Kaliningrader Wochenblatt – Täglich aktuell – Ausgabewoche 49/2015

Kaliningrader Wochenblatt – Täglich aktuell – Ausgabewoche 49/2015

Das „Kaliningrader Wochenblatt“ erscheint täglich aktualisiert im Verlaufe der Woche. Wir berichten über regionale Ereignisse aus der Stadt und dem Gebiet Kaliningrad in kompakter Form.

06.12.2015 / Der Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk informierte, dass es in den kommenden Jahren kein Geld geben wird, um den Park in der ul. Jaltinskaja, dort, wo sich das deutsch-russische Haus befindet, zu rekultivieren. Zu deutschen Zeiten befand sich hier eine ausgedehnte Parklandschaft mit Schwimmbad, deren Überreste des Sprungturms bis heute noch erhalten sind. In den letzten Jahren wurde hier auch eine Siedlung mit Hochhäusern gebaut, für die ein Teil des Parks geopfert wurde. Für den verbliebenen Rest des Parks und dessen Rekultivierung ist nun kein Geld vorhanden.

06.12.2015 / Wieder wurde der für den 5. Dezember vorgesehene Termin für die Unterzeichnung des Bauvertrages für das Fußball-Stadion in Kaliningrad verschoben. Der Gouverneur von Kaliningrad beruhigte und informierte, dass es sich bei der Verschiebung nur um wenige Tage handelt, der Vertrag aber unterschrieben wird.

06.12.2015 / Die regionale Wirtschaftsministerin Kusnezowa informierte, dass nach vorläufigen Berechnungen Kaliningrad einen Rückgang der Industrieproduktion im ablaufenden Jahr von 8,5 Prozent registrieren wird. Besonderen Anteil an diesem Rückgang haben die Fahrzeugproduktion und die Elektronikproduktion.

06.12.2015 / Auf dem Platz des Sieges wurde begonnen, den 30 Meter hohen Weihnachtsbaum zu errichten. Er wird mit 500 Kugeln und 90 Girlanden geschmückt. Eine weitere Jolka mit einer Höhe von 18 Metern wird vor dem Haus der Räte aufgestellt. Beide Bäume werden weihnachtliche Gefühle bis Mitte Januar verbreiten.

06.12.2015 / Ein ehemaliger Offizier aus dem russischen Verteidigungsministerium hat versucht, der Ukraine Dokumente über die Ostseeflotte in Baltisk zu verkaufen. Er wurde verhaftet, wegen Landesverrat und Spionage angeklagt und zu acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

05.12.2015 / Die USA beginnen im Frühjahr des kommenden Jahres mit dem Bau einer Anlage zur Raketenabwehr auf polnischem Boden, 300 Kilometer entfernt von der Kaliningrader Grenze.

05.12.2015 / Seit Anfang des Jahres hat die Kaliningrader Polizei insgesamt 13 Anrufe mit Bombendrohungen erhalten und nahm diese natürlich entsprechend ernst, rückte aus und kam zu dem Schluss, dass all diese Informationen blinder Alarm waren. Aber mit sehendem Auge gelang es der Polizei alle diese 13 Anrufer ausfindig zu machen. Allerdings bestraft das Gesetz diesen „Unfug“ nur mit gemeinnütziger Arbeit – also nicht unbedingt ein Grund, dass andere Dumme vor solchen Anrufen zurückschrecken.

05.12.2015 / Der Kaliningrader Bürgermeister bedauert Veränderungen in der Baugesetzgebung für die Stadt Kaliningrad. Früher gab es die Forderung nach einem sogenannten „Fassadenpass“, wo Bauherren auch die Fassadengestaltung mit der Stadt abzustimmen hatten. Jetzt, da diese Forderungen nicht mehr bestehen, baut jeder schnell, billig und mit geringer Qualität und die Fassaden verlieren ihren Anblick innerhalb von zwei, drei Jahren. Viele Gebäude in der Stadt sehen einfach nur hässlich und verdorben aus – so der Bürgermeister.

05.12.2015 / Der Kaliningrader Gouverneur Zukanov informierte, dass im Kaliningrader Gebiet rund 200.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche nicht genutzt werden. Die gesetzlichen Bestimmungen sind leider sehr schwach, um auf diesen Umstand wirklich Einfluss nehmen zu können.

04.12.2015 / Der Kaliningrader Bürgermeister hat zwar keine gute, aber zumindest eine beruhigende Nachricht für die Bürger der Gebietshauptstadt, die auf die Nutzung von Privatfahrzeugen verzichten und dafür lieber den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Es wird keine Erhöhung des Fahrpreises geben. Somit können die umweltbewussten Bürger auch weiterhin für 18 Rubel in Bussen, Straßenbahnen und Trolleybussen fahren und für 22 Rubel mit den berüchtigten Marschrutkas.

04.12.2015 / Kaliningrad ist wieder unter die TOP-10 der populärsten Reiseziele innerhalb Russlands gewählt worden. In diesem Jahr, begünstigt durch die internationale politische Situation, werden in Kaliningrad bis zu einer Million Touristen erwartet. Die Auslastung der Bettenkapazität über den Jahreswechsel wird durch die Kaliningrader Regierung mit bisher 80 Prozent beziffert.

04.12.2015 / Der neue Airport im polnischen Olzstyn hat den Verkauf von Flugtickets aufgenommen. Auch die Strecke nach Berlin wird angeboten. Flugzeit ist 105 Minuten und kostet 149 Zloty. Die Fluggesellschaft „SprintAir“ wird diese Reisestrecke bedienen. Dreimal wöchentlich am Dienstag, Donnerstag und Samstag wird dieser Flug hin und zurück angeboten.

04.12.2015 / Die Kosten für das Stadion, einschließlich der Bestätigung durch die staatliche Kommission, belaufen sich auf 17,3 Mrd. Rubel. Somit ist der nächste Schritt nun endlich getan. Weiterhin wird gemeldet, dass bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt 25 Prozent aller benötigten Betonpfeiler in den Baugrund gerammt sind. Anscheinend gibt es hier auch eine erhebliche Bauverzögerung, denn an sich sollten diese Arbeiten bis Ende Dezember abgeschlossen sein.

03.12.2015 / Für 150.000 Kaliningrader Schuldner könnte es bald ein schlimmes Erwachen geben, denn die Gerichtsvollzieher haben auf Anfrage an Banken Informationen erhalten, dass diese 150.000 Kontoinhaber über Guthaben auf ihren Konten verfügen. Gerichtsvollzieher in Russland haben das Recht, auf der Grundlage eines gerichtlichen Pfändungsbeschlusses gleich das Geld vom Konto abzubuchen – ohne die Kontoinhaber zu verständigen oder um Erlaubnis zu bitten.

03.12.2015 / Am Mittwoch hat die zweite Lesung des Staatshaushalts für 2016 in der Duma stattgefunden. Im vorliegenden Entwurf ging man von einem Defizit von drei Prozent aus und einer Annahme von durchschnittlich 50 USD/Barrel für Öl. Die Inflationsquote ist mit 6,4 Prozent geplant.

03.12.2015 / Seit Monaten vermissen die Kaliningrader die neue polnische Straßenbahn, die für viel Geld vor rund drei Jahren gekauft wurde. Der Generaldirektor von GorTrans informierte, dass die Straßenbahn mit einem Gewicht von 27 Tonnen nicht mehr geeignet ist über baufällige Brücken in Kaliningrad zu fahren. Deshalb wurde sie zeitweilig „eingemottet“. Da aber nicht genutzte Technik, insbesondere in der Winterzeit, sehr anfällig ist, wurde beschlossen, diese Straßenbahn an Wochenenden über eine besondere Marschroute durch die Stadt fahren zu lassen. Welche Marschroute dies ist, bei dem jetzt schon sehr eingeschränkten Schienennetz, erläuterte der Generaldirektor nicht.

03.12.2015 / Wieder mal hat sich der Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk zu Fragen des Nahverkehrs geäußert. Er meinte, dass die Stadt die Busfahrer nicht zwingen kann, pünktlich nach Fahrplan zu fahren (völlig richtig, denn es gibt keinen) und er auch die Fahrer nicht zwingen kann, sich korrekt im Straßenverkehr zu verhalten. Dafür kann aber die Stadt dafür sorgen, dass alle stadteigenen Busse mit einer Orangenfarbe angestrichen werden – na, das ist doch auch nicht schlecht – oder?

02.12.2015 / An der Kaliningrader Grenze sind die ersten Lieferungen verschiedener Waren aus der Türkei nicht abgefertigt worden. Hierzu gehören insbesondere Waren der Leichtindustrie, wo gegenwärtig noch nicht völlig klar ist, welche unter das Importverbot fallen und welche auch weiterhin eingeführt werden dürfen.

02.12.2015 / Der Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk informierte, dass es bis zum Jahre 2018 kein Geld geben wird für die Instandsetzung und Rekultivierung des Unterteiches in Kaliningrad.

02.12.2015 / Der Kaliningrader Gouverneur Zukanov hat den Erlass über die Bildung seiner neuen Regierung unterzeichnet. Rund ein Drittel aller Vizegouverneure, Minister und Agenturleiter sind ausgetauscht wurden. Er informierte, dass alle leitenden Mitarbeiter der Regierung einen Test an einem Lügendetektor zu bestehen haben. Diese Überprüfung erfolgt im Rahmen der Korruptionsvorbeugung. Er möchte damit sichergehen, sich bei der Ernennung seiner neuen Mitarbeiter nicht geirrt zu haben.

02.12.2015 / Nach der Aufdeckung eines großen Skandals im Stadtkrankenhaus Nr. 1 hat ein Großteil der dortigen leitenden Ärzte und des leitenden Personals gekündigt. Bei einer Kontrolle durch den Gouverneur wurde festgestellt, dass 77 Prozent aller zur Verfügung stehenden Prämienmittel für die Angestellten der medizinischen Einrichtung auf nur sechs leitende Angestellte aufgeteilt wurden.

01.12.2015 / Der Kaliningrader Gouverneur Zukanow bereitet die Bürger auf mögliche weitere Preiserhöhungen bei Lebensmitteln vor. Dies steht im Zusammenhang mit dem Importverbot für türkische landwirtschaftliche Erzeugnisse, welches nach dem Abschuss eines russischen Flugzeuges durch das türkische Militär verhängt wurde.

01.12.2015 / Der Kaliningrader Gouverneur hat in einem Interview mit der Zeitung „Rossiskaja Gaseta“ die Ansicht vertreten, dass Kaliningrad eine sehr sichere Region ist. Zum einen arbeiten Polizei und Sicherheitsorgane sehr gut, das elektronische System „Sicherheit in der Stadt“ funktioniert und die Grenzen zu Litauen und Polen garantieren, dass derjenige der Gesetze verletzt, nicht weit kommt.

01.12.2015 / In der Kleinstadt Prawdinsk haben Sicherheitsorgane in dem dort arbeitenden Fleischkombinat eine Razzia durchgeführt. 87 Polizisten und andere Sicherheitskräfte haben daran teilgenommen. Fünf Illegale ausländische Bürger aus Mittelasien wurden verhaftet.

01.12.2015 / Der Eigentümer der altdeutschen Immobilie am Wassiljewski-Platz, gegenüber dem Bernsteinmuseum versucht, die heruntergekommene Liegenschaft für zehn Millionen Euro zu verkaufen. Der Kaliningrader Bürgermeister ist davon überzeugt, dass ihm niemand diese Summe bezahlen wird. Die Stadt verfolgt sehr aufmerksam alles, was um diese Gebäude – dem ehemaligen Werk zur Produktion von Alkohol – passiert und stellt regelmäßig Ordnungsstrafen aus, weil der Eigentümer sich nicht um den Erhalt der Gebäude kümmert. Allerdings sind die Strafen lächerlich gering.

30.11.2015 / Der Kaliningrader Gouverneur hat den Gedanken geäußert, im Osten des Gebietes ein zweites Gebiets-Verwaltungszentrum zu errichten um direkten Einfluss auf die bessere Entwicklung der östlichen Kreise des Gebietes nehmen zu können und auch den dortigen Bewohnern das Leben zu erleichtern, insbesondere was verwaltungstechnische Prozesse anbelangt.

30.11.2015 / Litauen hat die Hoffnung geäußert, dass nach dem Wegfall von Ägypten und der Türkei als Erholungsorte nun die Russen wieder nach Litauen reisen werden. Litauen ist traditionelles Tourismusland und der Wegfall der russischen Touristen hat die dortige Wirtschaft sehr schmerzhaft zu spüren bekommen. Allerdings sind bereits durch die russische Tourismusindustrie neue Reiseziele für die Russen gesucht und gefunden wurden – Litauen gehört nicht dazu.

30.11.2015 / Der neue Leiter der Agentur für Fischwirtschaft in der Kaliningrader Regierung hat den Gedanken geäußert, in Kaliningrad ein wissenschaftliches Zentrum für den Fischfang zu eröffnen. Es soll bei schon bestehenden Kaliningrader Bildungseinrichtungen angesiedelt werden. Einzelheiten zum Projekt sind noch nicht bekannt geworden.

30.11.2015 / Mitarbeiter des Kaliningrader Zivilschutzes haben begonnen, in einschlägigen Verkaufseinrichtungen Kontrollen des Sortimentes an Pyrotechnik vorzunehmen. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu illegalem Verkauf, auch selbst hergestellter oder illegal importierter Feuerwerkskörper gekommen, die dann bei Anwendung zu Verletzungen geführt haben.

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Kommentare ( 3 )

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 30. November 2015 21:48 pm

    [...arbeiten Polizei und Sicherheitsorgane sehr gut, das elektronische System „Sicherheit in der Stadt“ funktioniert und die Grenzen zu Litauen und Polen garantieren, dass derjenige der Gesetze verletzt, nicht weit kommt.]

    Selbst der Zoll funktioniert ganz gut. Rubelscheine sammelnde Zöllner kommen maximal bis zur Grenze...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 30. November 2015 21:58

      ... na, sehen Sie. Hat doch unser Gouverneur recht. Maximal bis zur Grenze - egal um wen es sich handelt...

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 30. November 2015 21:51 pm

    [Litauen hat die Hoffnung geäußert, dass nach dem Wegfall von Ägypten und der Türkei als Erholungsorte nun die Russen wieder nach Litauen reisen werden.]
    Sind die träumenden Litauer wirklich so schwer von Begriff?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 30. November 2015 21:57

      ... die Hoffnung stirbt zum Schluss - ein altes sowjetisches Sprichwort. Und da die Litauer eine ehemalige Sowjetrepublik sind (auch wenn sie das heute nicht mehr wahr haben wollen), hoffen sie eben auch bis zum Schluss ...

  • Hauke

    Veröffentlicht: 4. Dezember 2015 18:57 pm

    Bin mal gespannt wie lange die Strecke Berlin - Allenstein geflogen wird.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 4. Dezember 2015 20:51

      ... ich auch. Mir ist allerdings in der Zwischenzeit die Notwendigkeit dieses neuen Airports auch nicht so richtig klar, denn die Erreichbarkeit ist genau so gut / genau so schlecht wie der Airport Gdansk, aber von Gdanks aus kann ich auch in andere Richtungen fliegen.

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