Kaliningrader Wochenblatt 2014-07

Kaliningrader Wochenblatt 2014-07

Qualifizierte und erfahrene Spezialisten für Automontage      
Information vom 10.02.2014
 
 
Der Kaliningrader Automobilhersteller „Avtotor“ ist bereits jetzt bereit, ehemalige Mitarbeiter von „AvtoWasa“ aus Togliatti bei sich einzustellen. Für die Pläne von „Avtotor“ in den nächsten Jahren fünf Fabriken für den vollständigen Produktionszyklus zur Produktion von Autos zu bauen und weitere 15 Fabriken für die Produktion von Zubehör, reichen die Arbeitskräfte in Kaliningrad nicht aus. Nun scheint mit der Übernahme von entlassenen Spezialisten auf Togliatti eine Lösung gefunden zu sein. Besonders wichtig ist die Übernahme von Ingenieuren und hochqualifiziertem Personal, für deren Vorbereitung in Kaliningrader Universitäten und Ausbildungseinrichtungen mindestens sechs Jahre benötigt würde. Insgesamt werden bis 2020 27.000 Spezialisten bei „Avtotor“ benötigt.
 
Neues Kant-Museum in alten Wänden      
Information vom 10.02.2014
 
 
In dem halbverfallenen Haus, welches angeblich Kant für drei Jahre als Unterkunft gedient haben soll, als er bei einem Pastor als Hauslehrer tätig war, will man nun ein Museum einrichten. Die Besitzer des Gebäudes sind mit einem Verkauf an die Kaliningrader Regierung einverstanden. Der Kaliningrader Gouverneur hat bereits Weisung erteilt alle Formalitäten in die Wege zu leiten und das Gebäude in die zu erarbeitenden Touristenstrecken für die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten mit einzubeziehen.
 
Auch der Wrangel-Turm wird Museum      
Information vom 10.02.2014
 
 
Ein jahrelanger Streit scheint nun seinem Ende zuzugehen. Durch die Kaliningrader Regierung wurde die Kündigung des Pachtvertrages für den Wrangel-Turm eingeleitet. Man geht allerdings von Gerichtsprozessen in diesem Zusammenhang aus. Nach Worten des Kaliningrader Gouverneurs plant man auch hier die Einrichtung eines Museums. Das Objekt soll aber auch so rekonstruiert werden, dass Konzerte stattfinden können. Grundlage für die Vertragskündigung sind Anschuldigungen, dass sich der Pächter seit 1996 nicht um die Erhaltung des Objektes gekündigt hat. Eine Initiativgruppe versuchte durch eine Unterschriftensammlung und deren Übergabe an den Gouverneur und den Gebietsstaatsanwalt die Vertragskündigung zu verhindern. Man verwies auf viele kostenlose Veranstaltungen die der Pächter organisiert hatte – anscheinend alles keine Argumente für eine Fortsetzung des Pachtverhältnisses.
 
Haus der Räte beliebt bei Selbstmördern      
Information vom 10.02.2014
 
 
Der Sprung in die Tiefe von einem Studenten am vergangenen Wochenende brachte das Sowjetdenkmal wieder ins Gespräch. Der Gouverneur N. Zukanov kritisierte die Zustände und dass das Gebäude für Unbefugte so einfach zu betreten ist. Es ist nicht der erste Fall eines Selbstmordes in diesem Gebäude. Auch andere Veranstaltungen und Treffen zweifelhaften Charakters finden dort statt. Der Gouverneur forderte nun von den Rechtspflegeorganen hier endlich die notwendige Ordnung zu schaffen.
 
Importverbot vollständig aufgehoben      
Information vom 11.02.2014
 
 
Durch die zuständigen Organe der Russischen Föderation wurde das zeitweilige Importverbot für litauische Milchprodukte vollständig aufgehoben. Nun können alle ehemaligen litauischen Lieferanten ihre Erzeugnisse wieder nach Russland liefern. Das Importverbot war am 7. Oktober 2013 verhängt worden, nachdem eine Reihe von Qualitätsmängeln durch die russische Verbraucherschutzorganisation festgestellt worden war. Die betroffenen litauischen Firmen haben die Forderungen der russischen Seite jetzt erfüllt.
 
Hart und grausam – aber vermutlich gerecht      
Information vom 11.02.2014
 
 
Sergej Melnikow, Verantwortlich für die Stadtwirtschaft in Kaliningrad hat vorgeschlagen, Schuldner für kommunale Dienstleistung öffentlich und publikumswirksam aus der stadteigenen Wohnung herauszutragen. Das ganze sollte ein paar Mal praktiziert werden und dann werden alle anderen verstehen, wie ernst wir es meinen. In der vergangenen Woche wurde erstmals eine „Aussiedlung“ auf der Grundlage eines Gerichtsentscheides praktiziert. Als anderen Schuldnern die Information über eine Klage gegen sie vor Gericht zuging, fanden diese sehr schnell finanzielle Mittel um ihre aufgelaufenen Schulden zu begleichen. Für die zwangsausgesiedelten Mieter stellt die Stadt Behelfsunterkünfte am Stadtrand zur Verfügung.
 
KANT-Uni plant umfangreiche Rekonstruktion      
Information vom 12.02.2014
 
 
Die Kant-Universität plant umfangreiche Rekonstruktionen an ihren verschiedenen Gebäuden, so auch am historischen Hauptgebäude in der Universitätsstraße. Da viele Gebäude und insbesondere das Hauptgebäude unter Denkmalschutz stehen, sind die Instandsetzungsarbeiten sowohl zeit- wie auch finanzaufwendig. Die Instandsetzung der Innenräume wurde bereits 2013 abgeschlossen. Für die Instandsetzung der Fassade am Hauptgebäude, nach historischem Vorbild, wird nun die Summe von 60 Mio. Rubel (1,25 Mio. Euro) benötigt. Im weiteren soll der Universitätsplatz wieder errichtet werden und sowohl eine offene wie auch überdachte Zone für Spaziergänger geschaffen werden. Dort sollen Skulpturen aus der Vorkriegszeit wieder aufgestellt werden. Schwierigkeiten bestehen darin, dass es für die zu kultivierenden Grundstücke mehrere Eigentümer gibt, die nun alle „unter einen Hut“ gebracht werden müssen.
 
Die endlose Geschichte des „Alten Turm“      
Information vom 12.02.2014
 
 
Der Kampf um die Weiterexistenz der Ansammlung von Blechhütten im Stadtzentrum, auch bekannt als „Alter Turm“ geht weiter. Nun wollen die noch verbliebenen Geschäftsleute dort auch eine Kirche einrichten und somit den Bürgermeister daran hindern, eine Kirche Mitte des Jahres abzureißen. Die Geschäftsleute sprechen zurzeit mit den zuständigen Kirchenvertretern. Anscheinend vergessen sie, dass der Kaliningrader Bürgermeister erst vor wenigen Wochen der russischen Kirche ein großes neues Kirchengebäude in der ul. Newskowo geschenkt hat und sich die Kirche sicher nicht für einen Machtkampf zum Schutz der Interessen von Geschäftsleuten einlassen wird, die keine Pacht für die genutzten Grundstücke bezahlen und von deren Gläubigkeit niemand Zeugnis ablegen kann.
 
Schlechtes Rating für Airport Chrabrowo      
Information vom 12.02.2014
 
 
Über ein schlechtes Rating für den Kaliningrader Airport zu schreiben ist noch geschmeichelt. In einer Bewertung in Fachkreisen erhielt der Airport 0,5 Punkte von fünf möglichen Punkten. Nur der Airport in Tjumen ist noch schlechter – dort gibt es überhaupt nichts zu beurteilen. Insgesamt nahmen an der Bewertung 20 russische Airports teil, die mindestens 500.000 Passagiere im Jahr abfertigen. Die Airports der russischen Hauptstadt wurden aus diesem Rating ausgeschlossen. Also kein Ruhmesblatt für Kaliningrad, insbesondere nach vor dem Hintergrund, dass die Fertigstellung des Airport nun erst für Ende 2015 angepeilt wird.
 
Originelle Idee      
Information vom 12.02.2014
 
 
Der Vorsitzende des Kaliningrader Stadtrates hat vorgeschlagen in Kaliningrad Müllboxen in Form von Fußbällen aufzustellen – ein sichtbarer Hinweis auf die in Kaliningrad im Jahre 2018 stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaften. Die Idee ist natürlich nicht neu, sie stammt aus der Stadt Gdansk, die zu den Europameisterschaften 2012 diese Müllcontainer nutzte. Er sprach in diesem Zusammenhang auch von der dringenden Notwendigkeit der Einführung des Systems der Mülltrennung in Kaliningrad, damit die schon seit langem geplante Müllverbrennungsanlage auch errichtet werden kann und das generelle Müllentsorgungsproblem in Kaliningrad gelöst wird.
 
Bernsteinschmuggel fehlgeschlagen      
Information vom 12.02.2014
 
 
Ein Pole hat versucht neun Kilogramm Bernstein nach Polen zu schmuggeln. Als Versteck nutzte er den Benzintank seines Autos. Dies ist in diesem Jahr der zweite Fall von Bernsteinschmuggel der entdeckt wurde. Bereits im Januar wurde ein Pole in Goldap mit 30 Kilo Bernstein im Gepäck entdeckt. Im Jahre 2013 wurden insgesamt 140 Kilo undeklarierter Bernstein an der polnischen Grenze entdeckt. Den Schmugglern drohen hierfür erhebliche Strafen. Rohbernstein ist in Polen in den letzten Monaten im Preis um das Zehnfache gestiegen und nun teurer als Gold – so die Bernsteinjuweliere in Polen.
 
Gespräche mit Polizisten aufzeichnen      
Information vom 12.02.2014
 
 
Durch die Führung der Verkehrspolizei wurden die Kaliningrader aufgefordert, bei Kontrollen auf der Straße die Gespräche mit den Beamten mit technischen Mitteln aufzuzeichnen. Dies hilft gegenseitig den kulturvollen und ehrlichen Umgang zu wahren und verstößt nicht gegen bestehende Gesetze. Weiterhin wird empfohlen, Telefongespräche mit dem „Telefon des Vertrauens“ aufzuzeichnen, denn auch hier reagieren die Beamten nicht immer so, wie dies laut bestehender Vorschriften gefordert wird.
 
Licht am Ende des Tunnels      
Information vom 13.02.2014
 
 
Im wahrsten Sinne des Wortes – denn dieses Licht ist das einzig Angenehme an dem Fußgängertunnel Leninski-Prospekt. Auf die Frage, wann der Tunnel im Stadtzentrum instand gesetzt wird, antwortete der Bürgermeister Jaroschuk, dass in diesem Jahr kein Geld vorhanden ist, aber eine Instandsetzung geplant wird, da der Tunnel zwar technisch den Normen entspricht, aber im Design moralisch veraltet ist. Nutzer des Tunnels wissen natürlich, dass die Treppenaufgänge insbesondere für ältere Leute lebensgefährlich sind und der Tunnel eigentlich mehr einer offenen Bedürfnisanstalt entspricht.
 
Gor-Trans sorgt für Imagezuwachs      
Information vom 13.02.2014
 
 
Die stadteigenen Verkehrsbetriebe sorgen rechtzeitig für einen Imagezuwachs. Schließlich muss man sich angenehm von seinen Konkurrenten unterscheiden. In diesem Fall ist die Konkurrenz die Privatunternehmer im öffentlichen Nahverkehr, deren Transportanteil bis 2015 auf maximal 30 Prozent gekürzt werden soll (bisher 70 Prozent). GroTrans plant nun eine einheitliche Berufsbekleidung für das Personal im Transport. Der Vorschlag hierzu kam vom Kaliningrader Bürgermeister, der auch durch eine Umschichtung im Stadthaushalt die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung stellen wird. Mit der Umsetzung dieses Planes wird dann die oftmals mehr als abenteuerliche individuelle Outfit-Vorstellung jedes Fahrers und Schaffners einem einheitlichen, öffentlich als angenehm empfundenen Geschmack, geopfert.
 
 
10.02.14 / An der Grenze wurde eine Kaliningraderin durch die Zollorgane festgenommen. Sie hatte versucht 431 kg. Milchprodukte aus Polen nach Kaliningrad einzuführen.
 
10.02.14 / In Kaliningrad sollte eine Hellseherin wegen Betruges verhaftet werden. Während der „Prozedur“ versuchte die Hellseherin, noch während sie ein Protokoll unterschrieb, die anwesenden Polizisten zu hypnotisieren.
 
10.02.14 / Eine Kaliningraderin hat die Russische Post verklagt, weil ein Brief über Gebühr lange unterwegs war. Sie gewann den Prozess und erhielt 400 Euro Schadenersatz.
 
11.02.14 / Auch der polnische Staat hat ein gutes Gedächtnis und so verhaftete er einen Russen an der Grenze zu Kaliningrad, der seit neun Jahren per Haftbefehl gesucht wurde und in Polen schon zu einem Jahr Gefängnis verurteilt war.
 
11.02.14 / Ein Kaliningrader Bürger bezahlt der Russischen Bahn eine Strafe von 1.700 Euro für ein von ihm verursachten Unfall an einem Bahnübergang. Er bekannte freiwillig seine Schuld an.
 
11.02.14 / Die Polizei hat in Kaliningrad, gemeinsam mit andere Organen, sechs illegale (mobile) Verkaufspunkte entdeckt, die mit polnischen Produkten handelten und keine Genehmigung hatten. Die Ware wurde beschlagnahmt und Untersuchungen eingeleitet.
 
12.02.14 / Zwei türkische Bürger wurden aus Kaliningrad auf der Grundlage einer Gerichtsentscheidung abgeschoben. Sie hielten sich ungesetzlich in Kaliningrad auf und gingen ohne Genehmigung einer Erwerbstätigkeit nach.
 
12.02.14 / Ein Kirgise ist in Kaliningrad des Diebstahls von vier Fahrrädern überführt worden. Die Meldung reiht sich ein in die allgemeine Berichterstattung zum gesetzeskonformen Aufenthalt von Ausländern in Russland.
 
13.02.14 / Die Kaliningrader Filiale der Partei „Einiges Russland“ hat die Lehrer gebeten, in der Zeit der Olympiade den Kindern weniger Hausaufgaben zu geben. Glaubt man, dass die Kinder dann mehr Sport schauen?
 
13.02.14 / Weil ein Geschäft sich weigerte eine Ware umzutauschen, verklagte eine Kaliningraderin dieses und erhielt daraufhin vom Gericht einen Schadenersatz von 400 Euro zugesprochen.
 
13.02.14 / Im Monat Januar sind 20 Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückt, davon sieben Fußgänger.
 
13.02.14 / In Kaliningrad haben zwei Männer versucht Eisenbahnschienen von einer aktiven Strecke zu demontieren und diese als Altmetall zu verkaufen.
 
13.02.14 / Kaliningrad hat einen Genießer-Dieb. Während er in der Nacht eine Apotheke um ihren Bargeldbestand erleichtern wollte, trank der Dieb noch eine Flasche Wein. Ob er diesen dekantiert hatte ist nicht bekannt.
 
14.02.14 / In Kaliningrad hat die Jagd auf Wildschweine begonnen. 80 Prozent des Gesamtbestandes sollen wegen der in Litauen ausgebrochenen Afrikanischen Schweinepest im Kaliningrader Gebiet dezimiert werden.
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