Gouverneur denkt über Wohnungskauf in Kaliningrad nach

Gouverneur denkt über Wohnungskauf in Kaliningrad nach

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow ist aus Moskau zu uns nach Kaliningrad gekommen. Lange Zeit schon wohnt er mit seiner Frau und den drei Kindern in einer Dienstwohnung, irgendwo in Kaliningrad. Nun hört man, dass er über den Kauf einer Wohnung nachdenkt.

 

 

Der Kauf einer Wohnung in Kaliningrad ist immer eine gute Entscheidung. Man zeigt damit Interesse und seine Verbundenheit mit der Stadt.  

Bevor man aber sein Leben in den eigenen vier Wänden genießen kann, hat man ein wenig Bürokratie zu bewältigen.

Der Kauf der Wohnung, häufig mit Hilfe eines Maklers, ist schon denkbar einfach geworden. Man besichtigt einige Objekte und entscheidet sich dann. Der Makler setzt den Vertrag auf. Käufer und Verkäufer gehen zur Bank und wickeln die Bezahlung des Vertrages über ein Bankakkreditiv ab – als wohl sicherste Form bei einem Immobilienkauf. Danach gehen Käufer und Verkäufer in das Bürgerservicezentrum am Platz des Sieges, geben dort die Unterlagen zur Registrierung der neuen Eigentumsrechte im Grundbuchamt ab. Nach neun Arbeitstagen erhält man den Auszug aus dem Grundbuch. Alles sehr einfach, alles sehr bequem.

Aber dann?

Schauen wir einmal, was der Kaliningrader Gouverneur alles tun muss, wenn er eine Wohnung in Kaliningrad gekauft und den Auszug aus dem Grundbuch in Händen hält.

Zuerst bringt er in Erfahrung, welche Wohnungsverwaltung für seine Wohnung zuständig ist. Es gibt mindestens 243 Wohnungsverwaltungen in Kaliningrad.

Dort erhält er eine Propiska, also eine Registrierung. Zweimal muss er dorthin, das zweite Mal, um die Dokumente wieder abzuholen.

Beim ersten Mal erhält er einen Kontoauszug, Wypiska aus dem persönlichen Konto, das jeder Bewohner eines Hauses hat. Mit dieser Wypiska kann man nun alle anderen Wege laufen.

Man fährt zu den Wasserwerken auf dem Sowjetski-Prospekt, um einen Vertrag abzuschließen. Die Wartezeiten sind unterschiedlich, abhängig vom Tag und der Stunde.

Danach fährt man zur ul. Newskowo, um mit RosZeti, also dem Kaliningrader Strommonopolisten einen Vertrag über die Stromlieferung abzuschließen. Auch hier gibt es Warteschlangen.

Dann fährt man zur ul. Sibirijakowa. Dort befindet sich „Kaliningrad-Gasifikazija“. Hier bestellt man einen technischen Spezialisten, der die Gasgeräte in der Wohnung kontrolliert. Ist alles in Ordnung, schließt man mit dieser Firma einen Vertrag ab für die Wartung der Gasanlagen.

Mit diesem Servicevertrag kann man dann zur Firma „MeschRegionGas“, also GasProm fahren – entweder in die ul. Tomskaja oder Nachimowa. Hier schließt man Verträge für die Gaslieferung ab.

Der nächste Schritt ist ein Besuch im Fond für die Hauptinstandsetzung in der ul. Komsomolskaja. Hier wird das Gemeinschaftseigentum an Immobilien verwaltet und diese staatliche Organisation verwaltet die Beiträge der Immobilienbesitzer und organisiert notwendige Instandsetzungen. Und auch hier wird ein Vertrag abgeschlossen.

Danach geht es in die uliza Osjornaja. Hier befindet sich das Office für die Abfallentsorgung. Auch hier muss ein Vertrag abgeschlossen werden. Je nach Tageszeit hat man den Vertrag nach 30 Minuten oder nach zwei Stunden in Händen.

Nun kann sich der Gouverneur endlich abends in den Sessel fallen lassen, ein wenig mit den Kindern spielen und mit seiner Frau die letzten Neuigkeiten austauschen.

Die überrascht ihn aber mit der Neuigkeit, dass ein Brief vom RosZeti gekommen ist, also dem Stromlieferanten. Dieser teilt mit, dass das „Haltbarkeitsdatum“ des Stromzählers abgelaufen ist und man schleunigst eine Kontrolle zu organisieren habe. Erfolgt dies nicht in Monatsfrist, droht die Stromabschaltung.

Und während der Gouverneur noch die Kontrolle des Stromzählers organisiert, erinnert er sich, dass es auch noch einen Gas- und Wasserzähler gibt.

Abends sitzt er dann erschöpft zu Hause, glücklich, nun doch im Verlaufe von zwei Monaten alles erledigt zu haben. Auch seine Frau ist glücklich und erzählt ihm, dass sie gerade heute überall hin die Zählerstände gemeldet hat, die in Kaliningrad jeden Monat gemeldet werden müssen – ansonsten … hat das Konsequenzen, finanzielle Konsequenzen.

Und während der Gouverneur mit seiner Frau einen Entspannungstee trinkt, fragt diese:

„Anton, ihr habt doch im vergangenen Jahr das Haus der Räte gekauft. Hast du denn dort schon alle Verträge für Gas, Wasser, Strom, Müll, Fond KapRemont usw. usw. abgeschlossen?“

Und dann mischt sich der älteste Sohn des Gouverneurs ins Gespräch und fragt: „Papa, warum organisierst du nicht so ein BürgerServiceZentrum für diese Dienstleistungen. Alles unter einem Dach. Und dafür kann man doch einen Teil des Hauses der Räte nutzen, wo du sowieso einziehen wirst. Da brauchst du nicht mehr so weit zu laufen.

Tja, wo er Recht hat, da hat er Recht, der Bub.

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