Kaliningrader Gouverneur zur Lage im Kaliningrader Gebiet

Kaliningrader Gouverneur zur Lage im Kaliningrader Gebiet

 

Am heutigen Samstag wandte sich der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow an die Bewohner des Kaliningrader Gebietes mit einer Einschätzung der Lage und der Aufforderung, die Lage ernst zu nehmen.

 

 

Der Gouverneur erinnerte die Kaliningrader Bürger daran, dass er am Vortag einen Erlass zu weiteren Maßnahmen im Zusammenhang mit der Bekämpfung des CoronaVirus unterzeichnet habe. Beginnend mit dem heutigen Tag, bis einschließlich 5. April, werden alle Handels- und Einkaufzentren, Restaurants, Cafe´s, Sport- und Schulstätten, sowie weitere öffentliche Einrichtungen geschlossen.

Der Gouverneur informierte, dass das Gesundheitssystem im Kaliningrader Gebiet im vollen Umfang mobilisiert wurde. Genutzt werden die Moskauer und internationalen Erfahrungen.

Anton Alichanow versicherte den Kaliningrader Bürgern, dass die Lage völlig unter Kontrolle ist. Alle Führungs- und Verwaltungsebenen sind vorbereitet, auf jedwede Entwicklung der Situation zu reagieren.

Die Bevölkerung wird vollumfänglich, rechtzeitig und wahrheitsgemäß über die aktuelle Lage informiert. Der Gouverneur erinnerte, dass es gegenwärtig 11 Infektionsfälle im Gebiet gäbe, davon drei in den letzten 24 Stunden. Anton Andrejewitsch informierte, dass bisher alle Krankheitsfälle „von außen“ kamen, allerdings zwei Infizierungen am gestrigen Tag im Kaliningrader Gebiet erfolgt sind. Mit anderen Worten: Das Virus ist im Kaliningrader Gebiet angekommen.

 

 

Das Gebiet verfügt über ausreichende medizinische und Desinfektionsmittel. Gegenwärtig erfolgt die weitere materielle Ausstattung der medizinischen Einrichtungen. Die Kaliningrader Laboreinrichtungen führen täglich bis zu 300 Analysen durch. In der kommenden Woche werden die Kapazitäten noch erweitert.

Die Krankenhäuser sind auf die Situation vorbereitet. Das städtische Klinikum steht als Reserveeinrichtung vollständig zur Verfügung. Der Gouverneur bedankte sich für den Einsatz des medizinischen Personals.

Der Gouverneur weigerte sich, irgendwelche beruhigenden Worte zu sprechen. Es ist kein Anlass für Entwarnungen, denn die Gefahr ist real.

Der Gouverneur informierte, dass in den letzten Tagen zehntausende Kaliningrader Bürger aus dem Ausland zurückgekehrt sind. Von all diesen Bürgern forderte der Gouverneur die strengste Einhaltung der Selbstisolierung.

Leider haben viele Kaliningrader den Ernst der Lage nicht verstanden – bedauerte der Gouverneur. Am heutigen Tag waren Fahrzeugkolonnen Richtung Küste zu beobachten, Staus auf den Straßen, Treffen in großen Gruppen zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Dies ist nicht der Sinn, der vom russischen Präsidenten verfügten Maßnahme zur Freistellung von der Arbeit. Gegen erste Bürger wurden bereits Strafmaßnahmen eingeleitet.

Alle müssen sich der Verantwortung stellen, ihre eigene Gesundheit, die Gesundheit ihrer Familienmitglieder und des sie umgebenden Umfeldes zu schützen. Er forderte die Kaliningrader auf, klüger mit der Situation umzugehen, als dies die Kaliningrader heute getan haben, die Richtung Ostsee gefahren sind und sogar ihre Kinder auf die Straße zum spielen geschickt haben.

Anton Alichanow forderte die Kaliningrader auf, nicht den Fake-Nachrichten im sozialen Netzwerk zu glauben. Dort wird verbreitet, dass das Corona-Virus eine Erfindung sei und man es nicht ernst nehmen müsse. Das Virus ist real und ist eine Gefahr. Und an dieser Gefahr sterben Menschen.

Der Kaliningrader Gouverneur kommentierte, dass man keine übertrieben strengen Maßnahmen verhängt habe. Alle bisher eingeleiteten Maßnahmen sind der Situation angepasst. In Kaliningrad ist keine Vielzahl von Polizeikontrollen zu sehen und es werden keine drastischen Strafen verhängt wie in einigen Ländern Westeuropas.

Abschließend erinnerte der Gouverneur daran, dass die kommende Woche arbeitsfrei ist. Es arbeiten nur die Elemente, die lebensnotwendig sind. Der zusätzlichtg Urlaub der gegeben wurde, ist kein Urlaub um sich zu erholen, sondern Urlaub, um das Regime der Selbstisolierung durchzusetzen.

Der Gouverneur forderte die Kaliningrader auf, bis einschließlich 5. April sich nur zu Hause aufzuhalten und die Wohnung nur in extrem wichtigen Situationen zu verlassen.

Der Gouverneur versprach abschließend, die Kaliningrader regelmäßig über die Lage zu informieren.

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Kommentare ( 2 )

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 29. März 2020 11:01 pm

    In dem Fall hat Kaliningrad Glück auf Grund seiner Situation als "Insel". Das kann nur negiert werden durch die Unvernünftigen, welche jetzt noch mit dem Virus Partys feiern. Für den Rest Russlands, insbesondere Moskau / St. Petersburg, ist allerdings das schlimmste zu befürchten. Die freie Woche wird wohl mehrheitlich als bezahlter Sonderurlaub verstanden. Das sowieso nicht ausreichende Gesundheitswesen wird wohl überfordert werden und auch der Präsident vertraut offensichtlich eher in Schutzausrüstungen Made in the USA ...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. März 2020 12:53

      ... da eine Außenhandelsbilanz immer ausgeglichen sein sollte, hat - falls es sich denn wirklich um ein US-Produkt handelt, welches Präsident Putin trägt - Russland sicherlich einen Teil der Einnahmen, die man von den USA für den Verkauf von Raketenmotoren erhält, für den Einkauf solcher Schutzkostüme in den USA verwendet. Wobei, prüfen Sie bitte nochmal, wer der Hersteller ist. Vielleicht sind es ja die Chinesen oder vielleicht haben die USA ja auch eine chinesische Lizenz gekauft ...

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 30. März 2020 02:15 pm

    Schön, wenn jemand so eine Gabe hat, im Film durch das Material des seuchenfesten Sicherheitsanzugs hindurch zu sehen und dabei auch noch den Herstelleraufdruck lesen zu können. Aber ehrlich, so ein GELB kriegen wirklich nur die nordamerikanischen Insulaner hin.

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