Kaliningrad ist Gegenwart. Stalinprospekt ist Zukunft?

Kaliningrad ist Gegenwart. Stalinprospekt ist Zukunft?

 

Veteranen haben sich an die Stadtverwaltung Kaliningrad gewandt und darum gebeten, einer Straße in Kaliningrad den Namen Stalin zu geben. Darüber berichtet das Informationsportal „EurAsienDaily“.

 

 

Veteranen der Ostseeflotte haben sich mit einem Brief an den Kaliningrader Bürgermeister Alexej Silanow gewandt und angeregt, einer Straße den Namen „Generalissimus Joseph Stalin“ zu verleihen. Da in Kaliningrad sehr viel gebaut wird, entstehen jedes Jahr neue Straßen in neuen Stadtvierteln und bei der Suche nach geeigneten Namen könnte man die Bitte der Veteranen berücksichtigen.

 

 

Das Informationsportal „EurAsienDaily“ zitiert aus dem Schreiben der Veteranen, die betonen, dass man im Westen versuche, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges neu zu schreiben, den Anteil der Sowjetunion verzerrt darzustellen und über die Verdienste Stalins zu schweigen.

Wenn man weiterhin in Russland den Namen Stalins verschweige, so spiele man damit direkt in die Hände der historischen Feinde Russlands, was wiederum Folgen für die patriotische Erziehung der Jugend Russlands habe.

 

 

Sollte es nicht möglich sein, einer Straße den Namen Stalins zu verleihen, so könnte man auch eine Grünanlage nach ihm benennen und dort eine Gedenktafel anbringen – so der Alternativvorschlag.

Das Informationsportal „EurAsiaDaily“ erinnert, dass es gegenwärtig nur an einer der Säulen am Gedenkkomplex „1200 Gardisten“ ein Relief Stalins gibt. Im Jahre 1961 wurde das Antlitz Stalins von dieser Säule entfernt. Im Jahre 2005 wurde, auf Bitten von Veteranen, ein Relief Stalins wieder an der Säule angebracht.

Gegenwärtig gibt es, in Vorbereitung des 75. Jahrestages des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg, in vielen Regionen Russlands Bestrebungen, das Andenken an Stalin wieder zu aktivieren. Es werden große Denkmäler aufgestellt, oder aber auch Gedenktafeln an zentralen Stellen angebracht. Ebenso kommt es immer häufiger zu Umbenennung von Straßen und Plätzen.

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Kommentare ( 4 )

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 9. April 2020 14:54 pm

    Da fehlen einem schlichtweg die Worte.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 9. April 2020 14:58

      ... wenn Ihnen bei einer derartigen Kleinigkeit schon die Worte fehlen, befürchte ich, Sie für den Rest des Lebens sprachlos zu machen, wenn ich eine Liste all der Städte aufstelle, die in den letzten Jahren Stalin-Denkmäler, - gedenktafeln usw. usw. geschaffen haben.

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 9. April 2020 15:18 pm

    @UEN
    Damit baut man keine Zukunft, wenn man die Lügen und Verbrechen (noch dazu in solchen unglaublichen Dimensionen) der Vergangenheit nicht entlarvt.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 9. April 2020 15:20

      ... woher wissen Sie, dass über die Verfehlungen und Entgleisungen in der Zeit von 1928 - 1953 in Russland nicht gesprochen wird? Es gibt Unmengen von Veröffentlichungen hierzu. Ein Menschenleben reicht nicht aus, um das alles zu lesen.

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 9. April 2020 16:28 pm

    @UEN
    Einmal hat es schon 1917 angefangen (dort gab es schon den Ursprung des späteren Gulagsystems etc. ). Zum anderen mag ja darüber gesprochen werden. Scheint aber keinen Effekt zu haben. Sonst gäbe es außer im Museum kein Stalindenkmal, keine Stalinstraße etc. mehr ... dafür aber Gulag-Museen und Denkmäler für die Opfer. Ja. Es gibt letzteres - wenige. Solange die Zahl der Denkmäler der Täter um Größenordnungen zahlreicher sind als die der Opfer, läuft wohl etwas falsch.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 9. April 2020 16:34

      ... 1917 war Revolution in Russland. Und während einer Revolution, egal wo sie stattfindet, herrschen andere Gesetze ...

      Was Sie dann im weiteren schreiben, lässt mich einfach vermuten, dass die russische Gesellschaft mit dem Zustand zufrieden ist. Wenn dem nicht so wäre, würde man es ja ändern. Dass die russische Gesellschaft ihre Geschichte nicht so aufbereitet, wie man sich das in Deutschland vorstellt, ist eine andere Sache. Aber da Russland ein souveräner Staat ist, kann es mit seiner Geschichte so umgehen, wie es einem souveränen Staat gebürt.

  • Jan Heller

    Veröffentlicht: 9. April 2020 21:46 pm

    Über Stalin wurde viel geschrieben, aber nicht so viel wie über seinen schärfsten Kontrahenten, dessen verbrecherisches Wirken wir es gerade heute vor 75 Jahren zu verdanken haben, dass nahezu 750 Jahre deutsche Besiedelung jäh endeten und aus Königsberg Kaliningrad wurde. Leider hat Stalin nie seinen Fuss auf Kaliningrader Boden gesetzt, aber ein Sträßchen könnte dennoch in aller Bescheidenheit nach ihm benannt werden. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Stalin im deutschen Sprachgebrauch selbst nicht nur durch die Erwähnung Stalingrads und durch Ortsbezeichnungen wie der ehemaligen Stalinallee in Berlin präsent ist. So bitter gewisse Momente der Befreiung waren, so hätte es Deutschland im Ganzen noch viel härter treffen können. "Die Erfahrungen der Geschichte besagen, daß die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk und der deutsche Staat bleibt. " (J.Stalin Befehl Nr.55).

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 9. April 2020 21:48

      ... danke für den Kommentar. Solche Kommentare sind sehr selten hier auf diesem Portal - leider.

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