Das eVisum – Schnell wurde es zur Selbstverständlichkeit. Weitere Erleichterungen geplant.

Das eVisum – Schnell wurde es zur Selbstverständlichkeit. Weitere Erleichterungen geplant.

Seit 1. Juli 2019 gibt es das eVisum für das Kaliningrader Gebiet. Es ist sehr schnell zur Normalität geworden. Und Probleme scheint es so gut wie keine zu geben.

Im ersten Monat haben rund 10.000 Antragsteller ein eVisum erhalten. Eine durchaus beachtliche Zahl, wenn man weiß, dass im Jahre 2018 insgesamt 1.520.000 Touristen nach Kaliningrad kamen, davon 20 Prozent, also 304.000 mit Visa, statistisch somit 25.000 pro Monat.

Bedeutet dies nun, dass real 10.000 ausländische Touristen mehr nach Kaliningrad kommen? Wohl kaum. Ein Großteil derjenigen, die jetzt mit eVisum anreist kommt aus der Gruppe derjenigen, die früher mit einem normalen Visum angereist sind. Da Kaliningrad eine Region ist, wo sich der Tourismus dynamisch entwickelt, wird es insgesamt nicht ganz einfach sein festzustellen, wie real sich das eVisum auf die Anzahl der Touristen ausgewirkt hat. Dass das eVisum eine feine Sache ist, darin sind sich aber alle einig, denn es vereinfacht das Leben der Reisewilligen erheblich, besonders derjenigen aus Litauen, Lettland, Polen und Deutschland – der größten Gruppe der eVisum-Nutzer.

Gegenwärtig sind die Mehrzahl der eVisum-Inhaber Einzelpersonen, nur sehr wenige Reisegruppen. Es wird wohl noch ein wenig dauern, bis Reisebüros verarbeitet haben, dass sie ihren Kunden jetzt die gleichen Reisen nach Kaliningrad um 100 Euro billiger anbieten können.

Es gibt aber noch eine ganze Reihe von Problemen, an denen man in Kaliningrad arbeitet, um das eVisum perfekt zu machen. Die Kaliningrader Verantwortlichen sind nicht zufrieden mit den Schlangen an der Grenze und damit, dass Grenzer und Zöllner nur selten Englisch oder Deutsch sprechen.

Viel Zeit nimmt auch das Ausfüllen von Zolldokumenten, insbesondere für diejenigen in Anspruch, die mit Fahrzeug einreisen. Deshalb hat der Kaliningrader Gouverneur die russischen Zollbehörden aufgefordert darüber nachzudenken, sich dem eVisum anzuschließen, d.h., dass derjenige, der ein eVisum beantragt, auch gleich die Zollerklärung mit einem Minimum an Angaben ausfüllt. Somit wird die Abfertigungszeit an der Grenze radikal verkürzt.  

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Kommentare ( 3 )

  • Udo Petz

    Veröffentlicht: 23. August 2019 18:13 pm

    Ich bin ja begeistert, was diese bösen und aggressiven und überhaupt schlechten Russen so auf die Beine stellen. Da hinkt das soo fortschrittliche Europa ganz schön hinterher. Ich habe die Idee, im August nach Kaliningrad zu fahren, aber einige Details sind mir noch unklar, da ich über das E-Visum aus verschiedenen Quellen Informationen beziehe. Muss ich für Ein-und Ausreise den selben Übergang benutzen? Kann ich auch in Kaliningrad ein E-Visum beantragen? Ich habe die Idee, mit dem E-Visum von Deutschland zu kommen, dann über Sowjetzk ausreisen und dann dort wieder einzureisen. Funktioniert das?
    Übrigens Kompliment zur neuen Gestaltung.
    Viele Grüße
    UP

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 23. August 2019 18:49

      ... das eVisum wird ja über PC, sprich Internet beantragt. Wo Sie sich bei der Beantragung befinden, ist somit egal. Aber Sie können natürlich nicht ohne Visum nach Kaliningrad einreisen, um es dann in Kaliningrad zu beantragen. Das funktioniert nicht.

      Für die Ein- und Ausreise können Sie unterschiedliche Grenzübergänge Ihrer Wahl nutzen.

      So wie Sie es aber planen, funktioniert es auch nicht. Sie wollen von Deutschland kommen. Werden also vermutlich über einen der polnisch/russischen Übergänge einreisen. Dann wollen Sie über Sowjetsk Richtung Litauen ausreisen. Das funktioniert alles problemlos. Nur einreisen können Sie dann nicht mehr, da ein eVisum nur für eine einmalige Ein- und Ausreise vorgesehen ist. Sie können sich gerne vier Tage in Litauen aufhalten und auf das neue eVisum für die Wiedereinreise warten oder Sie sind experimentierfreudig und versuchen ein sich überkreuzendes eVisum zu beantragen ... da liegen bisher noch keine Erfahrungen vor ...

  • Udo Petz

    Veröffentlicht: 23. August 2019 18:58 pm

    Ja, das mit dem Überkreuzen ist mein Gedanke. Ich mit meinem Kenntnisstand glaube, dass es geht, aber richtig experimentierfreudig bin ich in dieser Beziehung auch nicht. Mit Essen und Trinken ja, mit Behörden nicht. Aber in letzter Instanz kann man ja an der Grenze fragen, wer weiss es wenn nicht die.
    Vielen Dank

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 23. August 2019 19:04

      ... glaube ich nicht, dass die Grenzbeamten hierzu qualifiziert Auskunft geben können. Die sind nicht für die Visaerteilung zuständig, sondern nur für die Kontrolle. Warum versuchen Sie nicht jetzt - wo genügend Zeit ist, beide Visa zu beantragen. Sie wissen, wann Sie ausreisen und beantragen sofort das zweite Visum für die Wiedereinreise. Innerhalb von vier Tagen haben Sie beide Visa oder zumindest die Antwort, dass es so nicht geht ...

      Noch eine technische Frage zu meinem neuen Portal: Erhalten sie email-Nachrichten über neue Portalartikel, über neue Kommentare, über neue Antworten zu Kommentaren oder haben Sie diesen Service nicht abonniert (im Kabinett). Ich frage deshalb, weil andere informieren, dass dies nicht funktioniert.

  • Udo Petz

    Veröffentlicht: 23. August 2019 19:21 pm

    Ja, Riesenproblem, einfache Lösung, das nennt man Brett vorm Kopf, danke für die Inspiration.
    Den Emil-Service hab ich nicht abonniert, kann also keine Auskunft geben, leider.
    UP

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