Impftourismus nach Kaliningrad – einige klärende Worte

Impftourismus nach Kaliningrad – einige klärende Worte
 
 
Fast täglich erreichen mich Anfragen von Ausländern, die sich nach den Möglichkeiten einer Impfung gegen das Corona-Virus in Kaliningrad erkundigen. Schaut man sich die Meldungen zur Corona-Virus-Situation aus Deutschland an, so ist klar, warum sich immer mehr Deutsche nach alternativen Möglichkeiten in anderen Gesundheitssystemen erkundigen.
 
 
Beginnen wir mit mir und der Frage, ob ich mich bereits habe impfen lassen.
 
Ich bin in der Altersgruppe 60+ und somit in der Gruppe von Impfwilligen, die als nächstes geimpft werden kann, wenn die erste Gruppe, also die Personen, die im Gesundheits-, Bildungs- und Sozial- sowie im Transportwesen arbeiten, geimpft worden sind.
 
Bisher sind in Kaliningrad 27.000 Personen geimpft worden, also rund drei Prozent der Gesamtbevölkerung. Die bisherigen Informationen besagen, dass die Massenimpfung für die nächste Gruppe Anfang März startet. Man kann sich jetzt bereits hierfür anmelden. In Kaliningrad ist die Impfung so organisiert, dass man sich bei seiner Poliklinik meldet, sich dort als Impfwilliger registrieren lässt und auf den Anruf wartet, wo Datum und Uhrzeit für die Impfung mitgeteilt wird. Wartezeiten in der medizinischen Einrichtung sind an sich nicht vorgesehen – wir mir eine Bekannte erzählte, die im Gesundheitswesen arbeitet.
 
 
Um eine Impfung zu erhalten, muss der Patient seinen russischen Pass, seine Krankenversicherungskarte und seinen Sozialversicherungsausweis vorlegen. Alle drei Dokumente sind Grundlage, um die Impfung zu erhalten. Somit ist klar, dass ein Ausländer zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Impfung erhalten kann.
 
Die zur Verfügung stehenden Impfdosen sind registriert und eine Verwendung außerhalb des zugelassenen Personenkreises dürfte wohl für den Arzt das berufliche „AUS“ bedeuten bzw. eine strafrechtliche Verantwortung nach sich ziehen, die in keinem Verhältnis zum eingegangenen Risiko und Nutzen steht.
 
In Kaliningrad befinden sich offiziell gegenwärtig 23.000 Ausländer, i.d.R. Arbeitsmigranten aus ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Mehrheit von ihnen ist auf den vielen Baustellen im Kaliningrader Gebiet eingesetzt. Wie man diesen Arbeitsmigranten helfen kann ist noch nicht klar, aber die hiesigen Verantwortlichen arbeiten daran – berichtet das Informationsportal „newkaliningrad“.
 
Die Leiterin der Kaliningrader Filiale des russischen Verbraucherschutzes Anna Popowa kommentierte, dass man auch Ausländer impfen werde, wenn es der Impfstatus der russischen Bevölkerung zulässt und ermöglicht.
 
Allerdings gibt es eine Gruppe von Ausländern, die sich bereits jetzt impfen lassen darf – hierfür gibt es internationale Vereinbarungen. Es handelt sich um die Gruppe von Diplomaten. Ob diese allerdings diese Möglichkeit nutzen, scheint eher zweifelhaft. Allerdings würde die Kaliningrader Gesellschaft sicherlich aufhorchen, wenn Diplomaten des deutschen Generalkonsulats, in der jetzigen nicht einfachen Zeit, Vertrauen zur russischen Impfung „Sputnik V“ öffentlich demonstrieren würden.
 
Am Donnerstag informierte das Gesundheitsministerium der Russischen Föderation, dass man den Preis für eine Doppelimpfung mit dem Präparat „Sputnik V“ von ehemals 1.942 Rubel, rund 21 Euro auf 866 Rubel, rund neun Euro senken konnte. Für russische Bürger spielt dies keine Rolle, da die Impfungen kostenlos sind. Für Ausländer ist dies vorläufig nur eine allgemeine Orientierungsinformation. Die Preissenkung wurde möglich durch eine Optimierung des Produktionsprozesses sowie der hohen Bestellmengen im In- und Ausland.
 
Gegenwärtig ist noch nicht klar, welche Dokumente Ausländer vorweisen müssen, wenn denn die Möglichkeit besteht, sich in Russland impfen zu lassen.
 
Somit möchte ich Sie bitten, von weiteren individuellen Anfragen Abstand zu nehmen. Es ist einfach nicht zu schaffen, auf alle mich erreichenden Briefe und Anfragen zu antworten. Verfolgen Sie weiterhin die Informationen auf meinen beiden Youtube-Kanälen. Hier werde ich unverzüglich informieren, wenn Möglichkeiten für Ausländer für eine Impfung bestehen.
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