Russische Zentralbank legt Kaliningrader elektronische Schaffner flach

Russische Zentralbank legt Kaliningrader elektronische Schaffner flach
 
Die russische Zentralbank hat am Freitag eine Entscheidung gegen eine Moskauer Bank getroffen und schon gibt es Probleme im Kaliningrader Nahverkehr. Interessant, wie in Russland alles miteinander verknüpft ist.
 
 
Als ich am Freitagmorgen um fünf Uhr die Neuigkeiten aus dem großen Russland las, sah ich, dass die russische Zentralbank mal wieder einer undisziplinierten Bank die Lizenz entzogen hat. Es ist etwas ruhiger geworden, um die spektakulären Lizenzentzüge. Zum einen wirkt natürlich die Corona-Virus-Situation und zum anderen hat die Zentralbank bereits einen Großteil der kriminellsten Banken vom russischen Finanzmarkt entfernt. Es bleiben – nach meiner Schätzung, vielleicht noch 100 oder 150 Banken, denen das Lebenslicht ausgeblasen werden muss, um den Idealzustand im russischen Bankensektor herzustellen. Das Land hat dann dazu fast zehn Jahre benötigt, denn seit Mitte 2013 arbeitet Elvira Nabiullina als Chefin der Zentralbank an dieser Thematik.
 
Nun hat am Freitag die Moskauer Bank „Orbank“ die Lizenz verloren. Und sofort traten Probleme im Kaliningrader Nahverkehr auf, denn die Passagiere, die die elektronische Nahverkehrskarte hatten und somit zu einem vergünstigten Tarif fahren können, konnten mit dieser Karte nicht mehr bezahlen.
 
Diese Karte funktioniert wie eine Geldkarte. Man tankt diese mit einer beliebigen Summe Geld auf. Während der Fahrt kommt der Schaffner, hält dem Fahrgast einen elektronischen Kartenleser hin und der Fahrgast entscheidet, ob er mit dieser Karte, mit seiner Kreditkarte, mit seinem Smartphone oder in bar bezahlen will.
 
Abrechnungen laufen über die Firma „Strich-M“, eine russische Aktiengesellschaft, die den Kaliningrader Nahverkehr mit den elektronischen Kartenlesegeräten ausgestattet hat. Und diese Firma reguliert sämtliche Geldbewegungen über die Bank „Orbank“, die am Freitag die Lizenz verloren hat. Damit wurde die Kette des Zusammenwirkens unterbrochen und die Passagiere konnten keine Fahrscheine zum verbilligten Tarif erwerben, d.h. anstelle von 25 Rubel für eine Fahrt quer durch die Stadt, mussten 27 Rubel bezahlt werden.
 
Vielleicht war es ein Trostpflaster für die Geschädigten, als sie in den Kaliningrader Medien lesen konnten, dass auch der Nahverkehr in Moskau, St. Petersburg, Wologda und vielen anderen Städten betroffen war.

 

 

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