Etappe 3 kommt nicht – Wie weiter mit Corona in Kaliningrad?

Etappe 3 kommt nicht – Wie weiter mit Corona in Kaliningrad?
 
„Kaliningrad-Domizil“ erhält gegenwärtig viele Anfragen mit der Bitte um Einschätzung der Situation zur Corona-Krise. Neben den offiziellen Verlautbarungen möchten ausnahmslos alle unsere Leser und Zuschauer die subjektive Meinung, eines vor Ort lebenden Deutschen hören. Dieser Bitte möchte ich nun nachkommen und eine kurze Zusammenfassung der bekannten Fakten und Informationen geben.
 
 
In Kaliningrad hatten wir heute, am Freitag, nach den positiven Entwicklungen der letzten zwei Wochen, eigentlich erwartet, dass die dritte und somit letzte Stufe der Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens verkündet wird.
 
Videoeinspielung: Filmausschnitt „Revisor“
 
Dies würde bedeuten, dass wir eigentlich in Kaliningrad zur fast normalen Normalität zurückkehren, die Restaurants wieder öffnen und auch die Einschränkungen für Bürger über 65 Jahre, zurückgenommen werden.
 
Grafik: Stand der Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens
 
Am Vormittag wurden aber alle enttäuscht, denn die Verantwortlichen für den Verbraucherschutz in Kaliningrad erklärten, dass dieser Schritt für Kaliningrad verfrüht ist. Bei dieser Erklärung berücksichtigten sie, dass es in den letzten Tagen im Kaliningrader Gebiet wieder zu einem leichten Anstieg der Erkrankungsfälle gekommen ist.
 
Grafik: Corona-Situation im Kaliningrader Gebiet
 
Damit enttäuschte die Kaliningrader Chef-Verbraucherschützerin auch den Gouverneur, der fest damit gerechnet hatte, dass es zumindest zu „irgendwelchen weiteren Erleichterungen“ kommt. In diesem Fall ist nun allerdings die Chef-Verbraucherschützerin die Mächtigere in Kaliningrad.
 
Videoeinspielung: Filmausschnitt „Der Idiot“
 
Somit ist auch klar, dass es zu keinerlei Reiseerleichterungen für diejenigen kommt, die aus dem Ausland anreisen wollen – egal mit welchem Verkehrsmittel.
 
Kaliningrad hat bereits zwei von drei Isolierungshäuser für Einreisende geschlossen, da eine Selbstisolierung nicht mehr erforderlich ist. Erforderlich ist nur noch eine amtlich ärztliche Negativ-Bescheinigung im Rahmen eines Corona-Virus-Testes. Wer diesen nicht mitbringt, kann den Test in Kaliningrad machen lassen und erfährt das Resultat innerhalb von drei Tagen. Danach werden, im Falle eines Positiv-Bescheides, weitere Entscheidungen getroffen.
 
Die von Russland angekündigten Gespräche mit einer Reihe von Staaten über Erleichterungen im Reiseverkehr, scheinen auf der Stelle zu treten. Zwar gibt es eine Einigung mit der Türkei, aber defacto keine Schritte, um diese auch umzusetzen.
 
Während das russische Gesundheitsministerium für Reiseerleichterung unter bestimmten Sicherheitsbedingungen eintritt, soll das russische Transportministerium „ohne Fanatismus“, wie man in Russland formuliert, an diesen Gesprächen teilnehmen. Somit ist klar, dass es in absehbarer Zeit, also meiner Schätzung nach, in den kommenden zwei Wochen, zu keinerlei Reiseerleichterungen kommen wird.
 
Videoeinspielung: Filmausschnitt sowjetischer Filmklassiker
 
Zu beachten ist ebenfalls, dass für mögliche Reiseerleichterungen nicht nur Russland Verantwortung trägt, sondern diese auf der Basis der Gegenseitigkeit eingeleitet werden. Selbst wenn man in Russland bereit ist, die Grenzen für Ausländer zu öffnen, so müssen auch die Partnerstaaten im Gegenzug bereit sein, ihre Grenzen für russische Bürger zu öffnen. Hierzu gibt es eindeutige und kompromisslose Aussagen der Verantwortlichen in der russischen Regierung. Die Europäische Union zeigt hierzu gegenwärtig noch keine Bereitschaft.
 
Die Empfehlung von „Kaliningrad-Domizil“ geht dahin, mögliche Reiseplanungen für Kaliningrad, ja eigentlich für ganz Russland, für mindestens zwei Wochen, vielleicht sogar für vier Wochen, zu verschieben.
 
Videoeinspielung: Filmausschnitt „Die Karten lügen nicht.“
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