Kaliningrad hat Brückenprobleme

Kaliningrad hat Brückenprobleme
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Es geht nicht um die berühmten virtuellen Brücken von Ost nach West, um irgendwelche Kulturbrücken, um irgendwelche Brücken zwischen den Zivilgesellschaften der westlichen und der russischen Demokratie, um Verständnisbrücken – nein, es geht wirklich um reale Brücken, die sich von einem Ufer zum anderen Ufer im Stadtgebiet Kaliningrad erstrecken oder erstrecken sollen.

Vor einem Jahr, noch während der aktiven Phase der Vorbereitung der Fußball-Weltmeisterschaft in Kaliningrad, wurde ein sehr nett anzuschauendes Brückenprojekt in den Medien veröffentlicht, welches die Errichter des Hotels „Holiday“, auch bekannt als Hotel Lastadie, errichten sollten. Dies war eine der Beauflagungen der Stadt an die Bauherren, damit diese die Baugenehmigung erhalten konnten, um dann viel Geld mit dem Hotel zu verdienen.

Die Brücke sollte die Straße Viktor Hugo mit der Kant-Insel verbinden und im Jahre 2018 fertiggestellt sein. Das Hotel ist fertig, die Brücke nicht – wie leider nicht so selten in Kaliningrad, wo es Beauflagungen gibt, mit denen der Investor einverstanden ist, diese dann aber nicht umsetzt. Vermutlich ist dem Bauherrn die Brücke zu teuer und deshalb schlug er vor, anstelle der Brücke eine Dampferanlegestelle zu bauen. Damit wiederum war die Kaliningrader Gewässeraufsichtsbehörde nicht einverstanden.

Und somit steht wieder das Thema des Brückenbaus. Aber jetzt stellte sich heraus, dass der Investor wirklich kein Geld dafür hat. Die Brücke soll 75 Mio. Rubel kosten und dieses Geld will der Investor nicht ausgeben.

Nun wurde wieder verhandelt und man einigte sich auf die Drittelung des Betrages: Ein Drittel das Gebiet, ein Drittel die Stadt, ein Drittel der Investor. Allerdings wurde der Investor beauflagt, auch das unmittelbare Umfeld um sein Hotel zu gestalten – eigentlich eine selbstverständliche Angelegenheit – sollte man meinen – aber in Kaliningrad wohl nicht.

Bei der Brücke, die jetzt aktuell schon etwas bescheidener aussieht, wie der erste Entwurf, handelt es sich um eine Zugbrücke mit einer Länge von 45 Metern und drei Metern Breite.

Ob es bei der jetzigen, hier gezeigten Variante bleibt, bleibt abzuwarten, denn wie aus der Gebietsregierung verlautet, gibt es mehrere Projekte. Man hofft, dass zum Beginn der Tourismussaison im Jahre 2020 die Brücke das Auge der Touristen und der Kaliningrader erfreut.

Eine andere Brücke existiert bereits, soll aber abgerissen und durch eine neue ersetzt werden. Es handelt sich um eine historische Brücke, für die sich bisher niemand interessiert hat. Sie war eine einfache namenlose Straßenbrücke, mit einfacher Zweckbestimmung.

Sie befindet sich in der heutigen ul. Datschnaja. Und kaum das bekannt wurde, dass die Kaliningrader Stadtverwaltung die Straße instand setzen will und das hierzu auch der Abriss und der Neubau einer verkehrstechnisch moderneren Brücke gehört, fanden sich Aktivisten, die dagegen auftraten und mit einem Mal feststellten, wie wichtig und wertvoll die historische Bausubstanz ist, um die sich bisher niemand geschärt hat. Im Internet wurde sogar eine Petition gestartet, um die Pläne der Stadtverwaltung aufzuhalten.

Wie aus der Stadtverwaltung verlautet, bemerke man dies häufig, dass, wenn die Stadt irgendeine Verbesserung irgendwo plane, es plötzlich irgendwelche Aktivisten gibt, die diese Prozesse aufhalten wollen. Und das gibt Anlass zum Nachdenken. Das Brückenprojekt wurde rechtzeitig publik gemacht, die Bevölkerung wurde aufgefordert, ihre Meinung zu sagen und aktiv an der Neugestaltung teilzunehmen. Dies hat kaum jemanden interessiert. Dann hat die Stadtverwaltung mit der realen Planung begonnen, Geld wurde ausgegeben und man stehe kurz vor dem Baubeginn und schon tauchen wieder Opponenten auf.

Was die Brücke selber anbelangt, so ist mit bloßem Auge erkennbar, dass diese baufällig ist. Man habe bereits mit dem Museum Friedländer Tor eine Vereinbarung getroffen, dass einzelne Elemente der Brücke von dem Museum übernommen werden.

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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 4. Februar 2019 21:43 pm

    Das erinnert mich so an eine ganz bestimmte Spezies, die es auch in Germanien gibt.Meist sind die so rings um die Farbe grün angesiedelt. Aber erst, wenn auch geprüft wurde, ob eine Stänkerei gegen dies oder gegen das etwas für die Grünlinge bringt, entscheidet man, auf welche Seite man sich schlägt.

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