Ein Sanktionsabend in Kaliningrad

Ein Sanktionsabend in Kaliningrad
 
Der amerikanische Präsident Biden hat verkündet, dass ein Jahr amerikanischer Sanktionen, Russland in seiner Entwicklung um 15 Jahre zurückwerfen wird. Er wird alles tun, um die russische Wirtschaft zu erwürgen. Eine kleine Gruppe von Kaliningrader Experten wollte prüfen, ob die 15 Jahre schon begonnen haben und entschieden, den Test in einem Kaliningrader Restaurant durchzuführen.
 
 
Beginnen wir damit, dass es gar nicht so einfach war, einen Tisch für acht Personen zu bestellen. Das Restaurant war für Wochen im voraus ausgebucht. Vermutlich haben viele Kaliningrader Angst vor den Sanktionen und wollen nochmal schnell etwas essen, bevor das, uns versprochene, größte Elend hereinbricht.
 
Die Speisekarte war etwas umfangreicher, die Getränkekarte war noch umfangreicher. Die nette Frau, die unsere Bestellung aufnahm, musste etwas Geduld mit uns haben.
 
Zur Zukunft der Getränkekarte in den Kaliningrader Restaurants darf man getrost auf Änderungen hoffen, denn bekannte westliche Getränkemarken dürfte es entweder nicht mehr geben, oder aber zu Preisen die 50 und mehr Prozent höher liegen als heute. Grund ist der Import über den sogenannten Graumarkt.
 
Was die Speisen selber anbelangt, so denke ich mal, dass es da wenig Änderungen geben wird, denn alles ist vorhanden und kann leicht durch andere Lieferanten ersetzt werden. Allerdings hört und liest man, dass Ansichten geäußert werden, die russische Küche wieder mehr zur Geltung zu bringen. Persönlich bevorzuge ich in Restaurants die russische Küche. So habe ich mich auch für Golubzy entschieden, also Kohlrouladen – erstmalig probiert mit einer leicht gesäuerten Tomatensoße.  
 
Wer in Kaliningrad lebt und am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, wird bemerken, dass die Restaurantszene sehr dynamisch ist. Nicht alle Formate halten die hohen Ansprüche der Kaliningrader durch. Manche sind auch so modern, dass die Kaliningrader diese Modernität nicht verstehen und akzeptieren. Ich erinnere mich noch an Zeiten, da hatte Kaliningrad drei Restaurants. Heute hat man die Qual der Wahl und es ist überhaupt kein Problem, einmal im Monat ein neu eröffnetes Restaurant zu testen.
 
In unserem Restaurant, ein relativ neues, erst vor wenigen Monaten eröffnet, füllten sich die Tische im Laufe des Abends komplett. Es liegt im Stadtzentrum, hat einen riesigen Parkplatz – natürlich für Gäste kostenfrei.
 
Und was die Sanktionen anbelangt … wir warten noch auf sie, sie sind bisher noch nicht eingetroffen.
 
 
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Kommentare ( 3 )

  • Müller-Thurgau

    Veröffentlicht: 7. April 2022 10:46 pm

    Tut mir leid, daß Sie so leiden müssen. ;)

  • Wladi

    Veröffentlicht: 7. April 2022 12:37 pm

    Ja in Russland wird mann nicht viel davon mitbekommen,den Michel geht es an den Kragen.Die bauen ja nur Mais,nicht für das liebe Vieh,die bekommen genmanipuliertes Futter.Die machen daraus Gas,verstehe ich bis heute nicht.Getreide,bioaökohohl um das Benzin zu verdünnen,E10,Kartoffeln meist Inporte,da die Windmühlen und Solarzellen wichtiger sind,was ich bis heute auch nicht verstehe.Es giebt sämtliche Rohstoffe im Inerren der Erde,warum baut mann die denn an?Noch giebt es diese Lobby Halunken,gehe davon aus,daß Putin diesen Laden beseitigt auch Polen und die BRD nicht vergisst!Eigentlich,könnte er nach Besatzerrecht den Isten Deutschlands verwalten,oder sehe ich das falsch?Deshalb wurde ja die innerdeutsche Grenze gebaut um uns vor erzeugten Viren und kapitalistischen Machenschaffen zu schützen oder ist das auch falsch?

  • Anton Amler

    Veröffentlicht: 8. April 2022 11:36 pm

    Wenn ich mich früher mit Freunden traf, dann kannten die meine Schwäche für "Sowjetskoje Schampanskoje", und labten mich.
    Der Krimsekt von heute ist nicht mehr das, was ich kannte, und der polnische "Zubrowka" gelblich, mit Halm, schmeckte auch anders.
    Ganz zu schweigen vom "Rotkäppchen-Sekt", in dessen Umfeld ich nach dem Krieg aufwuchs.
    Ich weiß um die Anbaufläche in Freyburg/Unstrut, und auch die Krim hatte nur begrenzte Möglichkeiten.
    Gute Namen wurden benutzt, um Massenschund auf dem Markt optimalen Gewinn bringend zu etablieren.
    Ich würde gern wieder mehr "russischen" Krim-Sekt trinken, und Kohlrouladen auf heimischen Speisekarten, finde ich leider sehr selten.
    Also - Erichowitsch - danken Sie dem selbst gewählten Schicksal, all diese schönen Dinge genießen zu können !
    Sanktionen können sehr hilfreich sein, sich auf die wichtigen Dinge zu besinnen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 8. April 2022 13:45

      ... ich habe mich nun schon seit ca. 2014 auf rein russische Getränke umgestellt. Vor ein paar Tagen habe ich "Krim-Konjak" und "Russischer Konjak" gekauft - 0,5 Liter für rund fünf Euro. Klar, dass das eine Qualität ist, die noch nicht mal an "VS" herankommt. Aber als kleiner Begleiter bei Treffen und Gesprächen ist dies ausreichend. Wer was Besseres bei mir will, muss es selber mitbringen. Der Krim-Wein selber schmeckt mir recht gut. Krim-Sekt trinke ich relativ selten - ist eben ein eleganteres Getränk für besondere Festlichkeiten (Hochzeit, Jubiläum).

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