Kaliningrad hinkt dem übrigen Russland hinterher

Kaliningrad hinkt dem übrigen Russland hinterher
Begleittext zur Videoinformation
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In diesem Fall kann man nur hoffen, dass dies die kommenden hundert Jahre auch so bleibt, denn es geht um die Gefängnisse und deren schwache Auslastung. Im Gegensatz zum russischen Mutterland fehlt es den Kaliningrader Gefängnissen an „Kunden“ – informiert der Leiter des Kaliningrader Strafvollzugs.

Seit September 2018 hat das Kaliningrader Gebiet einen neuen Leiter des Strafvollzugs. Oberst Alexej Schirikow hatte vor seiner Ernennung im Gebiet Altai im Strafvollzug gedient und informierte im Gespräch mit dem Internetportal „kaliningrad.ru“, dass es in Kaliningrad keine Gefängnisromantik gibt. Das ist hier alles ganz anders, als im russischen Mutterland, im Gebiet Altai, wo ich herkomme – so Alexej Schirikow.

Im Altai-Gebiet leben rund zwei Millionen Menschen und es „sitzen“ 20.000. Dort gibt es 17 Strafvollzugseinrichtungen und alle sind bis auf den letzten Platz belegt.

In Kaliningrad ist das nicht so. Nur die Kolonie Nr. 9 ist mit 900 Insassen voll belegt. Aber alle anderen sind zu einem Viertel ausgelastet – rund 300 Insassen. Für ein derartiges Gebiet wie Kaliningrad sind 300 verurteilte Straftäter einfach „Nichts“. Er habe sogar Schwierigkeiten, aus den wenigen Gefangenen eine Reinemachebrigade zu formieren, die ab und zu mal den Fußboden aufwischt in den leerstehenden Einrichtungen.

Und während man sich noch über derart positive Informationen freut – immerhin zeugt das doch davon, dass die Kriminalität in Kaliningrad nicht besonders entwickelt ist – poltert eine andere Nachricht in die Redaktionsstuben der Kaliningrader Medien.

Da wird darüber berichtet, dass die Plätze in den Kaliningrader Strafvollzugseinrichtungen nicht ausreichen, um die Insassen der Strafvollzugsanstalt „Tapiau“, der Kolonie Nr. 7, eines historischen Schlosses, zu verlegen, um damit endlich diesen historischen Gebäudekomplex der Kaliningrader Gebietsregierung zu übergeben. Diese plant bereits seit Jahren, hier einen neuen Tourismusanziehungspunkt einzurichten.

Jetzt werden in bestehenden Kaliningrader Einrichtungen zwei neue Gebäude errichtet, damit die 400 Insassen bis Ende 2020 dorthin umziehen können. Dann braucht man noch ein Jahr um sauberzumachen und die Möbel abzutransportieren – so der Leiter des Kaliningrader Strafvollzugs. Im Jahre 2024 soll dann das Schloss Tapiau im neuen alten Glanz erstrahlen.

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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 6. März 2019 21:09 pm

    Wann kommt die Auflösung des Rätsels? Wer hat denn nun den Münchhausen gespielt?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 6. März 2019 21:14

      ... ich vermute mal, dass es innerhalb der Strafvollzugseinrichtungen regionale und föderale gibt. Die regionalen sind nicht ausgelastet und die Strafkolonie Nr. 7 mit 400 Insassen ist vielleicht eine föderale, also wo auch Straftäter aus dem großen Russland Strafen absitzen und für die muss eben neu gebaut werden ... Bei dem Interview ist der Leiter des SV vielleicht davon ausgegangen, dass alle die Struktur in Kaliningrad kennen ...

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