Kaliningrad – das tödliche Dilemma der NATO

Kaliningrad – das tödliche Dilemma der NATO
 
Dolch im Herzen - Verblutet Westeuropa durch den Kaliningrad-Dolch? So titelte ich am Mai 2020 einen Beitrag. Dieser Titel ist nicht korrekt formuliert, denn Kaliningrad ist nicht das Herz Europas. Kaliningrad ist der Dolch an der Kehle der NATO. Noch besser formuliert Sebastian Roblin: Kaliningrad, das tödliche Dilemma der NATO.  
 
 
Videobegleitung: Ostseeflotte im Übungseinsatz
 
Sebastian Roblin ist der Autor eines Beitrages im amerikanischen Journal „The National Interest“ und formulierte dort, dass die Verstärkung der russischen Landstreitkräfte im Kaliningrader Gebiet die NATO vor ein tödliches Dilemma stellt. In seinem Beitrag begründet der Autor die Notwendigkeit, das Kaliningrader Gebiet real physisch zu erobern.
 
Die Verstärkung der russischen militärischen Gruppierung im Kaliningrader Gebiet schafft ein ernsthaftes operatives Dilemma für die Allianz, im Falle eines Konfliktes – wird in dem Beitrag dargelegt. Begründen tut dies der Autor damit, dass das Raketenfeuer aus dem Kaliningrader Gebiet jedwede Bewegung von Luft-, See- und Landstreitkräften der NATO durch Polen oder über die Ostsee vollständig verhindern wird.
 
 
Der Umfang dieser Gefahr ist so groß, dass die NATO gezwungen sein wird, erhebliche Mittel zur Neutralisierung dieser Gefahr einzusetzen. Dies kann nur dadurch geschehen, dass man entweder große Kapazitäten zur Bekämpfung der Kaliningrader Garnison, der Niederhaltung der mobilen Raketenabschusskomplexe, der Artillerie, der Flugzeuge, der radioelektronischen Systeme einsetzt, oder, wenn dies nicht möglich ist, man direkte Kampftruppen in das Gebiet entsendet, um dies zu okkupieren – so der Autor des Beitrages.
 
Besonderes Gefahrenpotential sieht der Autor des Beitrages in den U-Booten der Ostseeflotte, den Raketenbooten, den U-Boot-Zerstörern und den großen Landungsschiffen. Genannt werden in dem Beitrag auch die Raketenkomplexe „Iskander-M“, „Wal“ und „Bastion“ und die Luftabwehrsysteme „S-300“ und „S-400“ sowie „Panzier-S1“.
 
Im Bereich der Luftstreitkräfte beunruhigt den Autor die Bomber SU-24M und die Jäger SU-27, S30SM sowie die Kampfhubschrauber Ka-27M sowie die Drohnen „Forpost“.
 
Meldungen russischer Medien in der jüngsten Vergangenheit war zu entnehmen, dass Russland die Kaliningrader Militärformation wieder in das Divisionssystem überführt und die ehemaligen Brigadestrukturen auflöst. Im Gebiet wird sich noch in diesem Jahr eine Mot.-Schützen-Division, bestehend aus drei Mot.-Schützenregimentern, einem Panzerregiment, einem Artillerie- und einem Luftverteidigungsregiment dislozieren. Der Standort ist die Stadt Sowjetsk, unmittelbar an der Grenze zum NATO-Mitgliedsland Litauen.
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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 2. April 2021 02:28 pm

    Da hat sich aber der Sebastian Roblin als Autor eines Beitrages im amerikanischen Journal „The National Interest“ viel Mühe gegeben und hat meiner Meinung nach in der Bewertung der einzelnen Waffen und Waffenarten gar nicht so falsch gelegen.
    Aber er hat doch einen echt US-Denkfehler begangen. Er meint, daß eine direkte Eroberung der Oblast Kaliningrad der einzige Weg wäre, diese Waffensysteme auszuschalten. Ob dieser "Experte" auch mal auf eine Karte geschaut hat? Meint er wirklich, daß die "Streitkräfte Kaliningrads" nur auf sich gestellt wären und das Umland von der ganzen Angelegenheit nicht betroffen? Er hätte sich mal mit der Situation der Natostreitkräfte in Polen und dem Baltikum auseinander setzen sollen, die wohl von dem Kaliningrad verbündeten Belarus aus den Schlägen ausweichend zusehen müssen, daß sie schnellstens die Oder oder über die Ostsee Dänemark erreichen.
    Rußland wird sich doch von der Nato nicht vorschreiben lassen, wie begrenzt es Krieg führen darf.

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