Die endlose Geschichte des Hauses der Räte

Die endlose Geschichte des Hauses der Räte
 
Es hörte sich alles so phantastisch optimistisch an. Vor drei Jahren war mit einem Mal genügend Geld vorhanden, damit die Kaliningrader Regierung das Haus der Stagnation kaufen konnte. Nun stagniert es immer noch. Aber es kommt noch schlimmer.
 
 
Rund drei Jahre ist es wohl her, vielleicht aber auch schon vier Jahre. Es schien, dass nun endlich Bewegung in die Angelegenheit des Hauses der Räte kommt. Hunderte Millionen Rubel waren mit einem Mal in der Kasse der Gebietsregierung. Verhandlungen, mit den immer noch unbekannten Besitzern, wurden geführt und der Verkauf wurde perfekt gemacht. Das gesamte Gebäude befindet sich in der Hand der Gebietsregierung – bzw. der Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes – eine Organisation, die sich im Eigentum der Gebietsregierung befindet.
 
Es begannen die Planungen, was denn nun mit dem Gebäude weiter geschehen sollte. Varianten gab es reichlich. Es sollte einfach fertig gebaut werden. Das war aber nicht so einfach. Deshalb sollte die Fassade rückgebaut und ein wenig aufgehübscht neu angebracht werden. Dann sollte einige Etagen abgetragen werden. Plötzlich stand der Vorschlag, das Gebäude komplett abzureißen.
 
Irgendwie hatte sich wohl die Kaliningrader Gesellschaft nach vielen Empörungen damit abgefunden, dass das Haus verschwindet.
 
Dann wurden Überlegungen angestellt, was denn an dessen Stelle errichtet werden sollte. Ein Vorschlag sah dem jetzigen Haus der Räte sehr ähnlich. Ein anderer Vorschlag zeigte eine irre Variante eines Handelskomplexes. Und es gab noch ein paar Varianten, an die ich mich nun schon nicht mehr erinnern kann – man muss sich auch nicht erinnern. Es war nichts wirklich Interessantes dabei, geschweige denn Bedauernswertes – eben bedauernswert, weil es nicht gebaut wird.
 
Zum Ende des verrückten Jahres 2021 äußerte sich Anton Alichanow, der Kaliningrader Gouverneur, der sich im September 2022 wohl wieder zur Gouverneurswahl stellen wird, zum Schicksal des Hauses der Stagnation. Er meinte: „Das Haus der Räte werden wir abreißen und werden irgendetwas anderes da bauen, aber vielleicht auch nicht.“
 
Nun sind alle genau so schlau wie vorher.
 
Er kommentierte noch, dass es durchaus möglich sein kann, dass kein neues Verwaltungsgebäude dort errichtet wird. Man berücksichtige damit die Wünsche der breiten Masse der Kaliningrader, die sich ziemlich reserviert zu den vorgestellten Projekten gezeigt habe – kommentierte Anton Andrejewitsch.
 
Vermutlich wird man hier einen Park einrichten. Vielleicht kommt später noch dieses oder jenes Detail hinzu, vielleicht aber auch nicht. Wenn keine Details mehr dazukommen, wird es ein großer Park. Aber man kann und muss über alles sprechen. An sich bietet es sich an, hier etwas völlig Neues zu machen – also das Gelände wäre wie ein Blatt weißes Papier – sagte der Gouverneur.
 
Nun wissen wir also, dass wir nichts wissen und können uns entspannt zurücklehnen und die bevorstehenden Feiertage genießen. Wir wollten das Beste. Es kam wie immer.
 
 
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Kommentare ( 2 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 29. Dezember 2021 02:48 pm

    Wenn ich mich von Erichowitsch in den vergangen Jahren richtig informiert fühlte, dann ist es in KG doch noch so, daß die Ämter in der Stadt verstreut sind. Daher wäre es doch wirklich überlegenswert, den alten Kasten, der auch keinen modernen Ansprüchen wohl mehr genügt, mit einer sauberen Sprengung Lebewohl zu sagen und an dessen Stelle ein modernes allumfassendes Verwaltungsgebäude entstehen zu lassen, mit kleinen Läden im Erdgeschoß und einem grooooßen Parkplatz davor. Eingebettet in viel Grün.
    Je länger diese Zaudertour dauert, desto teurer wird doch der Spaß. Anscheinend ist AAA doch nicht der Durchsetzungsfähigste. Er hat offensichtlich falsch kalkuliert. Zu seiner möglichen Wiederwahl hätte das neue Objekt fertig sein und eine positive Ausstrahlung haben müssen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. Dezember 2021 06:28

      ... ich glaube, es ist gegenwärtig vielen unklar was passiert, rsp. was nicht passiert. Schade. Bis zur Wiederwahl wird es wohl höchstens ein Konzept geben, mehr nicht.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 29. Dezember 2021 21:06 pm

    Der saubere Abriss ist bislang daran gescheitert, daß die dafür benötigten Spezialisten von 9/11 leider nicht mehr verfügbar sind.

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