Kaliningrader Wochenblatt – Täglich aktuell – Ausgabewoche 35/2015

Kaliningrader Wochenblatt – Täglich aktuell – Ausgabewoche 35/2015

Das „Kaliningrader Wochenblatt“ erscheint täglich aktualisiert im Verlaufe der Woche. Wir berichten über regionale Ereignisse aus der Stadt und dem Gebiet Kaliningrad in kompakter Form.

30.08.2015 / Durch die Stadtverwaltung Kaliningrad wird ein neues Projekt für die Rekultivierung des Unterteiches vorbereitet. Eine entsprechende Aufgabenstellung erfolgte durch den Stadtarchitekten.

30.08.2015 / In der ul. Thälmana, im Abschnitt der ehemaligen Wendeschleife der Straßenbahn, haben Straßenbauarbeiten begonnen. Straßenbahnschienen wurden entfernt und es ist nicht zu erkennen, ob die Strecke liquidiert oder für den Neubau der Straßenbahnlinie vorbereitet wird. Versprochen wurde durch den Kaliningrader Bürgermeister, dass die Straßenbahn ihre Fahrt durch diese Straße wieder aufnimmt.

30.08.2015 / Noch nicht mal auf der Toilette hat man seine Ruhe! Das mag wohl eine junge Frau in Tschernjachowsk gedacht haben, als sie von einem 31jährigen Kaliningrader Vorbestraften auf dem stillen Örtchen „besucht“ und von ihrer goldenen Kette im Wert von 9.000 Rubel befreit wurde. Zum Glück riss ihr der Vorbestrafte nur die Kette vom Körper und nicht gleich die Kleider. Nach kurzer Suche durch die Polizei wurde er in Ketten, allerdings keinen goldenen, dem Haftrichter vorgeführt.

30.08.2015 / Ein großer Schlag ist den Zöllnern im Kaliningrader Seehafen gelungen. Sie fanden in einem Container 170 Kilo Kokain. Der Container lief die Linie Brasilien-Deutschland-Russland. Das Rauschgift befand sich in einem Container gemeinsam mit gefrorenen Hühnern.

30.08.2015 / Endlich ist es soweit – ein Einheitsticket. Allerdings nicht für den Öffentlichen Personennahverkehr, denn darauf müssen die Kaliningrader noch mindestens fünf Jahre warten, sondern ein Einheitsticket für die Kaliningrader Museen. Noch existiert es nicht, aber der Gedanke ist dazu geboren und bis zur Umsetzung ist es dann wohl hoffentlich nicht mehr weit.

29.08.2015 / Die Kaliningrader Grenzorgane haben neun Ausländern die Einreise nach Kaliningrad verweigert. Diese hatten früher verhängte Ordnungsstrafen nicht bezahlt und wurden somit an der Grenze zurückgewiesen. Nach Information des russischen FSB versuchen zwei Drittel der Ausländer eine verhängte Ordnungsstrafe nicht zu bezahlen.

29.08.2015 / Sieben Kommunen im Kaliningrader Gebiet haben neue Fahrzeuge der schnellen mediznischen Hilfe erhalten. Damit setzt sich der Prozess der Neuausstattung medizinischer Einrichtungen mit neuer Technik und Fahrzeugen fort. In den letzten zwei Jahren sind bereits 26 neue Fahrzeuge an die Kommunen übergeben worden.

29.08.2015 / Während einer Kontrolle im Max-Aschmann-Park regte sich der Kaliningrader Bürgermeister über den Zustand des Waldsees auf und berief eine spezielle Sitzung der Stadtverwaltung hierzu ein. Ziel ist, Geld für die möglichst schnelle Säuberung des Sees zu finden. Ein Fotograf bat den Bürgermeister ein Foto von ihm „vor dem Hintergrund des Sees“ machen zu dürfen. Der Bürgermeister antwortete: „Ich lasse mich nicht vor dem Hintergrund von Scheiße fotografieren.“

29.08.2015 / In Mamonowa ist der ehemalige deutsche Flugplatz, einschließlich der Kasernengebäude und Instandsetzungsanlagen zur Versteigerung ausgeschrieben worden. Das Objekt hat einen Gesamtumfang von 448 Hektar.

28.08.2015 / Am 31. August beginnt in Kaliningrad eine neue Firma für die Verarbeitung von Äpfeln und anderen Früchten zu Obstsäften die Produktion aufzunehmen. Die Firma hat im vergangenen Jahr Subventionen aus dem Gebietshaushalt erhalten und beginnt jetzt mit mobilen Einrichtungen in den umfangreichen Gartenanlagen rings um Kaliningrad von den Kleinerzeugern Obst einzusammeln und zu Säften zu verarbeiten. Die Kleinerzeuger erhalten entweder Geld oder Saft für ihr geliefertes Obst.

28.08.2015 / Was tut man nicht alles in Vorbereitung der Gouverneurswahlen am 13. September. Der Kaliningrader Gouverneur, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt, hat der Stadt Kaliningrad 1,3 Mrd. Rubel Schulden einfach mal so gestrichen. Die Stadt ist dafür sicher dankbar und es steht die Frage, welche Möglichkeiten die anderen vier Kandidaten für das Amt des Gouverneurs haben, um sich beim Wahlvolk beliebt zu machen.

28.08.2015 / Die Kaliningrader Gebietsregierung plant den Wrangel-Turm, der jetzt ohne Pächter ist, dem Bernsteinmuseum für die weitere Nutzung zu übergeben.

28.08.2015 / Das regionale Ministerium für Tourismus möchte im Fort Nr. 3 ein Museum zur Thematik der gesamten altdeutschen Königsberger Festungsanlage einrichten. Die Bastion Grolmann könnte als Handelszentrum oder zu einem Hotel umfunktioniert werden.

27.08.2015 / Es geht wieder aufwärts mit der Kaliningrader Straßenbahn. Voller Stolz kann berichtet werden, dass die einzig verbliebene Straßenbahnlinie Nr. 5 nun nicht mehr im Abstand von fünf Minuten fährt, sondern alle vier Minuten startet. Da die Straßenbahnfahrer an bestimmten Stellen ordentlich aufs „Gas“ treten, braucht die Bahn auch 15 Minuten weniger von einer Endstelle bis zur anderen. Das lässt Optimismus für die Lösung des Verkehrsproblems in Kaliningrad aufkommen.

27.08.2015 / Hart und grausam nimmt der amtierende Kaliningrader Gouverneur Rache an der Firma, die in Selenogradsk die neue Promenade baut. Sie beschäftigt sich damit seit dem Jahre 2009 und sowohl die Zeiten, die Kosten und die Qualität lassen zu wünschen übrig. Deshalb wird diese Firme im Kaliningrader Gebiet keinen einzigen Auftrag mehr ausführen – dafür werde er sorgen – so der amtierende Gouverneur. Diese Drohung lässt sich relativ leicht umsetzen, da die Firma sich bereits in der Bankrott-Phase befindet.

27.08.2015 / Der amtierende Gouverneur Nikolai Zukanov hat sich mit der stellvertretenden Gesundheitsministerin der RF getroffen. Diese versprach bei ihrem Besuch eine finanzielle Beteiligung am Bau eines neuen onkologischen Zentrums in Kaliningrad.

27.08.2015 / Der Kaliningrader Landwirtschaftsminister hat eine (logische) Erklärung gefunden, warum die polnischen Würstchen billiger sind als die Kaliningrader. Beide Seiten verwenden die gleichen Maschinen, beide die gleiche Technologie, beide das gleiche Fleisch – nur die Polen bezahlen für ihre Kredite 3,5 Prozent Zinsen, die Kaliningrader Unternehmer aber 18 Prozent.

27.08.2015 / Nach dem durch die Kaliningrader Staatsanwaltschaft umfangreiche Kontrollen der Firmen vorgenommen worden sind, die im öffentlichen Personennahverkehr die „Marschrutkas“ betreiben, haben diese angefangen, Sitzplätze in ihren Fahrzeugen zu demontieren. Es wurde festgestellt, dass eine Reihe von Fahrzeugen bis zu 18 Sitzplätze hatten und die zulässige Last damit wesentlich überschreiten. Nach der Demontage der Sitzplätze können somit also die doppelte Anzahl Passagiere stehend befördert werden.

26.08.2015 / Der Wohnungsbau im Kaliningrader Gebiet nimmt weiterhin rasant zu. Nachdem bereits im vorigen Jahr sämtliche bisherigen Rekorde gebrochen wurden, so sind im Zeitraum Januar bis Juli des aktuellen Jahres wiederum 25 Prozent mehr Wohnungen gebaut worden, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

26.08.2015 / 30 Prozent aller illegalen Bernsteingrabungen finden im Kreis Selenogradsk statt. Die Grabungsfelder sehen aus wie ein Schlachtfeld. Das brachte den Kaliningrader amtierenden Gouverneur auf den Gedanken, die Armee zu bitten, mit ihrer Panzertechnik diese Schlachtfelder wieder in einen „planierten“ Zustand zu versetzen. Dieser Aufwand wäre nicht nötig, wenn die illegalen Bernsteinräuber hinterher die viele Meter tiefen Löcher auch wieder zuschütten würden. Sie sind eben kulturlos, diese illegalen Bernsteingräber.

26.08.2015 / Für den kommenden Samstag hat sich der Kaliningrader Zoo wieder eine neue Aktion einfallen lassen. Man ist bereit die Besucher kostenlos einzulassen. Als Gegenleistung brauchen diese „Besucher ohne Ticket“ nur Säuberungsarbeiten im Zoo durchzuführen. Der Einlass ohne Ticket, aber in Arbeitskleidung, erfolgt in der Zeit von 10.-00-10.30 Uhr.

26.08.2015 / Geben und Nehmen stehen nicht immer im ausgewogenen Verhältnis, wie ein 28jähriger Kaliningrader jetzt zu spüren bekam. Im alkoholisierten Zustand begann er zu randalieren, so dass seine Ehefrau die Polizei rief. Um sich diese vom Hals zu halten, warf er einem Polizisten einen Hocker an den Kopf. Dieser erhielt eine Gehirnerschütterung und der 28jährige erhielt im Gegenzug vier Jahre Gefängnis.

25.08.2015 / Der russische Transportminister hat die Aufgabe gestellt, bis zum Jahre 2018 den Bau eines neuen Hafens für Güterumschlag und Personenbeförderung in Pionersk abzuschließen. Dieser neue Hafen wird die Unabhängigkeit der Region von Drittstaaten für Transportaufgaben erhöhen.

25.08.2015 / Die Gemeinschaft krimineller Wohnungseinbrecher wird auf vier Mitglieder in den kommenden Jahren verzichten müssen. Bei einem Einbruch hatten diese Vier kein Glück. Sie liefen der Polizei in die Hände, die sich nun freut, nach der Amnestie endlich wieder neue Insassen für die leerstehenden Zellen zu bekommen.

25.08.2015 / 54 Verkehrsteilnehmer haben am vergangenen Wochenende wieder getestet, ob die Kaliningrader Verkehrspolizei merkt, dass sie mehr Alkohol getrunken haben, als das Gesetz erlaubt. Das Gesetz erlaubt 0,00 Promille und alle 54 Tester sind in die Fänge der Polizei geraten. Pech für sie, ihre Fahrerlaubnis und ihren Geldbeutel.

25.08.2015 / Nicht nur das große russische Mutterland hat seine ausländischen Spione und macht ihnen den Prozess. Auch Kaliningrad hat sich Spione, z.B. aus Litauen zugelegt. Jewgeni Mataitis wird nun noch zwei weitere Monate die Gastfreundschaft des russischen FSB in Kaliningrad genießen dürfen, denn die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Das Gericht wird dann seinen endgültigen Aufenthaltsort und die Aufenthaltsdauer in russischen
Einrichtungen beschließen.

24.08.2015 / Seit Anfang des Jahres sind auf den Straßen des Kaliningrader Gebietes 90 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. 645 Personen erhielten Verletzungen unterschiedlicher Schwere. Insgesamt wurden 598 Verkehrsunfälle registriert.

24.08.2015 / Kaliningrad wird im föderalen Maßstab die höchste Rapsernte in diesem Jahr einfahren. Diese Schlussfolgerung lässt sich nach der Einfuhr der Ernte von 80 Prozent der Rapsfläche ziehen.

24.08.2015 / Der amtierende Kaliningrader Gouverneur informierte, dass die Budgetkommission die Beratungen für das Haushaltsjahr 2016 aufgenommen hat. Man schätzt das kommende Jahr als äußerst kompliziert ein. Gedanken gehen dahin, entweder Mitarbeiter aus den Verwaltungen zu entlassen oder keine Entlassungen vorzunehmen, dafür aber die Gehälter zu kürzen.

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Kommentare ( 3 )

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 27. August 2015 23:05 pm

    [...hat der Stadt Kaliningrad 1,3 Mrd. Rubel Schulden einfach mal so gestrichen. Die Stadt ist dafür sicher dankbar und es steht die Frage, welche Möglichkeiten die anderen vier Kandidaten für das Amt des Gouverneurs haben, um sich beim Wahlvolk beliebt zu machen.]
    Wie in Amerika! Vielleicht heißt der nächste Sponsor in Kaliningrad bald Goldman-Sachs.

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 27. August 2015 23:08 pm

    Ich denke, je mehr die Russen trinken, umso besser fahren sie Auto. Sie brauchen auch keinen Gurt anzulegen, da sie ja sowieso gut fahren...

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 29. August 2015 15:25 pm

    [Bürgermeister: „Ich lasse mich nicht vor dem Hintergrund von Scheiße fotografieren .“] Gemeint ist der Waldsee in Kalinigrad...

    Es gibt in der näheren Umgebung meines Wohnortes überwiegend nur Gewässer mit Trinkwasser-Qualität. Das Wasser aus den öffentlichen Hauswasserleitungen ist glasklar, kühl, absolut rein und entspringt einer Gebirgsquelle in den nahen Bergen. Davon bekommt keiner roten Augen oder Durchfall.

    Wer das eigene Gewässer imageschädigend mit Scheiße verbindet, wird bestimmt keine neuen Touristen damit anlocken.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 29. August 2015 15:42

      ... nun, er hat es ja nicht laut gesagt, sondern nur dem Fotografen eine Begründung gegeben, weshalb er sich nicht fotografieren lassen will. Außerdem ist Alexander Jaroschuk bekannt für seine direkte Meinungsäußerung. Das hat den Vorteil, dass verantwortliche Mitarbeiter schneller in Bewegung kommen. Die wissen nämlich auch, dass Jaroschuk mit passenden Worten Mitarbeiter auch öffentlich im Fernsehen die Kündigung übergibt ...

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