Die Zeit drängt. Kaliningrad wird sich nicht hinhalten lassen.

Die Zeit drängt. Kaliningrad wird sich nicht hinhalten lassen.
 
Am Wochenende sickerten einige Gerüchte durch, dass die Europäische Kommission Litauen ein Dokument zur Regulierung der Transitfrage zwischen Russland und Russland zugestellt hat. Litauen solle Stellung nehmen. Es könnte sein, dass die Stellungnahme sich hinzieht. Aber Kaliningrad hat keine Zeit zu warten.
 
 
Wer aufmerksam die Vielzahl der Meldungen liest, die sowohl von offiziellen russischen Persönlichkeiten verlauten, wie aber auch von Experten, Journalisten und Bloggern, der wird verstehen, dass für Russland der Spaß aufgehört hat. Kaliningrad ist das Gebiet, welches, wenn es denn wirklich Not tut, Truppen in Bewegung setzen kann – immerhin ist das Leben von über einer Million Menschen in Gefahr.
 
Somit sollte auch die Europäische Union verstanden haben, dass man schnell reagieren muss, um mögliche Fehler zu korrigieren. Und man sollte auch den Partner Litauen darauf hinweisen, dass er sich, im Interesse einer friedlichen Lösung des Problems insgesamt und im Interesse seiner EU-Partner, mit der Beurteilung der neuen Lage, nicht zu viel Zeit lassen kann. Die Meldungen sind sehr konkret und unmissverständlich: Russland hat nicht ewig Geduld. Und, so habe ich es in Erinnerung, es wurde der Europäischen Union eine Woche Zeit gegeben, den Beschluss zu korrigieren.
 
 
Wobei der Begriff „korrigieren“ nicht korrekt ist, denn Alla Iwanowna, Ministerin und Leiterin der Agentur für ausländische und überregionale Angelegenheiten sagte am Montag eindeutig: Wir erwarten einfach nur die Wiederherstellung der Verhältnisse wie sie am 17. Juni 2022 waren. Alles andere werden wir nicht akzeptieren.
 
Es gibt also nichts misszuverstehen – oder?
 
Die Antwortreaktion Russlands für Litauen, vielleicht aber auch für die Europäische Union, scheint fertig zu sein. Der Gouverneur Anton Alichanow hatte darüber bereits in der vergangenen Woche informiert. Der Besuch des Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrates in Kaliningrad Nikolai Patruschew, diente wohl nur der kompakten Abstimmung und Koordinierung.  
 
Alla Iwanowna kommentierte, dass die Wirtschaft und das tägliche Leben in Kaliningrad keine Zeit haben, sich auf irgendwelche Diskussionen oder Überlegungen einzulassen. Die Logistik Kaliningrads muss stabil organisiert sein und so ist man dabei, jetzt bereits neue Wege zu suchen – Kaliningrad wartet nicht auf Lösungen oder irgendwelche Gnadenakte seitens der Europäischen Union. Niemand solle sich einbilden, dass man das Thema „Kaliningrad“ unter den Tisch kehren kann. Die gesetzte Frist neigt sich dem Ende.
 
Alla Iwanowna meinte, dass das eigentliche Problem auf der Ebene der Europäischen Union zu suchen ist – das geht aus verschiedenen versteckten Andeutungen europäischer Politiker hervor. Der Kaliningrader Gouverneur äußerte, dass sich die Europäische Union in ihren eigenen Sanktionen nicht mehr durchfindet.
 
Die Zeit neigt sich zu Ende. Morgen ist Dienstag und der Tag, an dem die gesetzte Frist für Litauen und die Europäische Union ausläuft.
 
 
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Kommentare ( 2 )

  • Manfred SCHARTOW

    Veröffentlicht: 27. Juni 2022 20:07 pm

    Frau v. d. Leyen ist doch eine "führende" Person von Polens Gnaden . Es war doch Kaczynski, der mit Frau Merkel, die damalige Lösung gefunden haben soll. Insofern trifft die Entscheidung nicht Brüssel sondern Warschau und deren baltische Nachbarn.
    Und die Situation war für diese selten so günstig , wie jetzt. Und Deutschland schuldet den Polen mit der damals stark unter Korruptionsverdacht stehenden v. d. Leyen noch einiges.
    Ich bleibe dabei, dass Polen hier am " großen " Rad dreht. Die Sache ist für Polen, mit der dort ausgeprägten Russophobie, die UltimaRatio.
    Die ukrainischen Streitkräfte müssen den Sommer noch überstehen, dann wird wohl Polen die EU und die NATO zum Bündnisfall zwingen.
    Auch bei Gefahr des eigenen Unterganges.
    Die Zeit des berauschten Selensky ist vorbei. Dank der gewährten Transitbedingungen Russlands nach Kiew konnte Selensky super aufgebaut und Material für die ukrainische Armee beschafft werden. Da ist kein Gleis mehr für Getreide.
    Give peace a chance.

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 28. Juni 2022 08:58 pm

    Die "Schwarze Madonna" von Tschenstochau vermag wohl manches Übel zu verhindern, aber nicht die Auslöschung Polens im sogenannten Bündnisfall!
    Die Brüder Katschinski können dann auch klären, wie das mit dem Flieger passiert ist, sitzend zur rechten Hand Woitilas.

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