Neue Kaliningrader Straßenbahnen und ein unklares Transportkonzept

Neue Kaliningrader Straßenbahnen und ein unklares Transportkonzept
 
Kaliningrad wird seine Straßenbahn wiederbeleben. Nachdem die ersten vier neuen Straßenbahnen aus russischer Produktion bereits auf den Kaliningrader Straßen zu sehen sind, besteht daran kein Zweifel mehr.
 
 
Schritt für Schritt werden die neuen Straßenbahnen über die Seelinie Ust-Laga/Baltisk nach Kaliningrad angeliefert. Es handelt sich um Straßenbahnen aus russischer Produktion, hochmodern und schmalspurig. Das machte es besonders schwer, für Kaliningrad einen Lieferer aus einheimischer Produktion zu finden, denn es gibt nur ein oder zwei russische Hersteller, die den geringen Bedarf an Schmalspur-Straßenbahnen produzieren.
 
„Kosar“ heißen die neuen hochmodernen Bahnen und sie zeigen sich, mit ihrem hochmodernen Cockpit für die Piloten in besonderem Kontrast zu den historischen Straßenbahnen, die wohl schon 50 Jahre treu ihren Dienst auf den Kaliningrader Straßen versehen. Sie werden jetzt Schritt für Schritt aus dem Straßenbild verschwinden.
 
Gegenwärtig gibt es nur eine Straßenbahnlinie Nr. 5 in Kaliningrad, wo abwechselnd noch alte und neue Straßenbahnen zu sehen sind. Intensiv wird an der Straßenbahnlinie Nr. 3 gearbeitet, die vom Südbahnhof bis zum Zentralpark für Kultur und Erholung fahren soll. Im Monat Mai soll der Start auf dieser Strecke erfolgen.
 
Etwas kompliziert und unbequem zeigen sich die Gedanken der Stadtverwaltung zur Reorganisation des Straßenbahnverkehrs. Die Straßenbahnen sollen die Linienbusse aus dem Stadtzentrum verdrängen. Man will drei zentrale Umsteigestellen von Bus auf Straßenbahn und wieder zum Bus schaffen. Davon ist niemand so richtig begeistert, auch, wenn es dann ein einheitliches Ticket geben wird, welches im Verlaufe einer gewissen Zeit gültig ist. Das kombinierte Fahren mit zweimaligem Umsteigen ist viel zu zeitaufwendig und zu kompliziert – wird gegenwärtig in den Sozialnetzwerken kommentiert.
 
Die beiden Straßenbahnlinien fahren auch nicht auf Strecken, wo sie das Monopolrecht haben. Eine Vielzahl von Bussen fährt parallel zu den Straßenbahnen – ein Widerspruch, der wohl in erster Linie so geklärt werden muss, dass die Nutzer des Nahverkehrs von selber erkennen, dass die Nutzung der Straßenbahn vorteilhafter ist. Bisher erkennt dies niemand.
 
Sowohl in der Kaliningrader Stadtverwaltung, wie auch „GorTrans“, der stadteigene Nahverkehrsbetrieb informierten, dass alle Gedanken für das zukünftige Transportschema nur allererste Überlegungen sind. Irgendwie muss man beginnen, die Gedanken zu sammeln, dann fließen die Vorschläge aller anderen darin ein.

 

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Kommentare ( 4 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 14. Februar 2022 02:17 pm

    Wenn diese Straßenbahnen noch so schön aussehen, wenn sie neu sind, diese Technik ist teuer und veraltet. Man darf nämlich nicht nur die schicken neuen Waggons sehen, sondern das Ganze mit drumrum. Will man ein wirklich gutes Straßenbahnnetz aufbauen, kostet das Milliarden, nicht nur in Rubel. Da sind doch die Weißrussen mit ihren E-Bussen in der Entwicklung weiter, die dann eines Tages durch H²-Busse ersetzt werden können.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 14. Februar 2022 05:22

      ... ich möchte und ich kann Ihnen nicht widersprechen.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 19. Februar 2022 02:09 pm

    Wann kommt denn das neue Opernhaus nach Kaliningrad, was durch den österreichischen Stararchitekten geplant worden ist oder noch wird?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 19. Februar 2022 05:25

      ... oi, Kaliningrad soll ein Opernhaus bekommen? Es wird ja unheimlich viel gebaut, gerade auf der Oktoberinsel entsteht ein riesiges Kultur- und Bildungszentrum. Aber von einem Opernhaus höre ich zum ersten Mal.

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 19. Februar 2022 12:41 pm

    24.01.2022 Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski hat Wirtschaftssanktionen gegen das Wiener Architekturbüro „Coop Himmelb(l)au“ sowie sechs Vertreter des Büros verhängt. Hintergrund ist der geplante Opernbau in der Stadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim.
    Auf Initiative von Russlands Präsident Wladimir Putin sollen in Sewastopol sowie in der sibirischen Stadt Kemerowo, in der Ostsee-Stadt Kaliningrad und in Wladiwostok an der Pazifik-Küste vier groß angelegte Kunst- und Kulturzentren errichtet werden. Anfang 2019 erschienen in der Presse Entwürfe von Wolf Prix für die Projekte in Sewastopol und Kemerowo.
    Da wird wohl das "Opernhaus" im erwähnten Kultur- und Bildungszentrum sein. Wenn die jetzt schon daran arbeiten .... Lach nicht!... Hier wäre noch nicht einmal die Beschlußvorlage feeeeertig, daß man darüber nachdenkt, ob so etwas überhaupt gebraucht wird.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 19. Februar 2022 12:46

      ... der Kultur- und Bildungskomplex ist zu einem Großteil auf der Kaliningrader Oktoberinsel bereits fertiggestellt. Das, was zukünftig noch gebaut wird, ist längst projektiert. 2024 soll der Gesamtkomplex fertig sein. Ein Opernhaus ist darin nicht vorgesehen.

      Und was die Sanktionen anbelangt ... Russland hat den schlimmsten Krieg überlebt, den sich menschliche Gehirne in der Weltgeschichte haben einfallen lassen. Russland wird auch die Sanktionen überleben, die sich jetzt irgendwelche analytisch unbegabten Politiker im Westen dieser Erdkugel einfallen lassen ... (auch wenn die Ukraine nicht zum Westen gehört ...)

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 20. Februar 2022 02:08 pm

    "Ein Opernhaus ist darin nicht vorgesehen. "

    Зал Эстраден
    Концертный зал
    Филармонический зал ? Нет, совсем нет?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 20. Februar 2022 05:12

      ... ein derartiges Gebäude haben wir in Svetlagorsk. Auf der Oktoberinsel gibt es Filialen der Tretjakow-Galerie, der Ermitage, des Russischen Museums, Balettschule usw.

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