Razzia der Stadtverwaltung – Eine Aktion ohne wirkliches Resultat

Razzia der Stadtverwaltung – Eine Aktion ohne wirkliches Resultat
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Immer häufiger finden jetzt in der Stadt Kaliningrad Razzien gegen illegale Straßenhändler statt, die häufig unter unhygienischen Bedingungen Waren handeln, deren Herkunft entweder unklar ist, oder so klar ist, dass diese unter Umgehung von Zoll- und Sanktionsgesetzen nach Kaliningrad gebracht worden sind.

Typische Erscheinungsformen für sogenannte Händler polnischer Sanktionswaren sind PKW oder Kleinsttransporter, die aus Kofferräumen heraus ihre Waren anbieten, die sie ins Land geschmuggelt haben – häufig in Benzintanks, Autoreifen und anderen unhygienischen Orten im Auto versteckt.

Der Schmuggel findet aber auch im größeren Rahmen statt und Händler richten mobile Kioske entlang von belebten Kaliningrader Straßen ein.

Einer der bekanntesten illegalen Orte für nichtgenehmigten Handel ist die ul. Bagration im Stadtzentrum von Kaliningrad. Seit Jahren stehen hier links und rechts auf dem Bürgersteig die Händler und bieten ihre Ware an und jahrelang war die Stadtverwaltung auf beiden Augen blind.

Nun wurde Ende der vergangenen Woche aufgeräumt – so glaubt zumindest die Stadtverwaltung, denn gemeinsam mit der Polizei und anderen Rechtspflegeorganen ging man gegen die dort versammelten Händler vor. Allerdings wurde die Parole ausgegeben, die dort ebenfalls sitzenden Babuschkas, also die Omas, die ihre winzigen Mengen an Obst und Gemüse aus eigenem Garten anbieten, nicht zu kontrollieren und weiter verkaufen zu lassen.

Die Ansammlung der illegalen Händler war so angewachsen, dass ein normales Passieren des Bürgersteiges auf einigen hundert Metern schon kaum noch möglich war.

Bei der Kontrolle wurde allerdings festgestellt, dass 90 Prozent der dort anwesenden Händler entweder Babuschkas waren oder aber Händler mit Lizenz. Nur fünf Händler wurden bestraft – sie verkauften polnische Sanktionsware.

Die Strafen sind allerdings so lächerlich gering, dass sie keinen Händler abschrecken. Wenige Augenblicke, nachdem die Kontrolleure das Feld wieder geräumt hatten, richteten sie ihren mobilen Verkaufsstand wieder ein.

Strafen belaufen sich auf drei bis maximal fünftausend Rubel. Bezahlt werden muss allerdings erst, wenn ein Friedensrichter einen Urteilsspruch gefällt hat. Dies erfolgt in der Regel erst nach drei Monaten.

Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung erinnerte sich an frühere Zeiten. Vor 10 oder 15 Jahren hat die Stadtverwaltung einfach nur einen Wasserwagen vorbeigeschickt, der angeblich die Straße säubern sollte, aber mit seinem Wasser die Stände geflutet hat. Das war zwar nicht unbedingt menschenfreundlich, aber sehr effektiv – kommentierte der Mitarbeiter.

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