Nach Putin-Besuch in Kaliningrad beginnt die Revision des Gesundheitswesens

Nach Putin-Besuch in Kaliningrad beginnt die Revision des Gesundheitswesens

 

Am vergangenen Donnerstag befand sich der russische Präsident Wladimir Putin in Kaliningrad. Er führte, gemeinsam mit dem erweiterten Präsidium des Staatsrates und einem Teil der föderalen Minister eine Beratung zur Entwicklung des Gesundheitswesens in Russland durch. Schon am Freitag begannen die Mediziner mit der Bestandsaufnahme.

 

 

Es ist bekannt, dass das russische Gesundheitswesen nicht auf hohem internationalen Standard arbeitet. Es fehlt an qualifiziertem Personal, es fehlt an moderner Technik, die Gebäude der Polikliniken und Krankenhäuser sind veraltet und der Renovierungsbedarf ist sehr groß.

Die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa fasste nach Beendigung der Besprechung mit dem russischen Präsidenten zusammen, was jetzt dem Gesundheitswesen in Russland bevor steht. Man kommt zu dem Eindruck, dass das, was in den letzten Jahren mit der russischen Armee gemacht wurde, nun im Gesundheitswesen durchgeführt wird: eine radikale Erneuerung.

In der ersten Etappe geht es um das System der medizinischen Grundversorgung, der untersten Stufe im Gesundheitswesen.

Die Ministerin bezeichnete diesen Bereich als „Front“. Hier geht es um eine radikale Erneuerung, den Abriss von Gebäuden, den Bau von neuen medizinischen Einrichtungen in den Dörfern, Städten, Kreisen und Gebieten. Alle medizinischen Einrichtungen werden mit neuer Technik ausgestattet. Das Wichtigste ist aber die medizinische Logistik, die völlig neu organisiert werden muss. Es geht um das Transportsystem, die Erreichbarkeit der medizinischen Einrichtungen sowohl mit Spezialfahrzeugen des medizinischen Dienstes wie auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier fordert Putin die Neuausstattung aller medizinischen Einrichtungen mit Fahrzeugen für den innerbetrieblichen Transport und die Einrichtung von Shuttle-Verbindungen für den Transport von Patienten in den ländlichen Gebieten.

Die Modernisierung der gesundheitlichen „Front“ soll bis zum Jahre 2024 abgeschlossen sein. Die Zeit, so die Ministerin, ist hierfür äußerst knapp und erfordert den vollen Einsatz aller. Als erster Schritt müssen überall Bestandsaufnahmen durchgeführt werden, um zu fixieren, was man hat, in welchem Zustand es ist und was benötigt wird. Ziel ist, den effektiven Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel zu organisieren.

Parallel zu diesen materiellen Arbeiten, muss eine Bestandsaufnahme im personellen Bereich durchgeführt werden. In Russland wurde die Zuweisung von Arbeitsplätzen nach dem Studium durch den Staat abgeschafft. Jeder Studienabsolvent kann jetzt dort arbeiten, wo er es wünscht. Dadurch kam es zu Personaldefiziten in gewissen Bereichen. Die Jugend will in großen Städten bleiben und in Kliniken mit hohem Image arbeiten.

Bereits seit 2017 gibt es Sonderprogramme für die Werbung von medizinischem Personal für den Einsatz in ländlichen Gegenden. Dieses Programm zeigt Wirkung und man konnte bereits 10.000 Ärzte und 12.000 medizinische Mitarbeiter für den Einsatz in Dörfern und Gemeinden gewinnen.

Bei der jetzigen Bestandsaufnahme ist es wichtig, dass jede medizinische Einrichtung ihren Stellenplan neu erarbeitet, sich von Personal trennt oder neues Personal anfordert.

Die Ministerin forderte die Bestandsaufnahme mit aller Ernsthaftigkeit und schnell durchzuführen. Die zur Verfügung stehenden Mittel dürfen nicht nutzlos verausgabt werden.

 

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