit D-Kennzeichen sieht.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 26. August 2019 23:12

      ... im ersten Monat sind 10.000 eingereist. Es scheint also schon interessant zu sein und die Mehrzahl der Besucher braucht nur eine Woche. Alle anderen können nach wie vor alle Visaarten nutzen, die auch schon vorher angeboten worden sind.

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung