Prospekt des Sieges in Kaliningrad – es gibt auch Verlierer

Prospekt des Sieges in Kaliningrad – es gibt auch Verlierer

 

Ein Kaliningrader Unternehmer, Inhaber von sechs Firmen, erwarb ein historisches Gebäude auf dem Prospekt des Sieges. Auf seinem weiteren Siegesweg wurde er nicht durch Panzer, sondern durch ein Kaliningrader Gericht gestoppt.

 

 

Es geht um ein historisches Gebäude, vor 1945 wohl als Wohngebäude und bis vor Kurzem noch als Altenheim genutzt. Es stand auf dem Prospekt des Sieges, jedoch stand es nicht unter Denkmalschutz. Somit ging der Käufer, ein Kaliningrader Unternehmer, davon aus, dass er mit dem Gebäude machen kann was er will. Dies ist prinzipiell auch richtig. Aber zum Abriss benötigt man auch in Kaliningrad eine Genehmigung, die er jedoch nicht einholte.

Auch ließ er das Gebäude nicht aus dem Grundbuch löschen, so dass es theoretisch und buchhalterisch immer noch vorhanden ist.

 

Foto: Historisches Gebäude ohne Genehmigung abgerissen. Neues Gebäude ohne Genehmigung errichtet.
 
Danach begann er den Bau eines neuen Gebäudes. Für den Bau gibt es weder eine technische Dokumentation noch eine Baugenehmigung.
 
Videoeinspielung
 
Der Bau grenzt in seinen Ausmaßen hart an den sogenannten „Roten Linien“, die bei Bauarbeiten nicht überschritten werden dürfen, um Mindestabstände und technische Kommunikationen nicht zu verletzen.
 
In der Höhe verletzt das Gebäude jedoch die Grundstückskategorie für niedrig-etagige Häuser.
 
Als die Behörden dies merkten, lies man dem Bauherrn Hinweise zukommen, dass er ungesetzlich handele. Daraufhin beschleunigte der Bauherr seine Aktivitäten, wohl in der irrigen siegestrunkenen Annahme, dass man die Behörden vor fertige Tatsachen stellen muss. Dabei vergaß er aber, dass Behörden auch Rechte haben.
 
Der Gouverneur machte dann diese Rechte per Instagram kund und drohte dem Bauherrn mit Baustopp und Abriss, wenn er nicht aus den Fehlern lerne, die andere bereits vor ihm gemacht hatten.
 
Weniger als 24 Stunden vergingen, bis ein Kaliningrader Gericht Baustopp verhängte und die Gerichtsverhandlung für Mitte Juni anberaumte. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass ihm während dieser Gerichtsverhandlung die Bedingungslose Kapitulation vom Richter angeboten werden wird. Es gibt noch eine winzige, aber wohl kaum realisierbare Chance, den Bau zu retten: In einer Frist von sechs Monaten müssen alle Dokumente und Genehmigungen vorliegen, dann könnte er den Bau fortsetzen, allerdings mit erheblichen Korrekturen zur Größe. Somit ist jetzt schon klar, dass ein Abriss unvermeidlich ist.
 
Es gibt noch eine Reihe anderer aktueller Beispiele, wo der Willkür im Baugeschehen durch die Verantwortlichen in Kaliningrad Einhalt geboten worden ist. Für diejenigen, die immer noch glauben, Probleme mit den Methoden aus der Zeit vor 2016, dem Jahr des Amtsantritts des Gouverneurs Anton Alichanow, lösen zu können, eine teure und nervige Angelegenheit.
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