Kaliningrad bald im Siebten Himmel?

Kaliningrad bald im Siebten Himmel?

 

Das föderale Ministerium für Transport, auch zuständig für den Luftverkehr, hat signalisiert, dass man nichts dagegen hat, wenn sich Kaliningrad im Siebten Himmel befindet. Bisher befindet sich Kaliningrad im Fünften Himmel und das ist nicht ausreichend, um ausländische Fluggesellschaften glücklich zu machen.

 

 

Viele bedauern, dass die Kaliningrader Fluggesellschaft „KD-Avia“ 2008 in den Bankrott gezwungen wurde. Seit diesem Zeitpunkt ist Kaliningrad als Airport-HUB von der Bildfläche verschwunden und als genereller internationaler Airport in die Bedeutungslosigkeit abgesackt.

Zu Zeiten von KD-Avia brauchte man kein Regime „Siebter Himmel“, eben weil es eine russische, regionale Fluggesellschaft gab, die in alle Himmelsrichtungen geflogen ist – zu denkbar günstigen Preisen und denkbar günstigen Zeiten.

Aber diese Gesellschaft existiert nicht mehr und ausländische Fluggesellschaften, insbesondere die sogenannten Billiganbieter, werden Kaliningrad nur dann anfliegen, wenn der Siebte Himmel für sie eröffnet wird.

Der bisherige Fünfte Himmel bedeutet, dass eine ausländische Fluggesellschaft Kaliningrad nur von ihrem Heimatflughafen anfliegen kann und von Kaliningrad aus auch nur zu diesem Heimatflughafen wieder zurückfliegen darf. Für Billiganbieter, die ja regelrechte Rundreisen täglich mit ihren Fliegern machen, eine völlig unzureichende Bedingung.

 

 

Billiganbieter wollen von jedem x-beliebigen Airport dieser Welt nach Kaliningrad fliegen können und von Kaliningrad aus auch wieder jeden anderen x-beliebigen Airport in der Welt wieder ansteuern dürfen. Und genau dies gestattet nur das Regime „Siebter Himmel“, welches von der Kaliningrader Gebietsregierung schon vor vielen Monaten in Moskau beantragt wurde. Auch St. Petersburg hat dieses Regime beantragt und bereits bekommen. Warum es bei einer Stadt schneller geht und warum die Provinzstadt Kaliningrad länger warten muss, um eine einfache bürokratische Genehmigung zu erhalten, bleibt wohl das Geheimnis Russlands.

Aber jetzt wurde signalisiert, dass man positiv entscheiden wird – allerdings ist noch nichts entschieden.

Der Generaldirektor von WIZZ-Air kommentierte, dass man stark an der Entwicklung der Zusammenarbeit mit Russland interessiert sei. Das Regime „Siebter Himmel“ ist etwas Neues für die Europäische Union und man versteht bisher dort noch nicht, wie man damit arbeiten kann, denn auch die Europäische Union muss ihre Zustimmung geben und es ist unklar, ob jedes Mitgliedsland individuell seine Zustimmung gibt oder ob es eine zentrale Zustimmung für die gesamte Europäische Union geben wird.

Experten kommentieren, dass es natürlich für die westlichen Billiganbieter nicht interessant ist, irgendwelche Nostalgietouristen von Deutschland nach Kaliningrad und irgendwelche Kaliningrader nach Deutschland zu bringen. Das Aufkommen ist viel zu gering. Interessant wird es, wenn russische Fluggesellschaften Passagiere aus dem russischen Mutterland nach Kaliningrad bringen und diese hier im Rahmen eines HUB von westlichen Billigfliegern übernommen werden, um an ihre westlichen Reiseziele gebracht zu werden. Die paar Direktpassagiere aus Kaliningrad oder nach Kaliningrad sind dann nur der Zucker zum Kaffee.

Natürlich wird Kaliningrad damit in Konkurrenz zu den großen Moskauer Airports treten und das wird nicht einfach, denn die Moskauer Airport-Logistik ist perfekt entwickelt und Kaliningrad ist bisher immer noch ein Provinzflughafen. Das müssen sowohl die Fluggesellschaften, wie auch die Passagiere berücksichtigen, die diese Flugverbindung auswählen, denn die Betreuung auf dem Kaliningrader Airport, insbesondere in Hinsicht Shopping und Gaststätten, wird sich zumindest in der Anfangszeit drastisch zum Moskauer Niveau unterscheiden.

Experten kommentieren weiter, dass Kaliningrad sich rein bürokratisch bald im Siebten Himmel befinden werde, aber das Businessmodell, also das wirkliche Geldverdienen wird noch lange auf sich warten lassen. Im günstigsten Fall wird Kaliningrad irgendwann einmal ein Konkurrent für die Airports in Riga, Vilnius, Helsinki und auch St. Petersburg werden. Aber bis dahin werden noch viele Jahre vergehen.

Der Kaliningrader Airport ist gegenwärtig auf die Abfertigung von bis zu fünf Millionen Passagieren ausgelegt. Bisher werden rund zwei Millionen Passagiere abgefertigt.

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