Religiöser Zwischenfall in Kaliningrad – Täter werden angeklagt

Religiöser Zwischenfall in Kaliningrad – Täter werden angeklagt
 
Seit Tagen berichten Kaliningrader Medien über einen religiösen Zwischenfall im Stadtzentrum von Kaliningrad. Dort befindet sich eine russisch-orthodoxe Gebetsstätte. Vorerst Unbekannte hatten mit geweihtem Wasser ihre Schuhe geputzt, dies auf Video aufgezeichnet und ins Internet gestellt.
 
 
 
Foto: Russisch-Orthodoxe Gebetsstätte im Kaliningrader Stadtzentrum
 
Es dauerte nicht lange, bis die zuständigen staatlichen Organe diejenigen fanden, die für diesen beleidigenden Zwischenfall verantwortlich waren. War man zuerst davon ausgegangen, dass es sich um irgendwelche Jugendlichen, Kaliningrader Jugendlichen oder irgendwelche, nicht mehr ganz nüchternen Bürger handelte, war der Schock dann doch etwas größer, als sich herausstellte, dass es zwei Armeeangehörige waren: Ein Wehrpflichtiger und ein Vertragssoldat.
 
Noch größer war wohl der Schock, als man feststellte, dass es sich um Bürger aus Dagestan handelt, einer hochreligiösen russischen Republik, wo man davon ausgehen sollte, dass die Erziehung zur Achtung vor der Religion stark ausgeprägt ist – auch wenn in Dagestan wohl der Islam die bevorzugte Religion ist.
 
Die zuständigen Militärermittlungsorgane haben Untersuchungen aufgenommen und werden die beiden Armeeangehörigen anklagen. Wie hoch die Strafe ausfallen wird, wird wohl davon abhängen, wie sich die Soldaten verhalten.
 
Videoeinspielung: Kinoklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Das Ministerium für nationale Politik und Religionsangelegenheiten der Republik Dagestan informierte, dass man die Eltern der Armeeangehörigen informieren werde. Bei Notwendigkeit werden diese nach Kaliningrad reisen. Man werde dafür Sorge tragen, dass sich die beiden Bürger Dagestans öffentlich entschuldigen.
 
Videoeinspielung: Kinoklassiker „Der unsichtbarer Reisende“
 
Beide Soldaten haben bereits ihre Schuld zugegeben und sind bereit, sich öffentlich zu entschuldigen.
 
Die russisch-orthodoxe Kirche hat zwischenzeitlich den Wasserhahn zum Weihwasser demontiert, damit sich derartige Zwischenfälle nicht wiederholen können. Bleibt zu hoffen, dass das Vertrauen der russisch-orthodoxen Kirche in die Disziplin der Gläubigen und nicht Gläubigen zurückkehrt und somit die Gebetsstätte wieder vollumfänglich ihre Aufgabe erfüllen kann.
 
Videoeinspielung: Kinoklassiker „Der Revisor“
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Kommentare ( 1 )

  • May Tupac

    Veröffentlicht: 19. September 2020 12:22 pm

    Gut, daß die Täter gefaßt wurden und meine große Freude, diese Religion ernst zu nehmen. Die Reaktion den Hahn zu demontieren halte ich für übertrieben, wenn es nicht täglich geschieht.

    Was passiert nun mit den Schuhen?
    Sie dürften doch wohl nicht mehr getragen werden.

    MfG

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 19. September 2020 12:24

      ... wenn die Ermittlungsbehörden darüber informieren, werde ich hier in der Kommentarfunktion dazu antworten.

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