Die Heimat ruft: Erichowitsch soll gegen Virus kämpfen

Die Heimat ruft: Erichowitsch soll gegen Virus kämpfen
 
Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Kaliningrad als Testregion für den neuen Impfstoff „Vektor“ ausgewählt wurde. Insgesamt gibt es fünf Testregionen mit 3.000 Testpersonen in Russland. In Kaliningrad werden 400 Testpersonen für die dritte, von Russland entwickelte Corona-Virus-Impfung, an die Front gerufen.
 
 
Vor einigen Tagen sprach mich ein Bekannter an und meinte, ob ich denn nicht dem Beispiel des Kaliningrader Gouverneurs Anton Alichanow folgen, d.h. mich um Aufnahme in die Testgruppe für den dritten Impfstoff bewerben wolle. Nach kurzem Überlegen dachte ich mir: Warum nicht? Und so begannen dann die Formalitäten.
 
Grafik: Die Heimat ruft (Grafik aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges)
 
Ein kleiner Fragebogen, mehr ein Personalbogen, mit einem Minimum an Angaben, musste ausgefüllt werden. Auf dessen Grundlage wurde die ganz grobe Auswahl getroffen, ob der Bewerber für den Test generell geeignet ist – also es erfolgte eine Beurteilung unter sozial-gesellschaftlichen Aspekten.
 
Man entschied, dass ich generell als Testperson von Interesse bin und dann ging alles sehr schnell. Ich erhielt ein 27 Seiten langes Informationsmaterial, wo der gesamte Ablauf, die Rechte und Pflichten der Freiwilligen beschrieben wurden. Wenn ich prinzipiell mit den dortigen Festlegungen und der Vorgehensweise einverstanden bin, sollte ich mich am Dienstag um acht Uhr im Klinischen Diagnosezentrum der Kant-Universität melden.
 
Gesagt, getan.
 
Begleiten Sie mich bei meinen ersten Schritten, zur Bewerbung um die Aufnahme in die Testgruppe für den neuen Corona-Virus-Impfstoff „Vektor“.
 
Videoeinspielung: Klinisches Diagnosezentrum der Kant-Universität und Kurzinterview einer Ärztin
 
Nach den allgemeinen Formalitäten, wurde ich einem Arzt übergeben, der in einem umfangreichen Fragebogen gesundheitsspezifische Fragen aus der Vergangenheit und Gegenwart stellte. Das Gespräch dauerte rund eine Stunde und es wurden weitere Spezialisten hinzugezogen, die diese oder jene Besonderheit meiner Gesundheitshistorie zu beurteilen hatte. In der Vergangenheit hatte ich eine Allergie, so wie viele Menschen, gegen Birke, Haselnuss, Kernobst. Diese habe ich mit einer Hypersensibilisierungstherapie über vier Jahre behandelt und habe nun keine Allergie mehr. Am Stirnrunzeln der anwesenden Ärzte – es waren vier – merkte ich aber, dass diese nicht sehr begeistert davon waren.
 
 
Nach diesem ausführlichen Gespräch wurde ich in die Laborräume begleitet, gab mein Biomaterial ab und wurde in einen bequemen Leder-Liegesessel gesetzt, wo mir eine größere Menge Blut abgenommen wurde. Gezählt habe ich die Ampullen nicht, aber ich schätze es waren acht Ampullen.
 
Nun wird ein Komplettcheck meiner Blutwerte vorgenommen. Wie ich erfahren habe, erhielt keiner der heutigen Testpersonen eine Testspritze. Heute ging es um die Bestandsaufnahme der Gesundheit und ob der Freiwillige rein von der Gesundheit her in der Lage ist, Testperson zu werden. Nach Vorlage der Ergebnisse, in ca. drei Tagen, wird dann durch ein Ärztekonsilium festgelegt, welcher Bewerber in die Gruppe aufgenommen wird.
 
Ich werde mich somit in drei Tagen wieder mit einem Bericht melden und Sie auf dem laufenden halten. Bis dahin bereite ich das umfangreiche Material auf, um Sie, egal wie die Entscheidung der Ärztekommission ausfällt, mit dem allgemeinen Ablauf des Vektor-Testes in Russland vertraut zu machen.

 

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Kommentare ( 1 )

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    Veröffentlicht: 6. Dezember 2020 19:57 pm

    Mit Spannung erwarte ich Ihren fortgesetzten Bericht. Ihre Entscheidung finde ich in der Testphase zwar mutig, aber ich hätte gegenüber einem in Russland entwickelten und von der russischen Regierung für Russland zugelassenen Impfstoff grundsätzlich Vertrauen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 6. Dezember 2020 22:10

      ... morgen, am Montag, im laufe des Tages erfolgt der angekündigte Artikel zur Thematik. Ich weiß schon, was drin steht ... Sie müssen noch ein wenig warten. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die beste Freude ...

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