Hyperkonzentration auf Gouverneur Alichanow

Hyperkonzentration auf Gouverneur Alichanow

 

Es scheint nur einen zu geben, der im Kaliningrader Gebiet Probleme löst – der Gouverneur. Jeder, der mit irgendetwas unzufrieden ist oder ein Anliegen hat, meint, der Gouverneur muss es lösen. Eine Ein-Mann-Demonstration am Sonntag war Anlass für den Gouverneur daran zu erinnern, dass auch andere Beamte arbeiten und Verantwortung tragen.

Während es sich der russische Präsident noch erlauben kann, in seiner Präsidialverwaltung eine Abteilung zu halten, die sich mit den Sorgen, Nöten, Bitten und Eingaben der Bevölkerung beschäftigt, hat der Kaliningrader Gouverneur hierzu nur begrenzte Möglichkeiten.

Um möglichst volksnah zu sein, hat Anton Alichanow schon vom ersten Tag an ein Konto bei Instagram und wird seit diesem Tag mit Sorgen und Nöten der Bevölkerung förmlich zugeschüttet. Wer die Aktivitäten auf seinem Instagram-Konto verfolgt, wird sich die Frage stellen: „Wann kommt der Mann eigentlich zum arbeiten, zum lösen von generellen Problemen des Gebietes, wenn er sich so dem Volk anbietet.

Und Anton Andrejewitsch hat wohl verstanden, dass auch sein Arbeitstag nur 24 Stunden und er nur eine Gesundheit hat. Deshalb hat er eine Ein-Personen-Demonstration am Sonntag zum Anlass genommen darauf hinzuweisen, dass nicht nur er im Gebiet arbeitet, sondern es auch Bürgermeister, Kreisverantwortliche und andere Beamte gibt, die dafür bezahlt werden, sich um die Anliegen der Bevölkerung zu kümmern.

Er verwies konkret auf die Demonstration des Mannes in der Gaidara-Straße, im Norden von Kaliningrad, der auf einem Plakat forderte: „Alichanow, wir fordern hier eine Linksabbiegespur.“

Für Straßenprobleme ist die Stadtverwaltung mit ihrem Bürgermeister zuständig. Für verkehrstechnische Dinge die Verkehrspolizei. Alichanow bat somit die Bevölkerung, ihn ein wenig zu entlasten und nicht mit allem zuzuschütten. Er will nicht den Postboten spielen und das Problem zuständigkeitshalber weiterleiten. Ihm gefalle diese Hyperkonzentration von Problemen auf seine Person nicht.

Gleichzeitig forderte er alle leitenden Beamten im Kaliningrader Gebiet auf, sich endlich ein Konto in den Sozialnetzwerken zuzulegen und alles dafür zu tun, dass dieses Konto bekannt wird. Über diese Möglichkeit kann man idealen Kontakt mit der Bevölkerung halten und viele Probleme bürokratiefrei erfahren, aber auch Antworten geben.

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