Der Traum, einmal im Leben Russland zu sehen, ging nicht in Erfüllung

Der Traum, einmal im Leben Russland zu sehen, ging nicht in Erfüllung
 
Viele träumen davon, einmal im Leben nach Russland zu reisen. Moskau, die Hauptstadt. St. Petersburg die Kulturmetropole. Wladiwostok, der äußerste Zipfel im Osten. Aber manche tun alles, um mit Hammer und Sichel in den westlichsten Zipfel Russlands zu gelangen. So hatte auch ein Spanier den Drang nach Osten.
 
 
Polnische Grenzbeamte, das wissen wir aus der Vergangenheit, haben die Ostgrenze des Landes unter guter Kontrolle. Man muss rechtzeitig wissen, wenn sich aus Osten etwas in Richtung Westen bewegt. Somit ist es logisch, dass man auch die umgekehrte Richtung beobachtet.
 
Und so kam es am 23. März 2021 zu einem Grenzzwischenfall, wo polnische Grenzbeamte einen 42jährigen Mann mit spanischem Pass festsetzten. Die Grenzstreife bemerkte den Spanier, wie dieser sich Richtung Grenze bewegte und das kam ihnen spanisch vor.
 
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Somit versuchten sie den Mann am weiterlaufen zu hindern. Als dieser die Grenzbeamten bemerkte, versuchte er zu flüchten. Die natürlich besser trainierten polnischen Grenzsoldaten holten ihn nach kurzer Zeit ein und verhinderten gerade noch rechtzeitig den Grenzübertritt.
 
 
Die Durchsuchung seines Rucksacks brachte eine Luftdruckpistole ans Tageslicht, zwei Jagdmesser, eine Axt, ein Radio, einen Laptop, einen Datenstick, ein Mobiltelefon, ein Zelt, ein Schlafsack und sonstige persönliche Gegenstände, die für Extremwanderungen bestimmt waren. Weiterhin führte der Spanier mehrere Valuten mit sich – australische Dollar, britisches Pfund, japanische Yen und isländische Kronen. Polnische Zloty und russische Rubel hatte er wohl eigenartiger Weise nicht.
 
Eine Befragung ergab, dass der Spanier aus Österreich kommend, über Deutschland und Polen auf dem Landweg, bis an die russische Grenze im Bereich Kaliningrad gewandert war. Er erklärte, dass er durch die ganze Welt wandere. Er wollte mit seinem Grenzübertritt auf keinen Fall Gesetze verletzen. Aber er träumte schon immer davon, einmal Russland zu sehen und so entschied er sich, den Weg durch den Wald zu nehmen, um seinen Traum zu erfüllen.
 
Die polnischen Grenzer waren wohl an diesem Tage sehr milde gestimmt. Man erklärte dem Spanier, dass es nicht gestattet ist, an dieser Stelle die Grenze zu überschreiten. Man informierte ihn, was alles notwendig ist, um aus Polen ausreisen und nach Russland einreisen zu können. Danach brachte man ihn in die polnische Kleinstadt Malbork und schickte ihn nach Spanien zurück.
 
Andere Touristen, so auch aus Deutschland, die sich nur mal kurz an einem Grenzpfahl fotografieren wollten, hatten da in der Vergangenheit weniger Glück und wurden mit Haft und empfindlichen Geldstrafen belegt.

 

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