Gespräche in der Sauna zum Schicksal von Frau Merkel

Gespräche in der Sauna zum Schicksal von Frau Merkel

 

Jeden Morgen pünktlich um sechs Uhr gehe ich in die Sauna. Das macht nicht nur fit für den beginnenden Alltag, sondern man erfährt dort auch alles, was am Vortag und in der Nacht in Russland und in der Welt passiert ist. Die Sauna in Russland ersetzt defacto das Internet.

 

 

Heute ging es in unserer kleinen Saunarunde im Kaliningrader Norden besonders heiß her. Die Normaltemperatur beträgt ungefähr 80 Grad. Heute waren es gefühlte 180 Grad.

Heiß diskutiert wurde der Besuch von Frau Merkel, der am Samstag in Moskau ansteht. Putin soll eingeladen haben, wusste einer aus unserer Runde aus ganz sicherer Quelle. Ein anderer meinte, dass Frau Merkel Angst hat, dass das Gas in Deutschland nicht ausreicht und will deshalb mit Putin das gemeinsame Vorgehen gegen die Amerikaner besprechen.

Ein Dritter wusste zu berichten, dass den Deutschen der wachsende Einfluss Russlands im Allgemeinen und Putins insbesondere in Syrien, in Libyen und überhaupt in Afrika und dem Rest der Welt gar nicht gefällt. Und man bewegt sich jetzt in die Höhle des Löwen, um nach Schwachstellen Ausschau zu halten.

Aber der, der ganz genau wusste, dass Putin eingeladen hat, meinte, dass Putin eigentlich Angela auf den Teppich zitiert hat – „wyswal na kowjor“, wie man in Russland sagt, wenn ein Unterstellter abgewatscht werden soll. Er erinnerte daran, dass ausnahmslos alle Ausländer, die in der Sowjetunion studiert haben, damals vom KGB angeworben worden sind. Und Angela Merkel hat in Moskau studiert und somit ist alles klar …

Und dann mischte sich noch einer ein und meinte, dass das alles Quatsch ist. Die Tage von Frau Merkel sind gezählt und die kommt jetzt sicherlich nach Moskau, um sich zu verabschieden und noch ein letztes Mal die Hunde von Putin zu streicheln.

Dann schauten plötzlich alle auf mich, den schweigenden Deutschen. Und ich wurde gefragt, wer denn Nachfolger von Frau Merkel wird. Ich konnte die Frage nicht beantworten, denn ich kenne mich da nicht so aus und selber darf ich auch in Deutschland als Auslandsdeutscher nicht mehr wählen. Aber, so kommentierte ich, Frau Annegret Kramp-Karrenbauer wird es nicht …

Wieso?, wurde ich gefragt.

„Nun“, argumentierte ich, „der Name ist so schwierig auszusprechen, da könnte sich Putin versprechen und blamieren. Da wird also jemand anders das Ruder der Macht in die Hände nehmen müssen.“

Und die Russen probierten gleich mal den neuen Namen, den wohl alle zum ersten Mal gehört hatten, auszusprechen. Zu meiner größten Verwunderung, konnten die Russen den Namen von AKK besser aussprechen als ich.

Audioeinspielung Namenstraining

Und einer meinte, dass sich Wowa und Engi doch sowieso mit Vornamen ansprechen. Und Angela und Annegret … da gibt es doch keinen Unterschied …

Wir verblieben in unserer heißen Saunarunde so, dass wir keine der heute diskutierten Fragen abschließend zufriedenstellend und endgültig beantworten können und wollen die Diskussion nach der Abreise von Frau Merkel fortsetzen.

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